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„Theorien der Hierarchie oder der Delegation oder der Dezentralisierung, die immer noch von einer Spitze oder einem Zentrum ausgehen, (können) die heutigen Sachverhalte nicht adäquat erfassen (...)“. - Niklas Luhmann [1]


Zentrales Netzwerk

Ein zentral aufgebautes Netzwerk hat einen zentralen Server und viele Clients. Wird die Zentralstation angegriffen, fällt das komplette Netzwerk aus.

Vergleiche auch:

  • Zentralismus - Strukturprinzip zur Kennzeichnung einer gesellschaftlichen Raumordnung
  • Sonnenkönig Ludwig XIV
  • Zentralistische Struktur Frankreichs (Hauptstadt und relevantes Zentrum ist Paris)
  • Topologischer Aufbau einer Stadt mit Innenstadt-Kern
  • Artikel zum Thema Zentralismus auf Zeit.de

Dezentrales Netzwerk

Ein dezentral aufgebautes Netzwerk ist hierarchisch organisiert und hat mehrere wichtige Serverknotenpunkte, die mit den Clients kommunizieren. Manchmal findet eine Delegation an untergeordnete Teilnehmer statt. Wird einer dieser Knotenpunkte angegriffen, würde das Netzwerk beschädigt, bleibt aber möglicherweise bestehen (je nachdem welcher Knotenpunkt angegriffen wird).

Vergleiche auch:

  • Cloud Computing
  • Dezentralisierung
  • Hierarchie
  • Föderale Struktur Deutschlands (Bonn, ehemalige Hauptstadt / Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Frankfurt...)
  • Topologischer Aufbau einer Stadt mit mehreren Stadtzentren
  • Militärische Organisationsstruktur

Verteiltes Netzwerk

Ein verteilt aufgebautes Netzwerk ist basisdemokratisch organisiert und hat so gut wie keine Serverknotenpunkte mehr. Jeder Client ist gleichzeitig auch ein Server. Werden ein oder mehrere Knotenpunkte angegriffen und fallen aus, wird das gesamte Netz in keinster Weise beeinträchtigt.

In der Architektur sind Verteilte Netzwerke aus aus den gleichen Gründen sehr wichtig: sie verteilen Last, sind sehr stabil und bringen das gesamte Gefüge nicht in Gefahr, wenn ein Teil ausfällt.

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Vergleiche auch:


Das Virtuelle Netz

Wenn wir über Netzstrukturen reden, wird klar, dass das Netz in seiner Gesamtheit mehr ist als die Summe seiner Teile. Es entsteht ein virtuelles Netz (Der Medienphilosoph Vilém Flusser definiert "virtuell" als "noch nicht oder nicht mehr").

Ein interessanter Artikel von Felix Schwenzel über aktuelle Diskussion der Netzregulation ist in der Zeit erschienen. Er wirft einige äußerst spannende Aspekte auf:

  • "Eigenartigerweise lehnen sogar politisch eher links stehende Menschen, die das Internet als ihren "Lebensraum" betrachten, jede Regulierung, jeden staatlichen Eingriff, ja sogar jede Debatte um den Sinn oder Unsinn dessen aggressiv ab. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass sich die Bewohner des "achten Kontinents" neoliberale Positionen zu Eigen machen: der Markt, das Internet, regulieren sich schon selbst. Jene, die das anders sehen, werden als "Internetausdrucker", "Ahnungslose" oder "Miesmacher" beschimpft. (Oft allerdings auch zu Recht.)"
  • "Keen sprach noch ein paar weitere Probleme an, beispielsweise die oft fehlende Distanz bei der Abschätzung von Folgen oder Gefahren des Internets. Können wir gleichzeitig Teilhaber und Analysten sein, fragt er? Können diejenigen, die das Internet weiter entwickeln und mitgestalten gleichzeitig Gefahren erkennen oder durchdenken?"
  • "Metaphern, die das Internet beschreiben, (passen) nie (und blenden) stets weiteste Teile (aus). Das gleiche Problem wie mit Metaphern gibt es übrigens mit den sogenannten Internet-Kritikern. Ihre Kritik blendet meist auch weiteste Teile des Internets aus und konzentriert sich auf Einzelaspekte, persönliche Erlebnisse oder Augenzeugenberichte."

(Zitatnachweis [2])

Links

Technologie

Philosophie/Gesellschaft

Referenzen

  1. Luhmann, Niklas: Ökologische Kommunikation, ISBN 3-531-11775-0
  2. Schwenzel, Felix: Ist das Internet dumm oder sind wir es?



Diese Seite ist Teil des Werkmoduls Das Netz: Kybernetischer Raum von Michael Markert für Interface Design / Fakultät Medien an der Bauhaus-Universität Weimar.