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Profil

Immersive Medien vermitteln den Eindruck des Eintauchens in eine Geschichte oder in eine räumliche Umgebung, die sowohl real als auch fiktiv sein kann. Die digitale Ganzkuppelprojektion (engl.: Fulldome) gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung, stell aber die Mediengestalter vor neue produktionstechnische und konzeptionelle Herausforderungen. Während sich das Gros der elektronischen Bildmedien an zweidimensionalen, rechteckigen Darstellungsflächen wie Leinwand oder Monitor orientiert, etabliert sich mit immersiven, experimentellen Medien ein grundsätzlich andersartiges Format für das filmische Erzählen und das räumliche Komponieren. Eine mit Surround-Vision und Surround-Sound dreidimensional bespielte Kuppel öffnet einen Erlebnisraum, der mit herkömmlichen Seh- und Hörgewohnheiten bricht. An der Rundum-Wahrnehmung orientierte Medienproduktionen müssen neu strukturiert und organisiert werden, da sich die vom Film bekannten Erzähl- und Montagetechniken nicht ohne Weiteres auf den 360°-Raum übertragen lassen. Erweitert durch Live-Acting, Performance und Realtime-Applikationen entwickelt sich das Genre zum immersiven, auch interaktiven Fulldome-Theater.


Praxis im FulldomeLab


Seit 2007 werden Fulldome-Kurse und –Projekte an der Bauhaus-Universität Weimar angeboten, die damit zu den wenigen Hochschulen zählt, an denen die Beschäftigung mit immersiven Medien in Theorie und Praxis eine Rolle spielt. Bachelor und Master-Abschlüsse wurden und werden mit Fulldome-Arbeiten erreicht. Zudem verfügt die Bauhaus-Universität mit dem eigenen „FulldomeLab“ über eine Einrichtung, an der die ganze Bandbreite der digitalen 360°-Kuppelprojektion systematisch gelehrt, entwickelt, getestet und perfektioniert werden kann. Fulldome hat sich als eigener Studienschwerpunkt etabliert, bei dem Kenntnisse, bzw. Lerninhalte aus 3D-Animation, Sound-Design, 360-Grad-Kameraführung, Musikvisualisierung und experimentelle Mediengestaltung zusammenfließen. Dozenten und Studierende entwickeln, erforschen und produzieren multimediale und filmische Inhalte im und für den immersiven Raum und sind mit ihren Ergebnissen im internationalen Austausch präsent.


FullDome Festival


Der Erfolg der Auseinandersetzung mit immersiven Medien an der Bauhaus-Universität wird beim seit 2007 alljährlich im Zeiss-Planetarium Jena stattfindenden internationalen FullDome-Festival sichtbar. http://fulldome-festival.de. Entscheidende Impulse für dieses Festival sind von der Bauhaus-Universität ausgegangen, mehrere Beiträge von Studierenden wurden preisgekrönt und u.a auch in den USA, Australien beim englischen Festival www.fulldome.org.uk gezeigt. Für das Fernsehen adaptierte Fulldome-Filme wurden in der Unicato-Sendung des MDR gezeigt; mit ihrer eigentümlichen Ästhetik des Kreisbildes überzeugten sie auch in der Bildschirmversion.


Die Zukunft: Fulldome Theater und Interactive Gaming


Aktuelle Projekte der Immersiven Medien befassen sich mit Inszenierungskonzepten, das die Fulldome-Kuppel als Veranstaltungsraum für eine Synthese aus Digitalprojektion, Sounddesign, choreografischen und Performance-Elementen nutzt. Ein erstes Beispiel war die Uraufführung von Paul Scheerbarts „Kometentanz“ zum Fulldome Festival 2014, weiter gehören dazu die Arbeiten an der Produktion „Hotel zur Blauen Blume“. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Entwicklung von interaktiven Applikationen im Medium Fulldome. Mögliche Anwendungen reichen von Multiple User Games im Dome bis zu realistischen räumlichen Visualisierungen von architektonischen oder städtebaulichen Entwürfen, die während einer Dome-Präsentation nach Maßgabe der Planer live variiert werden können.


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