In meiner Arbeit versuche ich anhand von manipulierten Spaziergängen, mir meine eigene Architekturwahrnehmung zu erschließen. Architektur verstehe ich hier im Sinne von gebauter Umwelt. Auf meinen Spaziergängen wird diese Umwelt erkundet, und zwar mithilfe von Gegenständen, die als Instrumente verwendet werden und damit das ahrnehmungserleben verändern. Der Modus, in dem wir gehen, also unsere eigentlichen Seh- und Gehgewohnheiten, soll hinterfragt werden. Ausgangspunkt war für mich die Wege meines Alltags und speziell mein Wohnviertel (Weimarer Westvorstadt). Während meiner Arbeit habe ich mir immer wieder vier Fragen gestellt: Wo gehe ich? Wohin gehe ich? Was sehe ich? Wie gehe ich? Ich entwarf eine Vielzahl von Spaziergängen, zu denen ich verschiedene Personen einlud. Die Erfahrungen meiner Teilnehmer erweiterten meinen eigenen Blick auf die Umgebung und sie wurden somit zu einer Art Co-Autoren meiner Arbeit. Am Ende meines Prozesses entstanden 18 Videos von unterschiedlichen Spaziergängen.
Titel: Sackkarre
Produktion: Cosmo Hartung
Zeit: 04:04 Minuten
Von einem anfänglich eher technischen und theoretischen Interesse an der Architektur und ihrer Wahrnehmung, habe ich mich im Verlauf dieser Arbeit zu einer subjektiven und praktischen Auseinandersetzung hin entwickelt. Das lag vor allem daran, dass ich lernte, dass es kein technisches oder theoriebasiertes Vokabular benötigte, um zu beschreiben, was ich ausdrücken wollte. Ich merkte außerdem zu Beginn meines Prozesses, wie ich durch das Lesen von Literatur zur Architektur auf meinen Spaziergängen voreingenommen wurde. Um nicht permanent das Gelesene mit den eigenen Erfahrungen abzugleichen, versuchte ich stattdessen möglichst unbefangen mein eigenes Verhalten beim Spazieren zu analysieren. Dabei begann ich irgendwann, Gegenstände einzusetzen, um bestimmte Aspekte meiner Wahrnehmung zu untersuchen. Besenstiel, Ballon, Holzlatte, Spanngurt, Plastiktüte, Brot, Pappe, Sackkarre u.a. Die Art der Gegenstände ist schlicht, minimal und alltäglich. Diese Eigenschaften waren bewusst gewählt, um Hürden abzubauen und eine spontane und spielerische Herangehensweise zu bewahren.
Titel: Am Stock gehen
Produktion: Cosmo Hartung
Zeit: 02:37 Minuten
Um die Spaziergänge festzuhalten, war meine Handykamera ein ständiger Begleiter. Auf der einen Seite wollte ich die Erfahrungen, die mit den entfremdeten Gegenständen gemacht werden, dokumentarisch auf Video festhalten. Da hier die Konzentration auf die eigene Wahrnehmung im Mittelpunkt stand, wollte ich die Spaziergänge so störungsfrei wie möglich gestalten. Um jedoch die Konzepte, die hinter jedem Wahrnehmungsinstrument standen, besser zu verdeutlichen und die Wirkung durch das Videoformat effektiver zu transportieren, war dies nicht immer möglich. Mit dem Ziel, die Absicht des Videos klar darzustellen, griff ich als Regisseur in die Erfahrung der Spaziergänge ein, indem ich Anleitungen gab und Richtungen vorschlug. Dadurch erhielten meine Spaziergänge einen performativen Charakter.
Produktion: Cosmo Hartung
Zeit: 00:19 Minuten
Künstlerisch-praktische Hausarbeit
im Fach: Kunst
Thema: Architekturwahrnehmung: Eine künstlerische Auseinandersetzung. Ästhetische Forschung zu verschiedenen Medien der Stadterkundung
Autor: Cosmo Hartung
Zeitraum: Februar 2026

Mit einem Spiegel rückwärts spazieren

Alternative Blickfelder mit Peripheriebrille

Wege mit Besen erkunden

Einen gemeinsamen Rhythmus finden

Neue Körperhöhe, neue Perspektiven

Ausstellung der Abschlussarbeit im Irrespace Weimar
In meiner Arbeit versuche ich anhand von manipulierten Spaziergängen, mir meine eigene Architekturwahrnehmung zu erschließen. Architektur verstehe ich hier im Sinne von gebauter Umwelt. Auf meinen Spaziergängen wird diese Umwelt erkundet, und zwar mithilfe von Gegenständen, die als Instrumente verwendet werden und damit das ahrnehmungserleben verändern. Der Modus, in dem wir gehen, also unsere eigentlichen Seh- und Gehgewohnheiten, soll hinterfragt werden. Ausgangspunkt war für mich die Wege meines Alltags und speziell mein Wohnviertel (Weimarer Westvorstadt). Während meiner Arbeit habe ich mir immer wieder vier Fragen gestellt: Wo gehe ich? Wohin gehe ich? Was sehe ich? Wie gehe ich? Ich entwarf eine Vielzahl von Spaziergängen, zu denen ich verschiedene Personen einlud. Die Erfahrungen meiner Teilnehmer erweiterten meinen eigenen Blick auf die Umgebung und sie wurden somit zu einer Art Co-Autoren meiner Arbeit. Am Ende meines Prozesses entstanden 18 Videos von unterschiedlichen Spaziergängen.
Titel: Sackkarre
Produktion: Cosmo Hartung
Zeit: 04:04 Minuten
Von einem anfänglich eher technischen und theoretischen Interesse an der Architektur und ihrer Wahrnehmung, habe ich mich im Verlauf dieser Arbeit zu einer subjektiven und praktischen Auseinandersetzung hin entwickelt. Das lag vor allem daran, dass ich lernte, dass es kein technisches oder theoriebasiertes Vokabular benötigte, um zu beschreiben, was ich ausdrücken wollte. Ich merkte außerdem zu Beginn meines Prozesses, wie ich durch das Lesen von Literatur zur Architektur auf meinen Spaziergängen voreingenommen wurde. Um nicht permanent das Gelesene mit den eigenen Erfahrungen abzugleichen, versuchte ich stattdessen möglichst unbefangen mein eigenes Verhalten beim Spazieren zu analysieren. Dabei begann ich irgendwann, Gegenstände einzusetzen, um bestimmte Aspekte meiner Wahrnehmung zu untersuchen. Besenstiel, Ballon, Holzlatte, Spanngurt, Plastiktüte, Brot, Pappe, Sackkarre u.a. Die Art der Gegenstände ist schlicht, minimal und alltäglich. Diese Eigenschaften waren bewusst gewählt, um Hürden abzubauen und eine spontane und spielerische Herangehensweise zu bewahren.
Titel: Am Stock gehen
Produktion: Cosmo Hartung
Zeit: 02:37 Minuten
Um die Spaziergänge festzuhalten, war meine Handykamera ein ständiger Begleiter. Auf der einen Seite wollte ich die Erfahrungen, die mit den entfremdeten Gegenständen gemacht werden, dokumentarisch auf Video festhalten. Da hier die Konzentration auf die eigene Wahrnehmung im Mittelpunkt stand, wollte ich die Spaziergänge so störungsfrei wie möglich gestalten. Um jedoch die Konzepte, die hinter jedem Wahrnehmungsinstrument standen, besser zu verdeutlichen und die Wirkung durch das Videoformat effektiver zu transportieren, war dies nicht immer möglich. Mit dem Ziel, die Absicht des Videos klar darzustellen, griff ich als Regisseur in die Erfahrung der Spaziergänge ein, indem ich Anleitungen gab und Richtungen vorschlug. Dadurch erhielten meine Spaziergänge einen performativen Charakter.
Produktion: Cosmo Hartung
Zeit: 00:19 Minuten
Künstlerisch-praktische Hausarbeit
im Fach: Kunst
Thema: Architekturwahrnehmung: Eine künstlerische Auseinandersetzung. Ästhetische Forschung zu verschiedenen Medien der Stadterkundung
Autor: Cosmo Hartung
Zeitraum: Februar 2026

Mit einem Spiegel rückwärts spazieren

Alternative Blickfelder mit Peripheriebrille

Wege mit Besen erkunden

Einen gemeinsamen Rhythmus finden

Neue Körperhöhe, neue Perspektiven

Ausstellung der Abschlussarbeit im Irrespace Weimar