48-68% aller Einfamilienhaus-Bewohner*innen leben allein oder zu zweit in ihrem Haus (vhw 2025, Zensus 2022, Barahona 2024, Kenkmann et al. 2023), konservativ geschätzt wären das rund 12,5 Millionen Menschen in Deutschland. Der Großteil von ihnen, ca. 80%, sind über 50 Jahre alt (vhw 2025) und leben mit großer Wahrscheinlichkeit als sogenannte Empty Nester in ihren Häusern, also als Eltern nach Auszug der erwachsenen Kinder. Vor diesem Hintergrund befassen wir uns mit einem Vorort einer Thüringer Mittelstadt, in dem sich eine typische Entwicklung zeigt: junge Erwachsene verlassen nicht nur ihr Elternhaus, sondern auch den Wohnort, während die Eltern im Eigenheim bleiben. In der Folge ist die Einwohner*innenzahl rückläufig bei gleichzeitig steigendem Altersdurchschnitt. Die mit dieser Entwicklung einhergehenden Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven alternder suburbaner Wohngebiete stehen in diesem Planungsprojekt des 1. Fachsemesters im Mittelpunkt. Wie hängen bauliche Strukturen und Eigentumsstrukturen zusammen mit der Entwicklung der Bevölkerung? Wie wohnt es sich im Alter im Vorort? Was macht die Altersstruktur mit dem Ortsteil? Wie können Bedürfnisse an die Wohnumgebung für alle Altersgruppen unter einen Hut gebracht werden? Und was heißt das alles in Bezug auf die Gleichzeitigkeit eines Mangels an bezahlbarem Wohnraum in wachsenden Regionen einerseits und dem Wohnen auf großer Fläche in unserem Untersuchungsgebiet andererseits? Mithilfe einer umfassenden Bestandsaufnahme vor Ort wollen wir Potenziale und Herausforderungen, die Bedeutung des Ortsteils für die Stadt und die Bewohner*innen, Perspektiven und Bedürfnisse herausarbeiten und darauf aufbauend Handlungsfelder identifizieren und -ansätze ableiten. |