| Beschreibung |
Dieser Fachkurs bietet einen hyperrealistischen Einblick in das Tagesgeschäft der Installationskunst. Wir planen und installieren eine Installation zur Irrationalen (08.-12.06. an der Bauhaus Uni). Am Ende werdet ihr nix so richtig können, aber vieles schon mal gemacht haben und dadurch energetisiert und angstbefreit zukünftigen Zumutungen begegnen. Die größte Zumutung im Arbeitsalltag als „contemporary artist” ist, dass man dauernd Dinge machen muss, die man eigentlich nicht kann. Zur Vorbereitung der Installations-Installation eignen wir uns nützliche Coping Strategien an, z.B. durch 3D Modellierung bei Sketchup, selbsterfundenen Projektmanagement-Strukturen und Exkursionen in den Baumarkt. Am Ende wird trotz mittelmäßiger technischer Expertise mit leichten Rückenschmerzen unter garantiertem Zeitdruck eine brillante Installations-Installation abgeliefert. Die Installations-Installation wird eine Installation mit Installationsmaterialien (Heizung, Sanitär, Klima, Elektrik) in der Halle (Bildhauerei-Atelier hinter VDV). Definitionsgemäß nimmt eine Installation Bezug auf den Raum, in dem sie installiert ist, in diesem Fall eine universitäre Liegenschaft voller Rohre, Schächte und Leitungen. Die Mehrzahl dieser Einbauten verfügt bereits über die künstlerische Eigenschaft, losgelöst von einer Funktion zu existieren. Kursteilnehmende können eigene Mini-Kreisläufe und Installationskunstwerke bauen, die in die Installations-Struktur integriert werden. Installationsmaterialien können formal oder metaphorisch eingesetzt werden, wobei es der räumliche Kontext auch ermöglichen würde, durch Funktionsfähigkeit aufzufallen. Alle Künstler:innen sind dazu angehalten, das Maß an Subversion zu erfüllen, das von zeitgenössischer Kunst erwartet wird. Von der ausrichtenden Institution sollte dieses aber trotzdem noch als angemessen angesehen werden. Ganz schön irre! Hinweis für den eigenen Energiehaushalt: Der Workload des Fachkurses ist in der ersten Semesterhälfte größer, mit einer intensiven Phase vor und während der Irrationalen (08.-12.06.). Nach der Irrationalen schließen wir das Projekt damit ab, wie man auch ohne Leidenschaft für Fotografie eine gute Dokumentation anfertigt und Berührungsängste vor Adobe-Programmen überwindet. |