| Beschreibung |
Zeichen machen Welten. Sie dienen nicht nur der Bezeichnung und Beschreibung der Dinge in der Welt, sondern bringen mit den Dingen selbst Bedeutung, Wissen und Welten hervor. Auf welche Weise dies geschieht, untersuchen wir in diesem Seminar anhand von ausgewählten theoretischen Positionen, die unterschiedliche Perspektiven auf die produktive Kraft von Zeichen eröffnen und zugleich eine Einführung in zentrale Fragestellungen der Zeichentheorie bieten. Zentral sind dabei Fragen danach, wie Zeichenpraktiken an der Konstitution sozialer, kultureller und epistemische Ordnungen mitarbeiten; wie Verfahren und Operationen des Benennens, Darstellens, Vergleichens und Klassifizierens Wahrnehmung, Wissen und Wirklichkeit strukturieren; und wie unterschiedliche Medien und Symbolsysteme die Art und Weise organisieren, in der Menschen ihre Welt erfassen und gestalten. Ausgehen von Claude Lévi-Strauss‘ Werk Das wilde Denken werden wir zentrale Positionen der Kultur- und Medienwissenschaft, Anthropologie, Semiotik und Wissenschaftstheorie behandeln und in gemeinsamen Lektüren und Übungen zur Anschauung diskutieren. Vorgesehen sind einführende Texte, unter anderem von Roland Barthes, Mary Douglas, Carlo Ginzburg, Jack Goody, Stuart Hall, Marilyn Strathern und anderen Autor:innen, die sich mit den materiellen, sozialen und epistemischen Dimensionen von Zeichen befassen. |