I Sammlung

Ich interessiere mich für Bildmedien aller Art, vorwiegend jedoch Film, Videokunst und Fotografie. Um meinen persönlichen Stil zu finden, nutze ich gern die Fotografie, da sie verhältnismäßig unkompliziert ist und schnelles und spontanes Arbeiten ermöglicht. Für das Projekt brachte ich bereits eine Sammlung an Fotos mit, die meisten davon digital. Alles, was mich interessiert, sammle ich in fotografischen Bildern.

Eine kleine Auswahl:

Um schnell viel Output produzieren zu können, habe ich mich für dieses Projekt ausschließlich auf die digitale Fotografie verlegt. Zu Beginn des Semesters habe ich mich außerdem mehr mit dem Inhalt der Bilder als dem technologischen Aspekt, beschäftigt, weshalb für die ersten Sammlungen zunächst meine kleine Digitalkamera (Panasonic Lumix) genügte.

Beim Sichten der Bilder aus den letzten eineinhalb Jahren bemerkte ich, dass auch die privaten Fotos nicht vorwiegend geliebte Menschen oder etwa Stadtansichten zeigten, sondern mindestens ebenso oft Details von großen, kleinen und sehr kleinen Dingen, teils an der Schwelle zur Makrofotografie. Das musste doch etwas zu bedeuten haben.

II Ausschussware

Zu Beginn brachte ich auch noch die Serie mit dem Arbeitstitel „Hausgeister“ mit (s. Bilder), doch ich merkte schnell, dass mich nur das Bild, nicht aber die Geschichte des Gebäudes oder die Zukunft des nun leer gewordenen Platzes interessierte. Daraus schloss ich, dass offenbar die dokumentarisch-zeitkritische Arbeit nichts für mich ist.

Hausgeist 1
Hausgeist 2








Die Aufgabe war nun, den Sinn und das Ziel meines Tuns sowie meine Lieblingsmotive zu finden und sie irgendwie für zukünftige Projekte nutzbar zu machen. Für Experimente in dieser Richtung wollte ich eine Art „Studio“ bei mir zu Hause einrichten und regelmäßig gesammelte kleine Dinge ablichten. Ziel war es, bis zum Ende des Sommers damit Erfahrungen zu machen und dann echte Makroaufnahmen zu machen.

III Die Sammlung wächst

Ich begann damit, die Inhalte meiner Bilder zu reduzieren, Farben bewusster wahrzunehmen, zu selektieren. Ich schnitt aus meinen Bildern digital den mich interessierenden Bereich aus, wodurch sehr unterschiedliche Formate entstanden, die keinem Standard entsprechen und deren Wirkung sehr interessant ist. Experimente mit nicht rechteckigen Formaten fand ich allerdings nicht spannend und habe sie deswegen nicht weiter verfolgt.

Die Reduktion der Bildinhalte war sehr aufschlussreich. Es ist nicht nur wichtig für mich, Nahaufnahmen zu machen, sondern vielmehr enträumlichte Motive zu finden, den allgemeinen Kontext zu löschen und durch das Ausblenden der alten Verknüpfungen einen neuen zu schaffen, Illusionen zu erzeugen und mehr oder weniger fiktive Geschichten zu erzählen. Wo immer ich war, suchte ich ab jetzt nach solchen Situationen.

Abstraktion/Enträumlichung

Studioarbeit I

Studioarbeit II (Spiegelexperimente)

IV Aufgabe Algorithmus

Um herauszufinden, was ich mit den Bildern zu späterer Zeit anfangen könnte, gab es die Aufgabe, einen Algorithmus zu suchen bzw. zu entwickeln, um die eigene Arbeit zu strukturieren. Ich versuchte mich an einem Video, in dem ich die gesammelten Bilder mit Zufallsparametern (Größe, Zeit der Anzeige) ablaufen ließ, was sich jedoch als Sackgasse erwies, da mir das bereits zu weit von der Fotografie selbst entfernt lag. Ich habe nicht weiter versucht, die Bilder in Bewegung zu bringen, da mir die Videoschnittprogramme nicht intuitiv genug waren und zu viel Arbeit selbst übernehmen. Ich beließ es bei meiner Studio-Idee und wollte mich mehr von den fotografierten Gegenständen selbst leiten lassen.

V Aufgabe Referat

Kate Breakey zeigt ein halb dokumentarisches, halb erzählerisches Interesse an ihren Motiven. Die mit Malerei kombinierten Fotografien der toten Vögel (Bildband Small Deaths) haben mich sehr beeindruckt, sie regen die Fantasie zum Weiterspinnen an. Einen ähnlichen Effekt möchte ich auch erzielen, auch wenn ich weit näher an die Motive herangehe, um sie zu abstrahieren und zu enträumlichen.

VI Weiter geht´s

Für die abschließenden „Studio“-Arbeiten habe ich mich noch einmal um neues Material, bessere Lichtsituationen sowie eine bessere Kamera bemüht (Nikon D80), allerdings kein Makro-Objektiv auftreiben können. Hier einige der entstandenen Bilder. Die Bilder sind nach wie vor bewusst nicht am Computer nachbearbeitet, um erst einmal mein Auge und Geschick (Fototechnik) zu trainieren. Lediglich das Freistellen der interessantesten Bildausschnitte habe ich beibehalten, auch um mit Formaten weiter zu experimentieren. Da die eine Art Materialien eher positive Assoziationen geweckt hat, die andere das Gegenteil, sind sie hier in 2 Gruppen geteilt.

Lichtfall

Dunkelschein