Beschreibung

Seit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms hat die Wissenschaft für Kunst und Kultur neue Brisanz entwickelt: Technik bestimmt nicht mehr alleine abgegrenzte Produktions- und Lebensbereiche, nun scheint der Mensch mit all seinen Eigenschaften selbst Gegenstand technischer Determination und Reproduzierbarkeit geworden zu sein. In einer Zeit, in welcher der Mensch sich selbst entwirft, werden Moral und kulturelle Zugehörigkeiten zunehmend fragil und austauschbar.

Während die Kunst unter dem Genrebegriff Science & Art Wissenschaft bis Anfang der 90er Jahre größtenteils in ihren Darstellungs- und Untersuchungsmethoden ästhetisch untersucht und ausgewertet hat, hat mit der Bioart in den 90er Jahren durch Arbeiten von z.B. Eduardo Kac, Natalie Jereminjenko und SymbioticA eine technikkritische und inhaltlich autonome Umgangsform in die Kunst Eingang gehalten, wie sie sonst nur in den wissenschaftsparodistischen Strategien 1910/20 er Jahre aufgetaucht waren (Duchamp, Max Ernst).

Das Projekt setzt sich mit den Fragestellungen der Lifescience auseinander und stellt die Frage, wo Kunst rund 10 Jahre nach dem Auftauchen populärer Arbeiten wie Kac's GFP Bunny sich befindet und befinden sollte. Im Projekt werden künstlerische Positionen zum weltanschaulichen Impact wissenschaftlicher Methoden und Strategien vorgestellt, diskutiert und weiterentwickelt.

Die Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex soll in der Artikulierung eines eigenen Standpunktes in Form einer künstlerisch/gestalterischen Arbeit münden.

Das Thema kann mittels klassischer Methoden wie Beobachtung und Zeichnung erfolgen, genauso wie mit zeitgemässen Erfassungs- und Darstellungsmethoden wie Fieldrecording, Sensorik, Bildmanipulation, 3D Modelling oder eigenen Experimenten und Laboraufbauten. Künstlerische Arbeiten sind genauso willkommen wie angewandte Projekte zur wissenschaftlichen Dokumentation und Ausstellungsgestaltung.

„There is no Space outside the Lab“ (Joseph Dumit)

Kursdetails

Leistungsnachweis

  1. die Ausarbeitung eines Konzepts, die konkrete Umsetzung in Installationen, Displays, Objekten, digitalen Anwendungen; das Ergebnis ist am Ende des Semesters zu präsentieren und angemessen zu Dokumentieren (70%).
  2. Zu der abzuliefernden praktischen Arbeit sollte die Vorstellung und kurze schriftliche Ausarbeitung eines Werkes oder eines Themengebiets hinzukommen, das sich inhaltlich an die persönlich gewählte Projektarbeit anschliesst. Für die Auswahl wird eine Link- und Literaturliste zur Verfügung stehen (15%).
  3. Diese Ausarbeitung ist im Rahmen des Kolloquiums zu präsentieren und zu diskutieren (15%).

Begleitend zum Projekt werden Workshops angeboten...

Zielgruppe

Graduate (Master)-Studenten/innen der Medienkunst/Mediengestaltung; Studenten/innen der Architektur, Medienkultur, Medieninformatik und der Gestaltung sind ebenfalls willkommen.

Syllabus

  • 24.11.09 Leben Vom Ursprung zur Vielfalt (Lynn Margulis) - Sylvia L.
  • 01.12.09 Design and the Elastic Mind - Xiaomei W.
  • 01.12.09 Thema
  • 02.12.09 Exkursion to the Heinz Nixdorf MuseumsForum
  • 08.12.09 no class due to excursion to Graz, Sebastian saved Kyd's car from total doom
  • 15.12.09 Presentations
  • 05.01.10 ”Daniel Lee`s Arbeiten (Fotografie-Künstler) - Tao W.
  • 05.01.10 Thema - Shuo Liu
  • 12.01.10 Rimini Protokoll/NeueRaeume - Hannes
  • 12.01.10 Thema - Christoph, Artificial Habitats - Jamie F.
  • 19.01.10 Thema - G. Koumanidis, GMU:Networks for you - Kyd C.
  • 26.01.10 Veranstaltungshinweis: 3D Character Animation - Vortrag des chinesischen Gastwissenschaftlers Xue Hang [1]
  • 02.02.10 Presentations
  • 04.05.10 9.15 Uhr Final Presentation

Projektarbeiten der Teilnehmer

Green Rabbit Projekte

Literatur

Links

GMU:Bioart Linkliste

Glossar

GMU:BioGlossar