Lesung im Haus Am Horn

Der Freundeskreis lädt am 29.10.2016, 17 Uhr, Haus Am Horn zu einer Lesung:

Helga Hofer liest aus „AN MARYSIA – EINE FAMILIENGESCHICHTE IN BRIEFEN“

Weimar 1931: Hans Joachim Breustedt, Bauhausschüler und Absolvent der Hochschule für bildende Kunst in Weimar, bildet mit seiner polnisch-jüdischen Frau Sofia und Tochter Marysia ein eingespieltes Team. Ein Leben als freischaffender Künstler schwebt ihm vor. Doch die Nationalsozialisten machen alles zunichte. Marysia muss ihre Eltern frühzeitig verlassen. Sofia fällt 1942 dem Holocaust zum Opfer. Hans Joachim muss in den Russlandfeldzug ziehen. 265 Briefe, geschrieben von Hans Joachim und Sofia Breustedt an ihr einziges Kind, geben beredtes Zeugnis von den Banalitäten des Alltags, denen Menschen während der NS-Zeit ausgesetzt sind. Mehr aber noch vom täglichen Existenzkampf und den seelischen Qualen zerrissener Familien.

Helga Hofer, Malerin und Autorin, hat die Briefe „An Marysia“ editiert. Sie sind im Müry-Salzmann-Verlag erschienen.

Großzügige Förderung durch den Freundeskreis

2016 - Förderung der Publikation »Kino-Enthusiasmus. Die Schenkung Heimo Bachstein«
2016 - Förderung der Publikation »Kino-Enthusiasmus. Die Schenkung Heimo Bachstein«

Ausstellung "Bewegte Form – Konstellationen" Karl Heinz Bastian – Malerei und Plastik, Michael Ernst – Metallplastik im Garten des Haus Am Horn

Am 26.08.2016 um 17.00 Uhr wird die Ausstellung "Bewegte Form – Konstellationen. Karl Heinz Bastian – Malerei, Michael Ernst – Metallplastik." eröffnet. Die Ausstellung präsentiert Kunstwerke im Garten des Haus Am Horn. 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch zur Eröffnung oder zu einem späteren Zeitpunkt.

„…Das dualistische Weltbild ist im Verblassen …“ schrieb Walther Gropius 1923.

Die Bauhausmeister hatten mit ihren Bildern und Skulpturen diesen Gedanken schon in sichtbare Formen umgesetzt. Die strikte Trennung von Subjekt und Objekt, von Geist und Natur verlor seine Bedeutung. Über die sichtbare gegenständliche Welt hinaus wurde Natur im 20. Jahrhundert um Mikro- und Makrokosmos mit seinen unvorstellbaren kosmischen Dimensionen, und um das Systembild des Lebens beträchtlich erweitert. Wir stehen nicht mehr vor der Natur, sondern sind Teil (Teilhabende) im Wechselspiel mit (in) der Natur. Mit gegenständlichen Bildern war diesem Wandel nicht mehr beizukommen, es werden nicht mehr Dinge dargestellt, sondern Beziehungen. Bedient sich ein Künstler der statischen Malfläche, dann tut sich ein Widerspruch auf, es kann nur ein Haltepunkt in einem Beziehungsgefüge, übersetzt in autonome, konkreter Formen - eine momentane Konstellation – zur Darstellung gelangen. In den Arbeiten von Karl Heinz Bastian wird das mit Silikatfarben auf Zementfaserplatte und Vlies umgesetzt. Ergänzt werden diese Arbeiten durch die 2003 entstandene Plastik „ Dem Geist des Ortes in Verehrung“ und eine weitere Plastik zur Thematik „Polarität“. 

Karl Heinz Bastian geb. 1938, nach Tischlerlehre und Meisterprüfung Arbeit als Restaurator in der Denkmalpflege, als Maler und ab 1996 auch als Plastiker, lebt und arbeitet in Weimar.

Michael Ernst, geboren 1973 in Stolberg/Harz, in Bechstedtstraß/Weimarer Land lebend und arbeitend, erlernte zunächst in der väterlichen Werkstatt das Kunstschmiedehandwerk, ehe ihn Studienreisen und Arbeitsaufenthalte bei Metallbildhauern in Frankreich, Portugal, Großbritannien und Schottland den Weg zur Kunst und von der einfachen Metallplastik zur kinetischen Stahlskulptur finden ließen. Durch Klingen- und Kardangelenke, auch Kugellager aneinandergefügt und fixiert, gehen in seinen Kunstwerken verschiedene Bewegungsebenen ein faszinierendes Zusammenspiel ein. „ [...] Michael Ernsts Kunst ist stets im direkten Austausch mit der Umwelt, sei (der Bewegungsimpuls) durch Menschen erzeugt oder auch durch natürliche Einflüsse wie den Wind. Auch unsichtbare, jedoch höchst wirkungsvolle Kräfte wie die Erdanziehung, die Fliehkraft oder die Trägheit der Masse sind wichtige und handelnde Größen. Sie werden durch die Objekte wahrnehmbar. [...] “, so der Architekt Dr. Christian J. Grothaus. 

Konstellation mit dem Dreiecktrio Schwarz-Weiß-Gelb, 2016, Bastian
WINDSCHERE III, 2015, Ernst

Hinweis auf den Workshop "Hannes Meyer: Nach dem Bauhaus, im Streit der Deutungen."

25. Oktober 2016, 10 bis 20 Uhr

Hauptgebäude der Bauhaus-Universität, Geschwister Scholl-Straße 9, 99423 Weimar, Oberlichtsaal

Hannes Meyer (1889 – 1954) war als gesellschaftlich engagierter Architekt und Sozialist einer der führenden Vertreter des Neuen Bauens, Autor der Avantgardezeitschrift ABC, 1928 Gründungmitglied der Internationalen Kongresse für Neues Bauen CIAM, zweiter Bauhausdirektor 1928 – 1930. Er hinterfragte die Formalismen der klassischen Avantgarde und war zeitlebens auf der Suche nach innovativen Formen einer am sozialen Gebrauch orientierte Architektur. Der von ihm am Bauhaus entwickelte Funktionalismus-Begriff holte ihn immer wieder ein, obgleich er sich von diesem schon bald löste.

Sein Leben war gezeichnet von der politische Geschichte des 20. Jahrhunderts: von der Genossenschafts- und der Arbeiterbewegung, von Sozialismus und Kommunismus, vom Internationalismus und der Wendung zur „nationalen Tradition“, von Stalinismus und Kaltem Krieg. Eine tragische Figur zwischen den Fronten, die spätestens ab 1938 im Westen als Kommunist und im Osten als Modernist diffamiert, verschwiegen und dann weitgehend vergessen wurde. Seit den 1960er Jahren wurde er in Ost und West als profilierte Figur einer architecture engagée wiederentdeckt.

Der Workshop in Weimar soll neuere Forschungen zu Hannes Meyer nach dem Bauhaus präsentieren und seinen Weg durch die Rezeptionsgeschichte verfolgen. Koordination: Thomas Flierl 

FLYER

Ausstellung "Vom Bauhaus inspiriert. Der Bildhauer Johannes Ilmari Auerbach" im Haus Am Horn

Am 12.08.2016 wurde die Ausstellung "Vom Bauhaus inspiriert. Der Bildhauer Johannes Ilmari Auerbach"eröffnet. 

Mit Johannes Ilmari Auerbach (Breslau 1899-1950 Oxford) wird ein fast vergessener Bildhauer wiederentdeckt, der durch künstlerische Impulse in seiner Heimatstadt Jena und seiner Familie seit früher Kindheit geprägt wurde. Nach einer kurzen Studienzeit am Staatlichen Bauhaus in Weimar 1919, für das er einen Entwurf zum ersten Bauhaus-Signet schuf, erhielt er 1921 den Auftrag für das Grabdenkmal von Karl Ernst Osthaus in Meran. Von 1925 bis 1932 arbeitete er als Bildhauer in Paris im selbst erbauten Atelier in Nachbarschaft zu Aristide Maillol. Ende 1932 kehrte Auerbach nach Deutschland zurück und fand in Hamburg als KPD-Mitglied Kontakt zu politischen Gegnern des Nationalsozialismus. 1933-35 wurde er mehrfach inhaftiert, zuletzt im KZ Hamburg –Fuhlsbüttel, aus dem sich berührende Zeichnungen erhalten haben. Über Capri, Malta und Zypern gelang ihm die mehrjährige Flucht nach England, wo er sich John J. Allenby nennt.

Die Ausstellung umfasst mehr als 120 Exponate (Plastiken, Handzeichnungen, Druckgrafiken, Bücher, Originalfotografien, Dokumente). Zahlreiche Werke werden erstmals öffentlich gezeigt. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog.

Die Ausstellung endet am 30.10.2016

Foto: Siebenbrodt

Film zum Videomapping auf den Wänden des Haus Am Horn

Zum Semesterprojekt "Videomapping Experiments" der Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Architektur und Urbanistik, hat die MediaArchitecture Studentin Ana Nitzsche hat eine Video Dokumentation zum Projekt "Video Mapping Experiments" am Haus am Horn angefertigt.

LINK zum VIDEO

Termine 2016

13.08.2016 bis 30.10.2016 / Vom Bauhaus inspiriert. Der Bildhauer Johannes Ilmari Auerbach / Ausstellungseröffnung Fr., 12.08.2016, 17 Uhr 

19.08.2016 bis 30.10.2016 / Bewegte Form – Konstellationen. Karl Heinz Bastian – Malerei, Michael Ernst – Metallplastik. / im Außenraum / Ausstellungseröffnung Fr., 19.08.2016, 17 Uhr 

11.09.2016, Führung zum Tag des offenen Denkmals durch Michael Siebenbrodt

01.10.2016, 11 Uhr, Führung zur Bauhaus-Trienale durch Michael Siebenbrodt

ab 01.11.2016 Schließzeit

Ausstellung verpasst?

Zu fast jeder Ausstellung gibt es einen kleinen Katalog, der die dort gezeigten Arbeiten dokumentiert. Die Kataloge können direkt bei uns bezogen werden.