Angesichts militärischer Bedrohungen untersucht das Seminar den Bedarf, die Beschaffenheit und die Zugänge zu urbanen Schutzräumen aus intersektional-feministischer Perspektive im Kontext ziviler Krisenvorsorge. Angriffe auf die Kritische Infrastruktur, neue Formen militärischer Technologien und eine diverse Stadtbevölkerung sind Beispiele (neu) gewachsener Bedarfe. Welche Dimensionen von Schutzbedürftigkeit spielen situativ in Krisen zusammen? Welche (technologischen, architektonischen und sozialen) Bedarfe folgern sich? Wie kann ein Raum für wen als Schutzraum funktionieren? Das Seminar soll kein Beitrag zur Militarisierung sein, es prüft einhergehende Narrative. Interdisziplinarität | Die Bearbeitung der Krisenszenarien fordert das Bewusstsein für andere Fachrichtungen und macht die eigene zugänglich. Es gilt, die eigenen Kompetenzen zu übersetzen und mit denen anderer zu kombinieren. Aus unterschiedlichen Perspektiven kann eine intersektional-feministische Aktualisierung gelingen: Wie verhalten sich soziale Praktiken in einem Gefüge zwischen Zugang und Schutzraum? Wie muss die Raumerfahrung sein? Was muss die Bausubstanz und der Aufbau dazu leisten? Wie sieht ein moderner Schutzraum aus, wie klingt er und fühlt sich an? Lernergebnisse und Kompetenzerwerb | Die Studierenden erlangen die Fähigkeit, räumliche und soziale Schutzbedarfe zu erkennen, Zugangs- und Verteilungsfragen zu überprüfen, Typologien und Umnutzungsszenarien zu entwickeln sowie daraus nachvollziehbare konzeptionelle Vorschläge abzuleiten und diese mit bestehenden Schutzräumen abzugleichen. Sie untersuchen entweder spezifische Orte oder erarbeiten übergeordnete dimensionale Typologien und (Umnutzungs-)Konzepte. Verbunden mit der kritischen Reflexion von Datengrundlagen, Reichweiten, Grenzen und der Reduktion von Biases kann KI als ergänzende Übersetzungs- und Visualisierungskompetenz verwendet werden. Didaktisches Konzept | Das Seminar setzt auf Austausch und Diskussion entlang von (20-minütigem) Input durch externe Referent*innen, Literatur und individuellen Assoziationen der Teilnehmenden. In sieben inhaltlichen Sitzungen widmet sich das Seminar unterschiedlichen Aspekten von Schutzräumen, in deren Anschluss die Teilnehmenden selbst individuelle Schwerpunkte setzen. Die weiteren Sitzungen sind dafür vorgesehen, diese in gemeinsamen Werkstätten zu erarbeiten. |