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WiSe 2026/27

1. Kernmodul/ Darstellen und Gestalten / Practices of Representation – Practices of Space - Einzelansicht

  • Funktionen:
Grunddaten
Veranstaltungsart Vorlesung SWS 2
Veranstaltungsnummer 1212110 & 1714515 Max. Teilnehmer/-innen 90
Semester WiSe 2026/27 Zugeordnetes Modul

Architektur, B.Sc. PO 2025 1. Kernmodul

Architektur, B.Sc. PO 2020 1. Kernmodul

Urbanistik, B.Sc. PO 2022 Pflichtmodul

Urbanistik, B.Sc. PO 2021 Pflichtmodul

Erwartete Teilnehmer/-innen 65
Rhythmus jedes 2. Semester
Hyperlink  
Sprache deutsch und englisch (zweisprachig)


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Mahall, Monika Helen, Prof., Dr.-Ing. verantwortlich
Studiengänge
Abschluss Studiengang Semester Leistungspunkte
B. Sc. Architektur (B.Sc.), PV2020 1 - 1 0
B. Sc. Urbanistik (B.Sc.), PV 2021 1 - 1 0
B. Sc. Urbanistik (B.Sc.), PV 2022 1 - 1 0
B. Sc. Architektur (B.Sc.), PV2025 1 - 1 0
Zuordnung zu Einrichtungen
Darstellungsmethodik im Entwerfen
Inhalt
Beschreibung

Die Frage, wie wir mit Architektur* beginnen, stellt sich nicht nur im ersten Semester. Sie ist grundlegend für jedes einzelne räumliche Projekt, das Positionierung und Situierung erfordert sowie einen offenen, sorgsamen und reflexiven Prozess. Dieser Prozess setzt bei der Auseinandersetzung mit der Gegenwart an, untersucht und hinterfragt bestehende Verhältnisse und stellt neue Möglichkeiten des Zusammenlebens vor. Er ist kollektiv und wechselseitig, weniger linear als vielmehr zyklisch und immer materiell. Auch wenn er sich nicht eindeutig in einzelne Phasen aufteilen lässt, strukturieren wir ihn in drei miteinander verbundene räumliche Praktiken, die das Semester gliedern: (1) das Erforschen von Räumen (der nie nur Container sind), um ihre Bedingungen und Veränderungen in einer konfliktreichen Welt besser zu verstehen; (2) das Transformieren von Räumen als  lebendigen, vielschichtigen und sich kontinuierlich verändernden Gefügen; und (3) das Dokumentieren und Teilen unserer Beobachtungen und Transformationen.

Wir besuchen das Internationale Bauhaus-Kolloquium in Weimar und entwickeln davon ausgehend Themen, Fragen, Räume und Objekte. Dabei konzentrieren wir uns auf räumliche und ästhetische Transformationen in unterschiedlichen Maßstäben und Medien und entwickeln Formen, unser Wissen und unsere räumlichen Propositionen zu dokumentieren und zu teilen.

In einer kollektiven Lehr- und Lernstruktur erarbeiten wir uns gemeinsam architektonische Techniken, ästhetische Praktiken, multiperspektivisches Wissen und kritische Haltungen, die theoretisch, historisch und gesellschaftlich kontextualisiert werden. Workshops zu Bewegungen im Raum begleiten die Veranstaltung und werden von den Teilnehmenden mitentwickelt und gestaltet. Ziel ist es, situierte Raumpraktiken, prozessbasiertes Handeln und offenes, kritisches Denken in der Architektur zu fördern. Dabei hinterfragen wir Formen von Anerkennung und Ausschluss, Wettbewerb und Konkurrenz sowie die Macht- und Repräsentationsstrukturen innerhalb der Disziplin und der westlich-akademischen Welt.

 

* Wir verstehen Architektur als transformative räumliche Praxis, um ein gerechtes kollektives Leben vor- und herzustellen. Wir sehen in ihr die Möglichkeit, die Welt über das einzelne Gebäude hinaus in Bezug auf verschiedene Körper, Akteure, Zeiten, Geographien und Kulturen darzustellen. Wir denken, dass Architektur zu anderen möglichen Welten beitragen kann, zu anderen Beziehungen, die wir mit Lebewesen, Dingen, Land und Ressourcen haben können. Wir sind der Meinung, dass weder Professionalität noch neoliberale Motivierungen Architektur begrenzen oder einschränken sollten.

Nochmal: Wie beginnen wir mit Architektur? Wie setzen wir Darstellungen und Entwurfsmethoden als Techniken ein, um räumliche, soziale und ökologische Fragen zu stellen? Welche visuell-kognitiven Praktiken helfen uns, die Produktion von Raum und die sozialen, materiellen und historischen Strukturen –die Art und Weise, wie wir die Welt bewohnen– anzugehen? Wie definieren wir informelle und formale Raumgestaltung? Was können wir von Architektur lernen, die ohne Architekt*innen gebaut wird?

Im Projekt wollen wir ein Spektrum konkreter Arbeitsweisen eröffnen, erproben, diskutieren und an ihnen scheitern, um Darstellung und Gestaltung als Techniken der räumlichen Analyse und Synthese einzuüben. Neben Materialexperimenten, Kartographie, Zeichnung und Modellbau werden Text, Fotografie, Video, Storytelling, Essen und Künstliche Intelligenz verwendet. Um die Möglichkeiten architektonischer Repräsentation und Bildgestaltung jenseits eurozentrischer Konzeptualisierungen zu erkunden, werden wir uns mit historischen und zeitgenössischen Darstellungsmethoden aus Asien, Ozeanien, Afrika und Lateinamerika beschäftigen. Begleitet von Gastvorträgen und Workshops werden wir uns gemeinsam auf ein kollektives und erweitertes Verständnis der Architektur zubewegen.

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The question of how we begin with architecture* is not limited to the first semester. It is fundamental to every spatial project and requires positioning and situatedness, and a careful, open, and reflective process of researching, transforming, and sharing: This process begins with a concern for the present, investigates and questions existing conditions while imagining new possibilities for living together. It is collective and reciprocal, less linear than cyclical, and always material. Although it cannot be clearly divided into distinct phases, we organize it into three interconnected spatial practices that structure the semester: researching (1) spaces, which are never only containers, in order to better understand their conditions and transformations in a conflictual world; transforming (2) spaces as living, multilayered, and continuously changing assemblages; and documenting, communicating, and sharing (3) our observations and transformations.We will attend the International Bauhaus Colloquium in Weimar and take it as a point of departure to develop themes, questions, and objects of inquiry. We will thereby focus on spatial and aesthetic transformations across different scales and media, developing ways to document and share our knowledge and spatial propositions.

Within a collective teaching/learning structure, we will develop architectural techniques, aesthetic practices, multi-perspectival knowledge, and critical positions, situated within theoretical, historical, and societal contexts. Workshops on movement in space accompany the course and are co-developed and facilitated by the participants themselves. The aim is to foster situated spatial practices, process-based forms of action, and open, critical thinking in architecture. Thus, we question forms of recognition and exclusion, competition, and the structures of power and representation that shape both the discipline and the Western academic world.

*We understand architecture as a socially engaged transformative spatial practice to imagine and create a more just collective life. We see in it the potential to represent the world beyond individual buildings that exist along with various living and non-living beings, bodies, actors, times, geographies, societies, and cultures. We believe that architecture can contribute to other future worlds, and to different relationships we have with living beings, things, land, and resources. We think architecture should neither be limited nor restricted by professionalism nor neoliberal motivations.

Again: How do we begin with architecture? How do we use representations and design methods to pose spatial, social, and ecological questions? Which visual-cognitive, imaginative practices help us address the production of space and the social, material, and historical structures —the ways we inhabit the world? How do we define what is informal and formal space-making? What can we learn from architecture that is built without architects?

In the project, we aim to open up, test, learn, fail and discuss a spectrum of concrete methods to practice representation and design as spatial analysis and synthesis techniques. In addition to material experiments, cartography, drawing, and model making, we use text, photography, video, storytelling, food and machine learning. To explore the possibilities of approaches to architectural representation and image-making beyond the Eurocentric conceptualizations, we will look at historical and contemporary representation methodologies from Asia, Oceania, Africa and Latin America. Accompanied by guest lectures and workshops we will move together towards a collective and expanded understanding of the discipline of architecture.

Literatur

Henri Lefebvre (1991). The Production of Space
Doreen Massey (2005). For Space
Michel de Certeau (1984). The Practice of Everyday Life
Georges Perec (1974). Espèces d’espaces (Species of Spaces and Other Pieces)

Arturo Escobar (2018). Designs for the Pluriverse
bell hooks (1990). Homeplace
Sara Ahmed (2006). Queer Phenomenology
David Harvey (2012). Rebel Cities

Bemerkung

Die Einschreibung für die Lehrveranstaltung findet ausschließlich über das BISON-Portal statt.

Leistungsnachweis

Aktive Teilnahme.

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Active participation.

 


Strukturbaum
Die Veranstaltung wurde 4 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2026/27 gefunden:
Pflichtmodule  - - - 1
Pflichtmodule  - - - 2
1. Studienjahr  - - - 3
1. Studienjahr  - - - 4

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