Werkmodul Fachmodul
Lecturer(s): Klaus Fritze
Credits: 4 SWS
Date: Mondays 15.15-18.30
Venue: DIY Biolab @ Marienstraße 7b, Room 202
First meeting: 10.10.2022


Künstlerische Forschungen zur Kryptogamen Botanik (Moose, Flechten, Farne, Algen, Pilze) und zu festen und vorübergehenden Beziehung zwischen einzelnen Spezies und der Einbettung in ihren Umwelten. Besonderer Fokus liegt auf der Verbreitung von Flechten (Lichen) im urbanen Raum, der besonderen Beziehung von lichenogenen Pilzen mit Algen und/oder Cyanobakterien. Als weitere Beispiele werden die Wurzelknöllchen der Leguminosen, Pflanzengallen, die aus direkten Beziehungen von Pflanzen mit anderen Lebewesen ausgebildet wurden, die Mykorhizza-Beziehungen (Pflanze x Pilze) vorgestellt und studiert. Misteln und das Zusammenwachsen zweier Pflanzen bei Pfropfungen sind weitere Beispiele für solche innigen, Beziehungen zwischen zuvor einzeln vorkommenden Lebewesen. In Labor und Feldversuchen/Exkursionen können Kulturexperimente auf selbst gestalteten Habitaten initiiert und Versuchsanordnungen (z.B. Einsatz von Biosensorik) konstruiert werden. Wir interessieren uns für eigene Mikrobiom Beziehungen und Epiphyten die in Gesellschaft mit Pflanzen bekannt sind. Insgesamt ein sehr weites Feld und unendliche Naturgeschichten, die erzählt und beschrieben werden können. Experimentell kann eine forcierte Flechtenansiedlung an einer Gebäuderuine am Rand von Weimar initiert und beobachtet werden. Projekte von Studierenden werden gemeinsam oder individuell diskutiert sowie praktisch und theoretisch unterstützt.

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Engl. Beschreibung der Lehrinhalte

Relationship patterns: Artistic Research for togetherness and growth of species in their „Umwelt“

Artistic Research of the world of cryptogamic organismns (Moss, Lichen, Algae, Fungi, Ferns) with a special focus on transient and long-lasting interspecies connections in the environment. We are especially curious about the spreading and growth of Lichen in the urban environment of Weimar, the extraordinary relationship and merge of algae and fungi partners to form Lichen is a remarkable example of togetherness in nature. In the field, we will observe further inter-species relations and will discuss character, adaptations, and usefulness for the partners. Further examples: Mycorhizza, Nitrogen fixation plant bacteria housing projects, genetic colonization in crown Galls, mistletoe, and merges developed by grafting. On Laboratory and field experiments we will design useful habitats and experimental set up i.e introducing biosensoric for monitoring life. Projects are advised and supported individually on request.


Meetings

24.10 Intro über Beziehungsmuster in Natur und Umwelt. Taxonomie und die Definition kryptogame Organismen, wer gehört dazu, wer nicht? Wie arbeiten Spezies/Organismen in der Umwelt zusammen, welche Arten von Kommunikation, Zusammenleben und Zusammenwachsen sind bekannt und wie werden diese Wechselwirkungen erforscht? Eine Vorstellung der wissenschaftlichen und künstlerischen Arbeit von Klaus Fritze und Kollegen: Künstlerische Forschungen und transiente Rauminstallationen von 1999-2022

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dazu einige links: Homepage des Künstlers https://www.klausfritze.de Instagramm Account:

  1. pflanzfabrik

Projektseite: https://www.athmen.eu Projekt genlaboratorium: https://www.kunstforum.de/artikel/genlaboratorium/

31.10 Symbiontic Earth Filmscreening wird wiederholt nach Verabredung https://www.youtube.com/watch?v=lxWJsJetG10

7.11 Come Together -Beziehungsmuster und Nahbereichsforschung Science walk durch den Ilm Park -Who is Who, Motivationen und Interessen der Studierenden Beziehungen zwischen mindestens 2 Lebewesen zu identifizieren und diese in künstlerische Untersuchungen zu beobachten und zu beschreiben. Wesen von Beziehungen der Natur oder ganz nahe bei uns selbst, nützlich, zb. ausbeuterisch, kolonialistisch, egoistisch, gemeinsamen interessen dienend, störend, erträglich. Je nach Standort, Beobachtungsebene und Betrachtungsweise können Beziehungen und Ihre Mustert höchst unterschiedlich bewertet, idealisiert, diffamiert, kausal betrachtet oder ignoriert werden...


14.11 -Reflecting Lichenology mit Dr. Jan Vondrak ff. in Bearbeitung

"21.11." -Announcement: Exkursion/Besuch des Haussknecht Herbars in Jena am 12.12.2022 https://www.herbarium.uni-jena.de/

-Reflecting Microbiology Workshop mit Prof. Dr. Katja Bühler https://www.ufz.de/index.php?en=42440 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2590207522000077?via%3Dihub https://www.biooekonomie-bw.de/en/articles/news/symbiogenesis-of-mitochondria-and-plastids

-Possibilities and formates of cooperative artistic research in the class:

          • Your ideas

-Selection of artistic research featuring living organismen*

  • Bees and Oaks: Joseph Beuys ((* 12. Mai 1921 in Krefeld; † 23. Januar 1986 in Düsseldorf)

war ein deutscher Aktionskünstler, Bildhauer, über sein langjähriges 7000 Eichen Projekt zu 2 Dokumenta Ausstellungen in Kassel wurde ebenso berichtet wie über die Ansiedlung von Flechten auf den Basaltstehlen. https://www.youtube.com/watch?v=ClCYqAkSevI https://www.youtube.com/watch?v=ocnhQ1HPppY

  • Bees, Dogs, Crabbs, Hela Zellen... : Pierre Huighe (*11. September 1962 in Frankreich)

Untilled auf der Dokumenta 13: https://www.youtube.com/watch?v=OGdanqNEpy4 2017: After ALife Ahead [Nach einem K-Leben vor dem, was kommt], Skulptur Projekte, Münster: https://www.youtube.com/watch?v=eWre6dlUAbo https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/superkunstjahr-2017/interview-mit-pierre-huyghe-bei-skulptur-projekte-15055606.html https://www.skulptur-projekte-archiv.de/de-de/2017/projects/186/

  • Lichen: Laurie A. Palmer (* 1958 in Albany, New York, USA lebt in Santa Cruz, USA. Laurie Palmer ist Künstlerin und Schriftstellerin.

https://www.youtube.com/watch?v=49YBAbDeDCE&t=180s#

Lecture: The Lichen Museum (ca 55 min.) https://www.temporarygallery.org/veranstaltungen/

  • Fungus: Sasa Spacal lebt und arbeitet abgeschieden in einem Waldgebiet in der Nähe von Ljubljana (SI). Sie ist eine Postmedia-Künstlerin und Forscherin, die sich mit lebendigen Systemen, Medienkunst und Sound Art sowie der Visualisierung einer nach-menschlichen Zukunft beschäftigt. Saša entwickelt Installationen und Performances die sich mit der unterirdischen Fauna und Flora beschäftigen und mit ihr interagieren. Dabei sucht sie nach Möglichkeiten der Ko-Kreation mit nicht-menschlichen Spezies. Gezeigt wurden ihre Arbeiten schon im Rahmen der ARS Electronica Festival (AT), dem National Art Museum of China (CHN), dem Perm Museum of Contemporary Art (RUS) oder dem Transmediale Festival (DE). Ihre Werke sind mit internationalen Preisen und Auszeichnungen gewürdigt worden.

https://www.agapea.si/en/ Myconnect https://www.agapea.si/en/projects/myconnect

  • Fungus and Trees: Mindaugas Gapsevicus

http://triple-double-u.com/introduction-to-posthuman-aesthetics-media/mycorrhizal-networks-v5.pdf

Practice: Reflection on Design of Habitats for Microorganismen, Hautflora und Mikrobiom Möglichkeiten und Grenzen der Kutivierung von Lebewesen

-Reading Group: "The Owner " from "Gathering Moss" by Robin Wall Kimmerer Responsibilities, Possesment, whom belongs nature....


"28.12." -Reflection on Cyanobacteria and biofilms in response to the practices with Katja Bühler, the second part of her workshop starts same day at 9.30 in the Biollab

-Symbiotic Earth: Screening of some chapters of the Docupic featuring Lynn Margulis and her scientific and educative work

Einige Erklärungen zu Begriffen im Film: -Neodarwinismus Weiterentwicklung der Evolutionstheorie von Charles Darwin, die rein auf die Evolutionsfaktoren Mutation und Selektion setzt und lamarckistische Elemente wie die Vererbung erworbener Eigenschaften, die Darwin selbst noch zur Erklärung des Evolutionsgeschehens zu meinen glaubte, konsequent ausschließt https://www.wortbedeutung.info/Neodarwinismus/

-Lamarckismus: Die Lehre Jean-Baptiste de Lamarcks, nach der die verschiedenen Lebewesen durch den Mechanismus der Vererbung erworbener Eigenschaften infolge von Gebrauch oder Nichtgebrauch bestimmter Organe oder Organteile entstanden sein sollen

-Kreationismus: Überzeugung, dass die Menschen und die Erde beziehungsweise das Universum in einem sehr wörtlichen Sinne das Schöpfungswerk eines Gottes sind

-Symbiogenese: Das Zusammenleben und die Wechselwirkungen über Art-Grenzen hinweg sind ein wichtiges Charakteristikum des Lebens und der Lebensvorgänge. Die Wechselbeziehungen verschiedener Lebewesen werden durch Konkurrenz, Symbiose, Karpose und Antibiose beschrieben. Wenn durch Symbiose neue Arten entstehen, spricht man von Symbiogenese. Ein für die Evolution besonders wichtiges Symbiogenese-Ereignis war die Entstehung der Euraryota durch Endosymbiose aus verschiedenen Prokaryoten (Endosymbiontentheorien). Einmal zeichnet sich Leben durch Individualität und damit durch Grenzen und Grenzziehungen aus. Zum anderen sind alle diese Grenzen – angefangen von den intrazellulären Membranen – „semipermeabel“: Wechselwirkungen über diese Barrieren hinweg sind ein Charakteristikum aller Lebensvorgänge und auch aller Lebewesen. Dazu gehören auch Wechselwirkungen mit anderen Individuen und anderen Arten. Im Hinblick auf die biologische Evolution wurde dieses wichtige Prinzip bis heute nicht ins rechte Licht gerückt – möglicherweise als Folge des unglücklichen Begriffs vom „Kampf ums Dasein“ und der mit diesem Schlagwort verbundenen populärwissenschaftlichen und biologistischen Interpretationen der Evolutionstheorie. Dabei wurde die große Bedeutung des „Zusammenlebens“ schon in der zweiten Hälfte des 19. Jh. von vielen Biologen erkannt und beschrieben. A. F. W. SCHIMPER (1856–1901) äußerte bereits 1883 die Vermutung, dass Plastiden Algenendosymbionten in Zellen sein könnten. Die Theorie geriet zunächst in Vergessenheit. Erst in den letzten zwei Jahrzehnten des 20. Jh. sorgte vor allem die amerikanische Biologin LYNN MARGULIS (geb. 1938) dafür, dass so viele Beweise für diese „Endosymbiontentheorie“ zusammengetragen wurden, dass sie heute als vollständig gesichert gilt. Es ist nun unumstritten, dass eukaryotische Zellen das Produkt einer Fusion von Archäen mit verschiedenen Bakterien darstellen. MARGULIS geht in ihrer Einschätzung der Bedeutung von Symbiosen für die Evolution der Lebewesen allerdings deutlich weiter als die meisten zeitgenössischen Evolutionsbiologen. Sie zweifelt daran, dass neue Arten durch zufällige Mutationen entstehen und nimmt vielmehr an, dass die meisten evolutionären Neuerungen direkt aus Symbiosen hervorgegangen sind und immer noch hervorgehen. Sie schreibt: „Der wichtigste Ausgangspunkt für evolutionäre Neuerungen ist die Anhäufung von Symbionten; das alles wird daraufhin durch die natürliche Auslese bearbeitet. Aber niemals geschieht das nur durch die Anhäufung von Mutationen allein", und „ich nehme an, dass Menschen wie alle anderen Affen nicht das Werk Gottes sind sondern das Ergebnis einer tausenden von Jahrmillionen währenden Interaktion höchst reaktionsfreudiger Mikroben.“ Auch so wichtige Lebewesen wie Schwämme, Korallen oder herbivore Säugetiere basieren auf zwischenspezifischer Integration. Von Prokaryoten weiß man, dass diese Integration bis zur Vermischung der Genome gehen kann. Dieser horizontale Gentransfer (HGF) – Genübertragung zwischen verschiedenen Arten – dürfte jedoch auch für die Evolution der Eukaryoten eine größere Bedeutung haben als lange Zeit angenommen.

Fachartikel: Origins of species: acquired genomes and individuality by Lynn Margulis https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/030326479390039F

Deutsche Textbuch von Lynn Margulis: Der symbiontische Planet https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1060713929?ProvID=11000522&gclid=CjwKCAiA7IGcBhA8EiwAFfUDsQCyCtat 91XLnEGZELFtWuyAon6Nsyx902e23P-AGHXd6WYu8Dfs_hoCJgsQAvD_BwE

In english: Lynn Margulis: Symbiotic-Planet https://www.amazon.de/Symbiotic-Planet-New-Look-Evolution/dp/0465072720/ref=asc_df_0465072720/?tag=googshopde-21&linkCode=df0&hvadid=310938587960&hvpos=&hvnetw=g&hvrand=3822386571082578859&hvpone=&hvptwo=&hvqmt=&hvdev=c&hvdvcmdl=&hvlocint=&hvlocphy=9042841&hvtargid=pla-466923767028&psc=1&th=1&psc=1&tag=&ref=&adgrpid=59941303177&hvpone=&hvptwo=&hvadid=310938587960&hvpos=&hvnetw=g&hvrand=3822386571082578859&hvqmt=&hvdev=c&hvdvcmdl=&hvlocint=&hvlocphy=9042841&hvtargid=pla-466923767028

-Nachruf und Interview mit Lynn Margulis von 2011: https://www.laborjournal.de/blog/?p=3870



"05.12" Plants, recombinant technologies, genetic modified plants (GMO) for research, gardening and agriculture. Different ways to "improove" crops for higher yields, better taste and more resilience under worse environmental conditions. -Laboratory: Cultivation of higher plants in sterile Culture. -Practical approach, bring your selected seeds or explants from your plant of choice, breeding and cloning of plants in in vitro culture, artificial habitats, exclusion of microkontamination. CoCultivation, Endophyten, plants in merged relations to soil bacteria as Agrobacterium tumefaciens oder , Gallen, Rhizobien, Mykorhizza et. al..

"12.12" Besuch des Haussknecht Herbariums in Jena https://www.herbarium.uni-jena.de/

"19.12" -Plants, recombinant technologies, genetic modified plants (GMO) for research, gardening and agriculture. Part II -Practical works and concepts of students

Christmas

Material

1. SYMBIOGENESIS By Heather Scoville (Updated on November 24, 2019)

Symbiogenesis is a term in evolution that relates to the cooperation between species in order to increase their survival. https://www.thoughtco.com/what-is-symbiogenesis-1224708

2. ENDOSYMBIOTIC THEORY The endosymbiotic theory, which holds that eukaryotic mitochondria and plastids arose from the engulfment and integration of a bacterium by another cell, has long been a matter of controversial debate, but growing evidence over time has led to the substantiation and universal acceptance of the theory. Recent genetic and biochemical analyses have provided detailed insights into the fundamental events that happened more than a billion years ago. In 1905, Konstantin Mereschkowsky, a prominent Russian biologist, published his piece of work in “The nature and origins of chromatophores in the plant kingdom” where he proposed that the photosynthetic organelles of plants (plastids, chromatophores) originate from unicellular algae that live in a symbiotic relationship with their host cells.  Plastids are symbionts rather than cell organelles Mereschkowsky was a leading lichenologist and his theory was inspired by his work on lichens where he had shown that lichens are symbiotic organisms composed of fungi and algae. Four years later in 1909, Mereschkowsky presented his theory of symbiogenesis according to which higher, i.e. more complex cells evolve from the symbiotic relationship between less complex ones. He came up with some astonishing conclusions: "Chlorophyll bodies (i.e. plastids) can grow and divide independently of the nucleus, and produce substances synthetically; in short they do not behave like organs at all, but like independent organisms and must therefore either be regarded as such or as symbionts."

https://www.biooekonomie-bw.de/en/articles/news/symbiogenesis-of-mitochondria-and-plastids

-Lynn Margulis und der Begriff Symbiogenese: Das Zusammenleben und die Wechselwirkungen über Art-Grenzen hinweg sind ein wichtiges Charakteristikum des Lebens und der Lebensvorgänge. Die Wechselbeziehungen verschiedener Lebewesen werden durch Konkurrenz, Symbiose, Karpose und Antibiose beschrieben. Wenn durch Symbiose neue Arten entstehen, spricht man von Symbiogenese. Ein für die Evolution besonders wichtiges Symbiogenese-Ereignis war die Entstehung der Euraryota durch Endosymbiose aus verschiedenen Prokaryoten (Endosymbiontentheorien). Einmal zeichnet sich Leben durch Individualität und damit durch Grenzen und Grenzziehungen aus. Zum anderen sind alle diese Grenzen – angefangen von den intrazellulären Membranen – „semipermeabel“: Wechselwirkungen über diese Barrieren hinweg sind ein Charakteristikum aller Lebensvorgänge und auch aller Lebewesen. Dazu gehören auch Wechselwirkungen mit anderen Individuen und anderen Arten. Im Hinblick auf die biologische Evolution wurde dieses wichtige Prinzip bis heute nicht ins rechte Licht gerückt – möglicherweise als Folge des unglücklichen Begriffs vom „Kampf ums Dasein“ und der mit diesem Schlagwort verbundenen populärwissenschaftlichen und biologistischen Interpretationen der Evolutionstheorie. Dabei wurde die große Bedeutung des „Zusammenlebens“ schon in der zweiten Hälfte des 19. Jh. von vielen Biologen erkannt und beschrieben. A. F. W. SCHIMPER (1856–1901) äußerte bereits 1883 die Vermutung, dass Plastiden Algenendosymbionten in Zellen sein könnten. Die Theorie geriet zunächst in Vergessenheit. Erst in den letzten zwei Jahrzehnten des 20. Jh. sorgte vor allem die amerikanische Biologin LYNN MARGULIS (geb. 1938) dafür, dass so viele Beweise für diese „Endosymbiontentheorie“ zusammengetragen wurden, dass sie heute als vollständig gesichert gilt. Es ist nun unumstritten, dass eukaryotische Zellen das Produkt einer Fusion von Archäen mit verschiedenen Bakterien darstellen. MARGULIS geht in ihrer Einschätzung der Bedeutung von Symbiosen für die Evolution der Lebewesen allerdings deutlich weiter als die meisten zeitgenössischen Evolutionsbiologen. Sie zweifelt daran, dass neue Arten durch zufällige Mutationen entstehen und nimmt vielmehr an, dass die meisten evolutionären Neuerungen direkt aus Symbiosen hervorgegangen sind und immer noch hervorgehen. Sie schreibt: „Der wichtigste Ausgangspunkt für evolutionäre Neuerungen ist die Anhäufung von Symbionten; das alles wird daraufhin durch die natürliche Auslese bearbeitet. Aber niemals geschieht das nur durch die Anhäufung von Mutationen allein", und „ich nehme an, dass Menschen wie alle anderen Affen nicht das Werk Gottes sind sondern das Ergebnis einer tausenden von Jahrmillionen währenden Interaktion höchst reaktionsfreudiger Mikroben.“ Auch so wichtige Lebewesen wie Schwämme, Korallen oder herbivore Säugetiere basieren auf zwischenspezifischer Integration. Von Prokaryoten weiß man, dass diese Integration bis zur Vermischung der Genome gehen kann. Dieser horizontale Gentransfer (HGF) – Genübertragung zwischen verschiedenen Arten – dürfte jedoch auch für die Evolution der Eukaryoten eine größere Bedeutung haben als lange Zeit angenommen.

Fachartikel: Origins of species: acquired genomes and individuality by Lynn Margulis https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/030326479390039F

Deutsche Textbuch von Lynn Margulis: Der symbiontische Planet https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1060713929?ProvID=11000522&gclid=CjwKCAiA7IGcBhA8EiwAFfUDsQCyCtat 91XLnEGZELFtWuyAon6Nsyx902e23P-AGHXd6WYu8Dfs_hoCJgsQAvD_BwE

In english: Lynn Margulis: Symbiotic-Planet https://www.amazon.de/Symbiotic-Planet-New-Look-Evolution/dp/0465072720/ref=asc_df_0465072720/?tag=googshopde-21&linkCode=df0&hvadid=310938587960&hvpos=&hvnetw=g&hvrand=3822386571082578859&hvpone=&hvptwo=&hvqmt=&hvdev=c&hvdvcmdl=&hvlocint=&hvlocphy=9042841&hvtargid=pla-466923767028&psc=1&th=1&psc=1&tag=&ref=&adgrpid=59941303177&hvpone=&hvptwo=&hvadid=310938587960&hvpos=&hvnetw=g&hvrand=3822386571082578859&hvqmt=&hvdev=c&hvdvcmdl=&hvlocint=&hvlocphy=9042841&hvtargid=pla-466923767028

-Nachruf und Interview mit Lynn Margulis von 2011: https://www.laborjournal.de/blog/?p=3870


Studierende