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6. Juli 2012 | roling.stage.SOLAR

Eine leichte Bühne für die summaery 2012

(go, cg) Wie lassen sich leichte und mobile Bühnen konstruieren, die zugleich hohen Ansprüchen an Architektur, Ästhetik und Nachhaltigkeit genügen? Dieser Frage stellen sich Studierende aus einem fakultätsübergreifenden Projekt unter der Leitung von Prof. Dipl.-Ing. Rainer Gumpp und Prof. Dr.-Ing. Jürgen Ruth im interdisziplinären Studiengang archineering. Ihr Ziel: diese Bühne zur summaery als zentralen Veranstaltungsort zu realisieren. 

 

Die Vorbereitungen für den Einsatz der Folie in den Holzrahmen:
Was leicht aussieht, muss fest sitzen!
Der spannende Moment: Aufblastest der Folienkissen.
Die Solarzellen werden angebracht.
Scheinbar schwebend am Tag...
… zusätzlich leuchtend bei Nacht!

Projektziel

Alle Jahre wieder wird zur summaery eine Bühne vor dem Hauptgebäude der Universität errichtet. Neu in diesem Jahr ist, dass die Bühne nicht angemietet wird, sondern aus der Universität heraus von Studierenden der Fakultäten Architektur und Bauingenieurwesen gemeinsam entwickelt und gebaut wird. »Unser Projekt ist eine gute Vorbereitung für den späteren Beruf. Alle Phasen des Projekts, von Entwurf, konstruktiver Durcharbeitung, Angebotseinholung, bis hin zur Realisierung, führen die 13 Studierenden in Eigenregie durch. Auch der Umgang mit dem Zeitdruck ist eine ganz wichtige Erfahrung.«, erläutert Professor Gumpp. 

Der Startschuss/ Wie alles begann

Ausgangspunkt war zu Semesterbeginn die lehrstuhlinterne Wettbewerbsauslobung. Nach einer vierwöchigen Entwurfsphase wurde Mitte Mai der Entwurf von Felix Kubetzek, Masterstudent Architektur im vierten  Semester, mit dem ersten Preis gekürt: für seine pneumatisch gestützte, fast schwebende Dachkonstruktion aus dreieckigen Holzrahmen mit eingehängten, luftgefüllten Folienkissen. »Die Vorgabe, eine möglichst leichte Konstruktion zu schaffen, hat mich zu den Luftkissen geführt«, beschreibt der Preisträger Kubetzek seinen Ansatz. »Sie wiegen fast nichts und sind in der Lage, eine große Fläche zu überspannen. Aus konstruktiven Überlegungen heraus habe ich mich dann für die Dreiecke entschieden, weil sie die stabilste Form sind.«

Die Exkursion zu einem Hersteller für pneumatische Kissenkonstruktionen ergab grünes Licht für die technische Umsetzung – und auch eine Zusage über Sachleistungen. 

Holz.Stahl.Folie - Die Details / Materialien

Drei Teams gingen anschließend an die Realisierung. Hier profitierten alle von den unterschiedlichen Vorkenntnissen der Beteiligten. So bereicherte u.a. ein ausgebildeter Tischler mit seinen Spezialkenntnissen und -erfahrungen den interdisziplinären Entwurfs- und Gestaltungsprozess. Dabei bewegte sich das Team in einem Spannungsfeld zwischen dem ästhetischen Anspruch der Architekten auf der einen und den statischen Berechnungen der Bauingenieure auf der anderen Seite – besonders als es um die Frage der Krümmung der filigranen Dachkonstruktion ging. Denn was nützt die schönste Bühne, wenn sie den Wind- und anderen Lasten nicht standhält?

Alle Details wurden 1:1 geplant. »Es ist ein gravierender Unterschied, ob ich Details 1:1 plane, oder mit Modellen in kleinerem Maßstab arbeite«, erläutert Prof. Gumpp die Herangehensweise bei der Ausführungsplanung. Die Holzarbeiten für den Dachrahmen leisteten die Studierenden in den universitätseigenen Werkstätten. Die Stahlarbeiten für die 3 Meter langen Stahlstützen wurden auf der Grundlage von Detailzeichnungen außer Haus gegeben, da die zur Realisierung der Details notwendige Spezialtechnik mit Wasserstrahl oder Laser zu schneiden, vor Ort nicht verfügbar ist. Die Vorbereitungen für den Einsatz der Luftkissen (Zuschnitt, Hochfrequenzverschweißung) führten drei Studierende in den Werkstätten der Firma CenoTec in Greven/NRW durch, zu der durch eine ehemalige Studentin des Studienganges archineering der Architekturfakultät gute Kontakte bestehen. 

Die solare Herausforderung

Von Anfang an sollte das Projekt auch energie- und ressourcensparend sein. Nicht nur technisch interessant ist in diesem Zusammenhang die Verbindung  von Luftkissen mit speziellen Photovoltaikelementen, den Solarpixeln, die mittels LED-Technik zur Beleuchtung der Luftkissen und somit der Bühne dienen. Die bei Langzeitbetrieb ggf. erforderliche Nachregulierung des Pneu-Innendrucks könnte damit ebenfalls energieneutral betrieben werden. Dabei hat sich gezeigt, dass im Hinblick auf die Entwicklung von Solarmembranen noch hoher Forschungsbedarf besteht. 

Brückenschläge

Das Projekt schlägt viele Brücken, sowohl innerhalb der Universität – zwischen Architekten und Bauingenieuren – als auch extern: zwischen Universität und der Wirtschaft dank der intensiven Zusammenarbeit mit den Sachsponsoren, aber auch zwischen Universität und Alumni. Und vielleicht schlägt die rolling.stage.SOLAR auch eine Brücke in die Zukunft: da sie mobil und flexibel, in ihre Grundelemente zerlegbar, wiederaufbaubar und beliebig erweiterbar ist, wäre es denkbar und wünschenswert, dass wir die Bühne zur summaery 2013 wiedersehen. 

Das Ergebnis des Projektes, eine mobile Bühne vor dem Hauptgebäude der Bauhaus-Universität, ist bei der diesjährigen summaery ein zentraler Anlaufpunkt. Hier findet am 12. Juli, 16 Uhr die offizielle Eröffnung der summaery statt.

Ein besonderer Dank geht an die Unterstützer des Projektes: CenoTech GmbH/Greven, RSB Rudolstädter Systembau GmbH, Betonwerk Streichardt.VG

sowie

Betreuer des Projektes: Prof. Dipl.-Ing. Rainer Gumpp, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Ruth, wiss. Mitarbeiter Marcel Ebert, wiss. Mitarbeiter Stephan Schütz, wiss. Mitarbeiter Christian Heidenreich

Teilnehmer des Projektes: Christopher Albrecht, Martin Allert, Andreas Arnold, Claus Bäumel, Thitit Chausomboon, Gerald Eichhoff, Elena Fattakhova, Raimands Galuza, Felix Kubetzek, Frederike Lausch, Martin Tänzer, Benjamin Van der Poel,  Teodoru Vlad Dumitru

Fotos: Stephan Schütz, Felix Kubetzek, Thomas Müller

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