| Beschreibung |
Wie können Bewegung, Haltung oder andere körperliche Signale zum Ausgangspunkt für interaktive Produkte werden? Im Projekt When the Body Speaks entwickeln wir körpernahe elektronische Produkte, die Gestaltung, Elektronik und Software miteinander verbinden. Im Zentrum steht die Theorie des Embodiment: Der Körper ist nicht nur Träger eines Produkts, sondern aktiver Teil der Interaktion. Bewegungen, Kräfte, Abstände oder körperliche Zustände können erfasst, interpretiert und in Reaktionen übersetzt werden. Dabei verstehen wir Daten als Gestaltungsmaterial. Welche Signale werden gemessen? Wie werden Sensorwerte interpretiert? Wann wird aus einer Bewegung ein Steuerbefehl – und welche Reaktion soll daraus entstehen? Ziel ist die Entwicklung funktionsfähiger und gestalterisch überzeugender Prototypen, bei denen Ergonomie, Design, Elektronik und digitales Verhalten als zusammenhängendes Produktsystem gedacht werden. Das Produkt soll nicht einfach nur am Körper befestigt sein: Position, Materialität, Form und Funktion sollen aus dem Körper, seiner Bewegung und der jeweiligen Nutzungssituation heraus entwickelt werden. Mögliche Projekte können sich an drei Grundtypen orientieren: Controller: Körperliche Bewegungen oder Zustände steuern ein digitales oder physisches System – zum Beispiel Musik, Games, Licht oder Bewegung. Tracker: Ein körpernahes Produkt erfasst Aktivitäten oder Zustände und übersetzt sie in direktes Feedback oder längerfristige Auswertungen z.B. für Gesundheit, Sport oder Wissenschaft. Sender–Receiver: Ein körpernahes Eingabegerät kommuniziert direkt mit einem zweiten Objekt und steuert beispielsweise Bewegung, Licht, Ton oder andere Funktionen.
Gearbeitet wird experimentell, iterativ und prototypenbasiert. Körpertests, Formmodelle, Material- und Sensorversuche, Elektronik und Software entstehen parallel und beeinflussen sich gegenseitig. Technische Machbarkeit und gestalterische Qualität werden dabei nicht getrennt voneinander betrachtet. Besondere Vorkenntnisse in Programmierung oder Elektrotechnik sind nicht erforderlich. Im Gegenteil: Künstliche Intelligenz soll aktiv als Werkzeug genutzt werden, um Code zu entwickeln, Sensoren anzusteuern, Daten zu verarbeiten und elektronische Funktionen umzusetzen. Dadurch werden auch technisch ambitionierte Ideen zugänglich, die für Produktdesignstudierende bisher nur eingeschränkt realisierbar waren. |