| Beschreibung |
Wie entsteht Sinn im Film? Nicht nur durch Handlung, Figuren, Motive oder symbolische Strukturen, sondern auch durch Licht, Farbe, Rhythmus, Stimme, Geräusch, Bewegung, Dauer, Blickachsen, Gesten und atmosphärische Verdichtungen. Filmischer Sinn ist nie nur Bedeutung, sondern immer auch sinnliche Erfahrung: Er bildet sich in Wahrnehmungsprozessen, affektiven Reaktionen und verkörperten Relationen zwischen Bild, Ton und Zuschauer*innen. Wie relationiert der Film die unterschiedlichen Dimensionen seiner Sinnlichkeit? Wie werden Filme nicht nur audiovisuell, sondern synästhetisch, d.h. innerhalb des gesamten leiblichen Sensoriums wahrgenommen? Welche Sinnangebote entstehen dabei, ohne bereits in eindeutige Bedeutungen überzugehen? Welche affektiven Spannungen, Stimmungen oder Irritationen werden erzeugt? Wie adressiert der Film die Zuschauer*innen körperlich, bevor er etwas „aussagt”? Und wie verschränken sich Wahrnehmung, Bedeutung und Affekt in der konkreten filmischen Zeit? Aus medienästhetischer Perspektive interessiert das Seminar Film als ein sinnlich operierendes Medium, das Bedeutung nicht einfach transportiert, sondern durch seine Formen, Rhythmen und materiellen Erscheinungsweisen hervorbringt. Aus affektivitäts- und verkörperungstheoretischer Perspektive fragen wir danach, wie Filme Zuschauer*innen situieren, ansprechen, berühren, irritieren oder in bestimmte Wahrnehmungs- und Empfindungsordnungen einbeziehen. Das Seminar versteht sich daher als kollektive Schreib-, Wahrnehmungs- und Denkübung. Es geht nicht darum, eine fertige Interpretation des Films vorab zu entwickeln, sondern darum, Sinn und Sinnlichkeit in ihrer Entstehung zu verfolgen. |
| Voraussetzungen |
Regelmäßige Teilnahme, Beteiligung an der Diskussion und Vorbereitung der Texte und Materialien der LV. Übernahme von schriftlichen Studien/Filmreflexionen, Hausarbeit. Das Seminar findet zweiwöchentlich als 1 Plenumssitzung (13:30-16:45) des Projektmoduls FX statt |