| Beschreibung |
Woraus bezieht der Architekt die Gewissheit, dass er beim Entwerfen ›das Richtige‹ tut, wenn er in dem Schöpfen aus endlosen Möglichkeiten gezwungen ist, sich mit bestmöglicher Sicherheit auf eine Weise festzulegen, die in der gebauten Wirklichkeit dann letztlich das Fatum einer unveränderlichen Gestalt annehmen muss? Insofern er sein eigenes Urteilsvermögen nicht an ein formalistisches Dogma verpfändet hat, das ihn mit der Entlastung von jeglichem Entscheidungsdruck vergütet, bleibt er an sein eigenes Gespür gebunden, das ihn darüber unterrichtet, ob sich das Entworfene gut und richtig, also gleichsam ›rund‹, anfühlt. Während das Entwerfen ansonsten nach sogenannten ›objektiven‹ Kriterien gerechtfertigt werden soll, gehen wir in diesem Seminar der verloren gegangenen Kunst des architektonischen Konzipierens anhand des intuitiven Spürens nach. Über Texte der Architektur-, Raum- und Gefühlstheorie nähern wir uns dem Erspüren architektonischer Stimmigkeit an und erproben unsere hinzugewonnenen Erkenntnisse an einem Kleinentwurf. |