Das Seminar ist eine interdisziplinäre (Geschichts-, Kommunikations- und Filmwissenschaft) und hochschulübergreifende Veranstaltung. Die Universitäten Jena, Weimar und Erfurt kooperieren unter dem Thema Filmgeschichte als Stadtgeschichte aus historischer und gegenwärtiger Perspektive. Das Seminar besteht aus hybriden Sitzungen und Exkursionen in die Städte Jena, Erfurt und Weimar. Einführungsveranstaltung am Freitag, 16.10.2026, 9:15-12:30 Uhr (online) Blockveranstaltung in Weimar am Freitag, 4.12.2026, 10-17 Uhr Blockveranstaltung in Erfurt am Freitag, 8.1.2027, 10-17 Uhr Blockveranstaltung in Jena am Freitag, 22.1.2027, 10-17 Uhr Abschlussveranstaltung am Freitag, 5.2.2027, 9:15-12:30 Uhr (online) Der Tag in Weimar steht unter dem Schwerpunkt lebendige Kinokultur und Cinephilie: Wir besuchen Kinos, Filmclubs, Filminitiativen und cinephile Sammlungen in Weimar und lernen eine agile, auf viele Akteur*innen und Institutionen verteilte cinephile Kultur in Weimar kennen. Der zweite Block steht unter dem Motto „Erfurt im Film – Film in Erfurt”. Dabei geht es nun um die „offizielle” Filmarbeit von Institutionen in der DDR und danach. Einerseits betrifft dies das die DEFA (als staatliche Filmproduktionsgesellschaft) und Progress (als zentraler Filmverleih): Anhand des dokumentarischen Kinder- und Jugendfilms „Reiseziel Erfurt”, der ein großes Pioniertreffen thematisiert, wird u.a. die Frage behandelt, wie die Möglichkeiten und Grenzen des Dokumentarfilms in einem autoritären Staat ausgehandelt werden; ein Besuch der Interdisziplinären Forschungsstelle für historische Medien (IFhM) der Uni Erfurt mit ihrer Sammlung der Progress-Filmpublizistik der DDR rundet diesen Teil ab. Andererseits benötigt der Film stets einen Ort, an dem er sich materialisiert – am Beispiel des Kinoclubs Erfurt wird die lange Tradition von Filmarbeit jenseits des Mainstreams diskutiert. Im Kontrast zum vorigen Termin widmet sich der abschließende Tag in Jena dem Schwerpunkt ziviler Widerstand in der DDR. Dazu werden wir v.a. im „Thüringer Archiv für Zeitgeschichte ‚Matthias Domaschk‘” zu filmischen Dokumentationen von/über Widerstandsgruppen in Jena (vor und nach 1989) und zu ästhetischen Formen filmischen Widerstands arbeiten. Neben einer inhaltlichen Einführung wird es darum gehen, konkrete Fälle zu recherchieren und filmisches Material zu sichten, an dem die Studierenden dann weiterarbeiten können. Das filmische Spektrum reicht dabei von professionellen Dokumentationen vor und nach 1989 (historische Rückblicke, Zeitzeugenbefragungen etc.) bis hin zu dokumentarischem Filmmaterial aus den 1970er und 80er Jahren, das sich z.T. auch in künstlerischer Weise mit dem Thema Opposition/Widerstand/ Selbstbehauptung in der DDR beschäftigt. Das Seminar besteht aus Blockveranstaltungen in Jena, Weimar und Erfurt sowie zwei Einführungs- und Abschlussveranstaltungen (jeweils als Videokonferenz online). Die Teilnehmerzahl ist auf 7 Studierende pro Standort begrenzt. Die Studien- und Prüfungsleistungen richten sich nach den jeweiligen Modulvorgaben. |