| Beschreibung |
Unter dem Begriff der Projektion untersuchen wir anhand von ausgewählten Text- und Bildlektüren die Übertragung von Bildern, Vorstellungen und Affekten als Elementen eines europäischen, weißen Selbst auf ein koloniales Gegenüber, das als mediale Oberfläche konfiguriert ist. Dieser weite Begriff der Projektion jenseits eines medientechnisch-apparativen Dispositivs soll für eine Analyse von Motiven und Mechanismen, Zeichen- und Bildpolitiken von Übertragungen produktiv gemacht werden, die sich in verschiedenen kolonialen und (vermeintlich) postkolonialen Kontexten (etwa dem Siedlerkolonialismus, der sogenannte Entdeckung Amerikas und der Unterdrückung indigener Ontologien) ausgebildet haben und bis heute weiterwirken. Die gemeinsamen Lektüren und Übungen kombinieren dekoloniale Theorieansätze mit solchen aus dem Feld der Anthropologie, der Wissenschaftsforschung und der Technikphilosophie. Sie umfassen Texte u.a. von Philip J. Deloria Jr., Patrick Wolfe, Nick Mirzoeff, Franz Fanon und Sylvia Wynter (in deutscher und englischer Sprache). Das Plenum ist eine direkte Ergänzung zur Vorlesung „Kulturtechniken der Projektion”. Sie bietet ausreichend Raum für die Erarbeitung experimenteller Diskussions- und Präsentationsformate und für Exkursionen und Gastvorträge. |