Transkulturalität im Schulunterricht

Ein Konzept und vier „Rezepte“ für grenzüberschreitendes Lehren und Lernen

Das erste ‚Rezept‘ plädiert für einen kultursensiblen und zugleich selbstkritischen Umgang mit Andersheit und Fremdheit. Differenzieren meint hier im ersten Schritt Differenzen in ihrem Entstehen und Bestehen annehmen und verstehen, ohne sie sogleich ästhetisch zu urteilen oder moralisch zu werten; es meint betrachten ohne zu polarisieren, vergleichen ohne zu hierarchisieren. Im anbrechenden Zeitalter des Kolonialismus erblickten die Europäer im Orient eine Gegenwelt mit gleichsam diametral entgegengesetzten Sitten und Bräuchen. In den Zeiten vor und zwischen den Weltkriegen versuchte man in Deutschland die Überlegenheit der deutschen ‚Kultur‘ gegenüber der französischen ‚Zivilisation‘ herauszustreichen, in Frankreich die französische ‚Kultur‘ gegen die deutsche ‚Barbarei‘ auszuspielen. Die Folgen davon sind uns bekannt: Diskriminierung, Kolonisierung, gegenseitiger Hass und Waffengewalt. Eine transkulturelle Pädagogik muss Schülerinnen und Schülern Wege eröffnen, die komplexe Vielfalt von Kulturen zu erkunden, ohne Gegensätze oder Hierarchien herzustellen.

Quelle

Takeda, Arata (2010): Transkulturalität im Schulunterricht. Ein Konzept und vier „Rezepte“ für grenzüberschreitendes Lehren und Lernen. In: Schule gestalten: Vielfalt nutzen! Die schulpraktische Bedeutung der spezifischen Ressourcen von Lehrerinnen und Lehrern mit Migrationshintergrund. Beispielsammlung, Landeshauptstadt Stuttgart: Stabsabteilung Integrationspolitik, Kap. 1.1, S. 1–6, hier S. 4

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beigetragen am 01.11.2024