| Beschreibung |
"Medien des Luxus" sind nicht nur Werbeplakate, Zeitschriften oder Anzeigen, mit denen die Luxusartikel beworben werden, sondern auch die Gegenstände und Luxusartikel selbst. Als eines der ersten "Medien des Luxus’“ gilt das „Journal des Luxus' und der Moden“ von Friedrich Justus Bertuch, das zwischen 1786 und 1827 in Weimar erschien. Es ist wie seine Herausgeber beschreiben, eine „Chronick […] des Wohllebens und der angenehmen Sinnlichkeiten mit allen ihren Modificationen.“ Insbesondere hier geht es das erste Mal auch darum, wie man die neuen Mode- und Luxusartikel richtig platziert und inszeniert. Das Journal ist somit ein Beleg für die Inszenierungstechniken von Luxuswaren, aber auch und insbesondere für den Wandel und die Entstehung einer Konsumkultur. Vor allem in unserem (heutigen) kapitalistischen System, in dem künstlich Knappheit (oder Überfluss) produziert wird, gilt es, in die (Medien)Geschichte des Luxus zurückzuschauen und sich dabei anhand eines historischen Mediums, nämlich des „Journals des Luxus und der Moden“ mit den verschiedenen Medien des Luxus', angefangen vom Journal selbst, über Kleidermode, Mobiliar bis hin zu Kunst auseinanderzusetzen und dabei auch die Veränderung des Luxusbegriffs zu untersuchen, denn Luxus wird schnell zur moralischen Kategorie: Während die einen Luxus mit Wollust, Verschwendung, einem Überhang an Waren assoziieren, verstehen andere (wie Kant) den Luxus als Voraussetzung für die Entstehung von Kunst und Wissenschaft.
Das Seminar ist Teil des Projektmoduls "„Waren – Werbung – Weimar. Konsumkultur um 1800“, das als Kooperationsprojekt mit der Klassik Stiftung Weimar, der Martin-Luther-Universität Halle und der Friedrich-Schiller-Schiller-Universität Jena angelegt ist. Innerhalb des Seminars wird es Ausflüge in die Klassik Stiftung geben, wo wir in den originalen Journalen des Luxus und der Moden stöbern werden. |