| Beschreibung |
Als im vergangenen Jahr auf der gesamten iberischen Halbinsel der Strom ausfiel, wurde vielerorts das alte Kurbelradio wieder hervorgeholt. Im Gaza-Konflikt gehörte die mediale Infrastruktur zu den ersten Zielen der Zerstörung, während Notfall-Radioprogramme wie Gaza Daily des BBC World Service für die Zivilbevölkerung zu einer überlebenswichtigen Informationsquelle wurden. Seit seiner Erfindung wird das Medium Radio gleichermaßen als Instrument der Macht wie auch des Widerstands genutzt.
Das Projektmodul FLURFUNK – Radio als Medium des Widerstands untersucht Radio als widersprüchliches Medium zwischen Kontrolle und kollektiver Ermächtigung. Anhand historischer und aktueller Beispiele – von kolonialen Sendeinfrastrukturen über staatliche Propaganda bis hin zu Abschaltungen digitaler Kommunikationskanäle, wie sie zuletzt etwa im Iran zu beobachten waren – werden Fragen von Zuhören, Identität und politischer Teilhabe verhandelt. Im Fokus stehen alternative Formen des Sendens, Piratenradio und experimentelle künstlerische Praktiken, die Radio als Raum des Widerstands neu denken und praktisch erproben. Und die Frage, welche Art von Medien wir in Zukunft brauchen werden?
Im angeschlossenen Fachmodul „FLURFUNK LAB” werden verschiedene Formate entwickelt und erprobt, um zur Summaery 2026 in Zusammenarbeit mit studentischen Initiativen und weiteren Akteur*innen hochschulübergreifend einen FLURFUNK einzurichten. Der Begriff FLURFUNK fungiert dabei zugleich als Plattform, Sendeprogramm und als wiederkehrendes Format innerhalb und außerhalb des Projekts und spielt bewusst mit der Ambivalenz des „Buschfunks”: zwischen informellem Austausch und Tratsch einerseits und einer offenen, niedrigschwelligen Gegenöffentlichkeit andererseits. Ziel ist es, in Zeiten von institutioneller Krise und gesellschaftlichen Wandel, Beiträge zu entwickeln, die Radio als Raum des Widerstands, der Transparenz sowie des fakultäts- und statusgruppenübergreifenden Austauschs erfahrbar machen. |
| Voraussetzungen |
Kenntnisse in Audioproduktion sowie die Belegung des parallelen Fachmoduls „FLURFUNK LAB”.Das Fachmodul ist verpflichtend für Studierende, die am Projektmodul „FLURFUNK – Radio als Medium des Widerstands” teilnehmen möchten, mit Ausnahme derjenigen, die das Fachmodul „Radio Topologien” belegen. Zur Bewerbung für die Teilnahme am Projektmodul „FLURFUNK – Radio als Medium des Widerstands” reichen Sie bitte ein Motivationsschreiben (max. 2–3 Absätze) ein. Beschreiben Sie darin die spezifische Fragestellung, das politische oder künstlerische Thema oder die konkrete Idee, die Sie im Rahmen des Moduls bearbeiten möchten, und erläutern Sie, warum Sie dieses Thema aktuell für relevant halten. Bitte senden Sie Ihr Motivationsschreiben bis zum 6. April 2026 an: nathalie.singer@uni-weimar.de und melanie.birnschein@uni-weimar.de |