Stadt und Asyl 1: Thüringen Grenzen verlaufen nicht nur an den Außengrenzen Europas. Sie durchziehen den Alltag: in Behörden und sogenannten Gemeinschaftsunterkünften ebenso wie auf dem Wohnungsmarkt, in Bildungseinrichtungen, am Arbeitsplatz oder im öffentlichen Raum. Das Seminar „Asyl und Stadt” nimmt diese alltäglichen Ausprägungen von Grenz- und Migrationsregimen in den Blick und fragt danach, wie sie Zugang zu Rechten, Ressourcen und gesellschaftlicher Teilhabe strukturieren. Zugleich richtet das Seminar den Blick auf die Aushandlungen und solidarischen Praxen, durch die diese Ordnungen immer wieder herausgefordert und verändert werden. Das Seminar verbindet Perspektiven der kritischen Migrationsforschung mit Einblicken in rechtliche und politische Auseinandersetzungen. Das Seminar ist in drei aufeinander aufbauende Veranstaltungen gegliedert. Eine Auftaktveranstaltung führt in aktuelle Entwicklungen des Asyl- und Aufenthaltsrechts sowie in zentrale Perspektiven der kritischen Migrationsforschung ein. Gemeinsam mit Referent*innen von PRO ASYL und der Refugee Law Clinic werden rechtliche Grundlagen, aktuelle migrationspolitische Entwicklungen, insbesondere die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS), sowie deren Bedeutung für lokale Kontexte diskutiert. Das erste Blockseminar findet in Weimar statt und verbindet theoretische Auseinandersetzungen mit Gesprächen und Exkursionen zu lokalen Akteur*innen. Anhand verschiedener thematischer Schwerpunkte, beispielsweise Grenz- und Migrationsregime, Wohnen und Unterbringung, Citizenship oder Kirchenasyl, werden unterschiedliche Dimensionen kommunaler Migrationspolitik sowie Formen der Selbstorganisierung und Solidarität diskutiert. Gespräche mit Initiativen, Beratungsstellen und weiteren Akteur*innen vor Ort eröffnen Einblicke in lokale Aushandlungsprozesse und unterschiedliche Formen der Wissensproduktion. Darauf aufbauend können Studierende an einem zweiten Blockseminar in Berlin teilnehmen und hierfür zusätzliche 3 ECTS-Punkte erwerben (insgesamt 6 ECTS). Die in Weimar entwickelten Fragestellungen werden dort in einem anderen kommunalen Kontext aufgegriffen und vergleichend weitergeführt. Der Fokus liegt dabei auf den unterschiedlichen Ausprägungen kommunaler Migrationspolitik, lokalen Konfliktlinien und den Handlungsspielräumen zivilgesellschaftlicher und migrantischer Akteur*innen. Termine: Mo 12.10. 19 Uhr Auftaktveranstaltung, danach Wochenendseminar 30.-31.10., Montags von 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr Maximale TN: 25 Richtet sich an: alle Bachelor- und Masterstudiengänge Lehrender: Prof. Frank Eckardt |