Wie wird Musik zu „immateriellem Kulturerbe“ und wer entscheidet darüber? Ausgehend von einführender Literatur zum Konzept des Intangible Cultural Heritage nimmt das Seminar die Rolle von Musik in unterschiedlichen kulturellen Kontexten in den Blick und fragt nach den Mechanismen der UNESCO-Konvention von 2003 und ihren Zertifizierungsprozessen. An ausgewählten Beispielen, etwa aus China, Brasilien und Deutschland, werden zentrale Charakteristika und die politischen Aushandlungsprozesse der UNESCO-Arbeit im Bereich des immateriellen Kulturerbes herausgearbeitet. Methodisch verbindet das Seminar die Lektüre wissenschaftlicher Texte mit Ansätzen der digitalen Ethnographie. Die Teilnehmenden erarbeiten eigene Fallstudien, präsentieren diese im Seminar und setzen konkrete Anwendungspraktiken in Beziehung zu aktuellen Forschungsprojekten am UNESCO-Lehrstuhl. Dabei fließen unmittelbare Erfahrungen aus der praktischen Arbeit in der UNESCO-Kommission direkt in die Lehre ein. |