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KII (KEMPELEN 2.0) ist ein stimmtopologisches Interface zur gestischen Navigation im Sprachraum. Bei der Lautbildung des Sprechvorgangs fungiert die Hand als Sprechorgan, deren Öffnungszustand, Position im Raum und diverser anderer Parameter sensorisch ermittelt wird und der Kiefer- und Zungenposition im Mundraum sowie Tonhöhe und Rhythmus zugeordnet werden. Die Phonem-Erzeugung beruht auf phonetischen Gesetzmäßigkeiten. Durch die Implementierung musikalischer Skalen und Sprech-Rhythmik entsteht eine Lautsprache, deren Sinnzusammenhang sich nicht durch den Informationstransport sondern die Abstraktion der Stimme im tonalen Sprachraum entfaltet. Markerts artikulatorisch-topologische Phonetik beschäftigt sich mit dem Sprechvorgang, bei dessen Lautbildung die Hand als Sprechorgan fungiert – und knüpft somit historisch an Wolfgang von Kempelens Motiv der Spracherzeugung für Stimmlose in abstrahierter Weise durch Lauterzeugung für Sprachlose an. Wolfgang von Kempelen stellte ab 1769 Untersuchungen mit Musikinstrumenten an, um die menschliche Stimme bzw. ihre Produktion durch Artikulationsprozesse naturgetreu nachzubilden. Seine ‚Sprechmaschine‘ basierte auf dem Konzept einer möglichst naturgetreuen Nachbildung der menschlichen Sprechorgane. | KII (KEMPELEN 2.0) ist ein stimmtopologisches Interface zur gestischen Navigation im Sprachraum. Bei der Lautbildung des Sprechvorgangs fungiert die Hand als Sprechorgan, deren Öffnungszustand, Position im Raum und diverser anderer Parameter sensorisch ermittelt wird und der Kiefer- und Zungenposition im Mundraum sowie Tonhöhe und Rhythmus zugeordnet werden. Die Phonem-Erzeugung beruht auf phonetischen Gesetzmäßigkeiten. Durch die Implementierung musikalischer Skalen und Sprech-Rhythmik entsteht eine Lautsprache, deren Sinnzusammenhang sich nicht durch den Informationstransport sondern die Abstraktion der Stimme im tonalen Sprachraum entfaltet. Markerts artikulatorisch-topologische Phonetik beschäftigt sich mit dem Sprechvorgang, bei dessen Lautbildung die Hand als Sprechorgan fungiert – und knüpft somit historisch an Wolfgang von Kempelens Motiv der Spracherzeugung für Stimmlose in abstrahierter Weise durch Lauterzeugung für Sprachlose an. Wolfgang von Kempelen stellte ab 1769 Untersuchungen mit Musikinstrumenten an, um die menschliche Stimme bzw. ihre Produktion durch Artikulationsprozesse naturgetreu nachzubilden. Seine ‚Sprechmaschine‘ basierte auf dem Konzept einer möglichst naturgetreuen Nachbildung der menschlichen Sprechorgane. | ||