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Hermann Czech
"Kann Architektur von der Konsumtion her gedacht werden?"

Architektur war weithin eine Rechtfertigungskunst:
Warum haben Sie das so gemacht, Herr Architekt; was haben Sie sich dabei gedacht? Eingeschlossen in diese Frage war die Vorstellung, dass dem Entwurf eine autonome Entscheidungsreihe zugrunde läge, auch wo er Äußeren Bedingungen, profanen Zwecken folgte.
Einerseits nun erscheint die Rechtfertigungsfrage immer weniger angebracht; das "Warum?" wird immer öfter mit "Warum nicht?" beantwortet. Andererseits genießt die architektonische Leistung immer weniger Respekt und wird zu einem Mittel für andere Ziele. Der News-Wert der Stararchitektur als Qualitätskriterium einerseits, das Aufspalten der Bauplanung in Consulting-Dienstleistungen andererseits - Strategien wie Theming/Branding/Imagineering, überhaupt der Eintritt der Architektur in die Kulturindustrie, all die damit verbundene Blödmacherei - schließlich die theoretischen Begründungen von Ornament, von Atmosphäre: Ein gemeinsames Kennzeichen vieler dieser Erscheinungen dürfte in der Versuchung liegen, Architektur nicht von der Produktion, sondern von der Konsumtion her zu denken - und es erhebt sich die Frage, ob das, ohne den Konsumenten und sich selbst zu belügen, möglich ist.

Abstract eines Vortrages für das
11. Internationale Bauhaus-Kolloquium Weimar 2009

Das Bild zeigt den Innenraum des MAK-Café mit Bugholzsesseln "Czech" 10-1520.


MAK-Café
Czech 10-1520