| Beschreibung |
Dass Medien und ihr Gebrauch – oder auch ihr Entzug –, jenseits ihrer inhaltlicher Bedeutungserzeugung, vor allem etwas mit unserer Wahrnehmung, mit unseren Sinnen und sinnlichen Vermögen anstellen, leuchtet unmittelbar ein. Aber auch das Umgekehrte, dass wir in unseren sensuellen Medienpraktiken und sensitiven Regungen zunehmend selbst wiederum von sensorisch-vernetzten Medien erfasst, abgetastet, beobachtet, durchleuchtet, getrackt und vermessen werden, dringt mehr und mehr in unser Alltagsbewusstsein vor. Sinnlichkeit – und entsprechende sinnliche Praktiken und Vollzüge – operieren dabei nicht nur wechselseitig zwischen uns und der Welt, zwischen Körpern und Medien, medialen Welten und Affekten; sondern sie produziert durch diese Beziehungen hindurch auch überhaupt erst spezifische in sie eingetauchte Wahrnehmungskörper und -medien; im Zweifel unsere eigenen. Unter dem Titel „Sensory – Media – Anthropology” werden wir im Seminar gewisse Dezentrierung von Medien und Menschen betreiben, und – praktisch wie theoretisch – ihre (und unsere!) sinnlichen Beziehungen in den Fokus rücken: Was geschieht, wenn wir Menschen und Dinge, Medien und Materialitäten grundlegend aus ihren konkret gelebten, sinnlichen Relationierungen heraus begreifen? Welche Fragen wirft das auf? Wie verändert diese Verschiebung der Wahrnehmung unsere eigenen Forschungspraxis? Und was heißt das schließlich für die Frage nach unserem Zugang zu bewegten Bildern? |