Die Verhaftung des österreichischen Immobilienunternehmers Rene Benko im Jahr 2025 und die Insolvenz des von ihm gegründeten Unternehmens Signa haben in den letzten Jahren international für Aufsehen gesorgt. Der Zusammenbruch seines 'Immobilienimperiums' hat eine Landschaft halbfertiger Spekulationsobjekte, verlassener Baustellen, gescheiterter Visionen, 'lost places' und Leerstände hinterlassen, auch in zahlreichen deutschen Städten. In diesem Seminar wollen wir uns mit den baulich-räumlichen Hinterlassenschaften und möglichen Zukünftigen dieses 'Benko-Imperiums' beschäftigen. Neben einer Aufarbeitung der Hintergründe dieser spekulativen Stadtentwicklung und ihres Zusammenbruchs möchten wir vor allem den Blick ins Heute und in mögliche Zukünfte werfen. Denn die Hinterlassenschaften der Signa lassen unterschiedliche Entwicklungspfade erkennen: Mancherorts wurden die Projekte von Investoren erworben, die sie gemäß denselben, spekulativen Logiken der Raumproduktion weiterführen oder fertigstellen. Doch anderswo haben sich an diesen ruinösen Landschaften Debatten entsponnen; hier sind bestehende Logiken und Normalitäten brüchig geworden und haben neue Möglichkeits- und Denkräume eröffnet. An manch einem Vorhaben haben sich Konflikte um die negativen Effekte der Benko'schen Entwicklungslogik entzündet und es werden konkrete Forderungen nach neuen städtischen Zukünften erhoben. In anderen Fällen sind Zwischennutzungen in die leerstehenden Gebäude eingezogen, die sich mit alternativen Ideen für die Fortentwicklung dieser Bauruinen auseinandersetzen. Lassen die Fortentwicklungen dieser ruinösen Landschaften alternative, mit den bisherigen Logiken der Stadtentwicklung brechende Logiken erkennen? Deuten sich hier Elemente einer sogenannten Post-Benko-Stadt an? Wie sieht diese aus, wie lässt sie sich charakterisieren und wie ließe sie sich produktiv weiterentwickeln? Mit anderen Worten, wir setzen der spekulativen, profitgetriebenen Logik der Benko-Stadtentwicklung ein Spekulieren über die sogenannte Post-Benko Stadt entgegen. Um diese Fragen zu beantworten führen die Studierenden im Seminar eine systematische Bestandsaufnahme in Form einer Kartierung des baulichen 'Erbes' des Benko- Imperiums sowie eine Analyse ausgesuchter Fallbeispiele durch. Die Ergebnisse des Seminars sollen auf der summaery 2027 präsentiert und vorgestellt werden. |