Krisendiagnosen durchziehen gegenwärtige Theoriedebatten und Zeitdiagnosen: Klimakrise, Demokratiekrise, Care-Krise – die Liste ließe sich verlängern. Als Antwort auf diese Krisen werden Utopien formuliert: Visionen einer Postwachstumsgesellschaft oder einer Sorgenden Stadt entwerfen Bilder möglicher Zukünfte. Doch wie kommen wir dorthin? Ansätze, die den Weg der Transformation beschreiben – also die gesellschaftlichen Prozesse, Akteure und Dynamiken des Wandels –, sind bislang weniger ausgearbeitet als die Diagnosen und Visionen selbst. Dabei ist eine Selbstverständigung über die Grundlagen sozialen Wandels eine wichtige Voraussetzung für strategisches Handeln. Im Seminar widmen wir uns deshalb verschiedenen Transformationstheorien. Wir lesen klassische Texte – etwa Polanyis Great Transformation oder Gibson-Grahams Postcapitalist Politics – ebenso wie neuere Beiträge aus aktuellen Debatten – etwa Postfiguring degrowth von Lucía Muñoz-Sueiro oder Feministische Strategie und Revolution von Eva von Redecker. Im Mittelpunkt steht die intensive Lektüre und Diskussion theoretischer Texte. Das Seminar richtet sich an Studierende, die Freude an der Arbeit mit komplexen Texten mitbringen und bereit sind, diese gründlich vorzubereiten. |