Finissage zur Ausstellung "Paul Kother – ein unbekannter Expressionist in Weimar"

Der Freundeskreis lädt alle Interessierten und Freunde herzlich zum Besuch der Ausstellung über Paul Kother ein. Die Ausstellung ist noch bis zum 22.05.2016 zu sehen.

Finissage zur Ausstellung
am Sonntag, dem 22. Mai 2016, 15 Uhr.

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Der Künstler Paul Kother (Leipzig 1878-1963 Weimar), der 35 Jahre in seiner Wahlheimat Weimar lebte, ist hier fast vergessen. Wenige Grafiken bewahrt die Klassik Stiftung Weimar, während der künstlerische Nachlass bis Anfang der 1990er Jahre unentdeckt in Weimarer Familienbesitz schlummerte. Nun kehren 15 Ölgemälde, 9 Pastelle, 6 Zeichnungen, 5 Radierung und 2 Linolschnitte überwiegend aus seiner kreativsten Schaffensperiode von 1910 bis 1925 nach Weimar zurück. Sie zeigen ihn im Spannungsfeld des expressionistischen künstlerischen Aufbruchs in Deutschland, der eng mit der Künstlergruppe Brücke in Dresden verbunden ist. Das künstlerische Talent Kothers wurde früh entdeckt und durch Max Abraham, den Inhaber des Musikverlags Edition Peters, gefördert. Bereits als Vierzehnjähriger begann er eine Ausbildung als Modezeichner an der Leipziger Gewerbeschule, bevor er 1894 sein Studium an der Leipziger Kunstakademie aufnahm. 1896 wechselte er an die Königliche Akademie der bildenden Künste Dresden und wurde dort vor allem durch Carl Bantzer geprägt. 1898 bezog er eine gemeinsame Atelierwohnung mit Otto Mueller und lernte dessen Schwester, die Künstlerin Mara Mueller, seine spätere Frau kennen. Nach seiner erneuten Übersiedlung nach Dresden 1909 nahm er engeren Kontakt zu seinen Künstlerfreunden Otto Mueller und Max Pechstein auf und orientierte sich künstlerisch neu. Ohne selbst Mitglied in expressionistischen Künstlergruppen zu werden, näherte er sich doch deren Schaffensprinzipien und bevorzugten Motiven an. Das subjektive Erleben steht im Mittelpunkt, ein freierer Umgang mit Farben und Formen. Die Motive werden oft auf das Wesentliche reduziert, Anregungen aus fremden Kulturen Ozeaniens oder Afrikas aufgenommen. Urchristliche Motive stehen neben Aktdarstellungen in scheinbar unberührter Natur als bewusster Kontrast zur modernen Großstadt, aber auch als Opposition zur Leitkultur des deutschen Kaiserreichs. Ergebnisse dieses Schaffens stellte Kother 1912 auf der Großen Dresdener Kunstausstellung sowie gemeinsam mit Cuno Amiet und Max Beckmann in der Galerie Arnold vor, bevor er 1914 nach Berlin übersiedelte. Während des Ersten Weltkriegs war er als Kriegsmaler und als Soldat im Einsatz. In diese schwierige Zeit fällt auch seine wohl wichtigste Ausstellung gemeinsam mit Lyonel Feininger und dem befreundeten Conrad Felixmüller in der STURM-Galerie Herwarth Waldens in Berlin im Juni 1916 (42. Ausstellung). Insgesamt zeigte er 20 Werke, davon 9 Gemälde und 11 Grafiken. Interessante Parallelen finden sich bei den Titeln der Bilder Kothers und Feiningers. So zeigte Feininger seine Gemälde „Gelmeroda IV“, 1915 und „Brücke II“ 1916, während Kother seine Landschaften I bis IV nummerierte. Christliche Motive, wie „Madonna“, „Huldigung“ oder „Anbeter“, finden sich bei Felixmüller und Kother. Die Großstadt wird in Bildern wie „Bahntunnel“ oder „Soldat und Stadt“ thematisiert, Exotisches mit „Marokkoneger“ und „Toter Bajazzo“. Aber es gibt bei Paul Kother auch Darstellungen von kleinen Kirchen, Dorflandschaften und Stadtansichten, die Architekturen auf das Wesentliche reduzieren, vergleichbar den Bildern Feiningers, aber erdverbundener und in sich ruhend. Mit der „Zigeunermutter mit Kind“ greift er ein Bildmotiv auf, das auch sein Schwager Otto Müller über ein Jahrzehnt begleiten sollte: Zigeuner-Darstellungen als Ausdruck des Exotischen und Ursprünglichen. Zu Höhepunkten im künstlerischen Leben Kothers werden die Ausstellungsbeteiligung an der Berliner Sezession 1920 mit dem Ankauf des Gemäldes „Raucherin“ durch den Direktor der AEG Walther Rathenau - und 1922 ermordeten deutschen Außenminister - sowie die erste Einzelausstellung in der Galerie Ferdinand Möller 1921. Durch Max Liebermann wird ihm 1922 der Ehrenpreis der Preußischen Akademie der Künste verliehen.

Eröffnung "Materialkosmos - einzigartige Einblicke in die Welt der Materialien"

Der Freundeskreis lädt zur dritten Ausstellung 2016 im Haus Am Horn ein. Wir präsentieren zusammen mit der MFPA Weimar eine neue Ausstellung, die den den Besucher optisch und haptisch in die spannende Arbeitswelt der MFPA Weimar einführt. Der Freundeskreis freut sich über diese Zusammenarbeit und möchte damit die Ingenieurwissenschaften an der Bauhaus-Universität Weimar und deren Institute ins Licht einer breiteren Öffentlichkeit rücken. 

Die Eröffnung findet am 27.05.2016, 17 Uhr statt. Die Arbeiten sind bis zum 07.08.2016 zu sehen.

Zur Eröffnung und zur Museumsnacht wird es auch eine fachkundige Führung durch die Ausstellung geben. 

Film zum Videomapping auf den Wänden des Haus Am Horn

Zum Semesterprojekt "Videomapping Experiments" der Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Architektur und Urbanistik, hat die MediaArchitecture Studentin Ana Nitzsche hat eine Video Dokumentation zum Projekt "Video Mapping Experiments" am Haus am Horn angefertigt.

LINK zum VIDEO

Termine 2016

12.03.2016 bis 22.05.2016 / Paul Kother. Ein unbekannter Expressionist in Weimar / Ausstellungseröffnung am Freitag, den 11.03.2016, 17 Uhr 

28.05.2016 bis 12.08.2016 / Materialkosmos - einzigartige Einblicke in die Welt der Materialien / Kooperation mit der MFPA Weimar / Ausstellungseröffnung Fr., 27.05.2016, 17 Uhr

11.06.2016, ab 18 Uhr, Führungen während der Museumsnacht

13.08.2016 bis 30.10.2016 / Vom Bauhaus inspiriert. Der Bildhauer Johannes Ilmari Auerbach / Ausstellungseröffnung Fr., 12.08.2016, 17 Uhr 

19.08.2016 bis 30.10.2016 / Bewegte Form – Konstellationen. Karl Heinz Bastian – Malerei, Michael Ernst – Metallplastik. / im Außenraum / Ausstellungseröffnung Fr., 19.08.2016, 17 Uhr 

11.09.2016, Führung zum Tag des offenen Denkmals durch Michael Siebenbrodt

01.10.2016, 11 Uhr, Führung zur Bauhaus-Trienale durch Michael Siebenbrodt

ab 01.11.2016 Schließzeit

Ausstellung verpasst?

Zu fast jeder Ausstellung gibt es einen kleinen Katalog, der die dort gezeigten Arbeiten dokumentiert. Die Kataloge können direkt bei uns bezogen werden.