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SoSe 2026

En_Countering the Manosphere – Deutungen und Gegenstrategien zu rechten Geschlechterbildern im Spannungsfeld von Kunst, Bildung und medialen Alltagswelten - Einzelansicht

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Grunddaten
Veranstaltungsart Studienmodul SWS 4
Veranstaltungsnummer Max. Teilnehmer/-innen 23
Semester SoSe 2026 Zugeordnetes Modul
Erwartete Teilnehmer/-innen 18
Rhythmus einmalig
Hyperlink  
Sprache deutsch
Belegungsfrist Bauhaus.Module    01.04.2026 - 12.04.2026   
Termine Gruppe: [unbenannt]
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
Fr. 09:30 bis 12:30 wöch. 17.04.2026 bis 10.07.2026  Helmholtzstraße 15 - Seminarraum 103      
Gruppe [unbenannt]:
Zur Zeit keine Belegung möglich
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Degeling, Jasmin, Jun.Prof., Dr.phil. verantwortlich
Studiengänge
Abschluss Studiengang Semester Leistungspunkte
Leer Alle Studiengänge - 6
Zuordnung zu Einrichtungen
Fachbereich Medienwissenschaften
Universitätsentwicklung
Medienanthropologie
Inhalt
Beschreibung

Der an Aufmerksamkeit gewinnende Begriff der Mannosphäre beschreibt viele zeitgenössische digitale Phänomene, die insbesondere durch misogyne Strukturen lose verbunden sind und meist reaktionäre Geschlechterbilder (re-)produzieren. Unsere Lehrveranstaltung möchte einen Raum öffnen, um einzelne Phänomene zu identifizieren und vor einer Gender-Media-Studies Grundlage zu analysieren. Der Fokus soll hier auf Schnittstellen zu (extrem-)rechten Bewegungen und deren gesellschaftlichen Wechselwirkungen liegen. Neben der Analyse dieser vergeschlechtlichten Medienpraktiken soll der Frage nach möglichen Gegenstrategien nachgegangen werden. Wie können soziale Netzwerke und deren Akteur*innen z.B. auch als Räume politischer Bildung gedacht werden?

Interdisziplinarität | Die Betrachtung der vielseitigen und komplexen Wechselwirkungen zwischen reaktionären Mentalitäten (primär innerhalb der Alternativen Rechten), sozialen Netzwerklogiken und gesellschaftlichen Geschlechterbildern bildet ein Querschnittsthema für diverse universitäre Disziplinen sowie eine demokratische Gesamtgesellschaft in der Breite. Dabei sollen innerhalb des Seminars medienwissenschaftliche Analysemethoden, künstlerisch-aktivistische Praktiken, postdigitale Bildungsstrategien und mediale Alltagspraktiken als gleichwertige, sich gegenseitig bereichernde Wissensformen verstanden werden. Differierende Lebenserfahrungen, Sichtweisen und disziplinäre Vorerfahrungen der Studierenden gepaart mit Impulsen geladener Gästen sollen dabei eine möglichst umfangreiche thematische Annäherung ermöglichen.

Lernziele & Kompetenzerwerb | Die Kursteilnehmenden sollen grundlegende Konzepte der Genderstudies, sowie theoretische Zugänge der Gender-Media-Studies, Kritischen Männlichkeitssforschung und postdigitalen (Kunst-)Pädagogik kennenlernen und diese in den nachfolgenden Arbeitsschritten anwenden lernen. Sie verstehen Wechselwirkungen zwischen Social Media, Geschlechterordnung und digitalen Konstruktionen hegemonialer Männlichkeiten und können antifeministische Strategien in aktuellen Netzphänomenen identifizieren. Sie wenden Methoden der Medienanalyse auf social-media-basierte Artefakte an und analysieren dadurch künstlerische, sowie netzaktivistische Gegenpraktiken. Sie lernen diese im Kontext kulturvermittelnder Theorien und postdigitaler Diskursräume zu bewerten. Anschließend erstellen, planen und gestalten sie eigene Medien-Praktiken und reflektieren diese im Hinblick auf gestalterische Entscheidungen, gesellschaftliche Relevanz und eine Positionierung im zuvor erlernten Theorierahmen.

Didaktisches Setting | Das Seminar beginnt mit der Auseinandersetzung mit den bereits zuvor genannten Theorien, sowie der Analyse spezifischer reaktionärer Netzphänomene im wöchentlichen Seminar-Format. Im zweiten Teil des Moduls werden künstlerisch-aktivistische Medienpraktiken als subversive Strategien und demokratiebildende Reaktionen auf eben jene Social Media Trends theoriegeleitet betrachtet. Anschließend sollen eigene Medienartefakte großteilig selbstgesteuert (in Gruppen) geplant, erstellt und im gemeinsamen Plenum reflektiert werden, die an bereits vorhandene künstlerisch-gestalterische Positionen oder mediale Alltagspraktiken der Studierenden anknüpfen und diese erweitern können. Grundlegende Herangehensweisen hierfür werden durch ein Workshop-Format mit der Künstlerin Sophia Eisenhut ertestet. Das Orientieren an Methoden und Praktiken aus den jeweiligen Disziplinen soll dabei als ergebnisoffene Suche nach neuen Formaten und Strategien zum Umgang mit reaktionären Netzphänomenen verstanden werden.

Literatur

​​Bast, Stefan/ Sangmongkhon, Mako (2025), UN_MASK_ULINITIES. Hegemoniale Männlichkeit im Kunstunterricht ver_lernen (Teil1), in: Winkler, Antje (Hg.): Kunst! Jetzt! Bildung! Now! Art Education Transforms Society, München: kopaed, 63-79.

Bee, Julia (2018), Filmwissenschaft: feministische Theorie, Gender Media Studies und Affekt, in: Kortendiek et al. (Hg.), Handbuch Interdisziplinäre Geschlechterforschung, Wiesbaden: Springer Verlag, 619-629.

Bee, Julia (2023), Kontrapunkte setzen. Digitale Politische Bildung mit Contrapoints, Working Paper Series (Media of Cooperation), 35, 3-19.

Butler, Judith (1988), Performative Acts and Gender Constitution. An Essay in Phenomenology and feminist Theory, Theatre Journal, 40/4, 519-531.

Connell, Raewyn (1995), Masculinities, Los Angeles: University of California Press.

Degeling, Jasmin (2024), Differential Distributions of the Digital: A Gender Media Studies Perspective on the Theory of Fascism and Current Digital Media Cultures, Digital Culture & Education, 15/2, 9-21.

Eickelmann, Jennifer (2017), Mediatisierte Missachtung. Anerkennungsordnungen in digitalen Öffentlichkeiten, in: Thomas, Tanja/ Brink, Lina/Grittmann, Elke/de Wolf, Kaya (Hg.): Anerkennung und Sichtbarkeit., Bielefeld: transcript Verlag, 155–171.

Eickelmann, Jennifer (2025), Dis/Connect! Zur Regulierung und Politisierung digitaler Plattformen, in: Köppert, Katrin/ Gradinari, Irina/ Bee, Julia (Hg.), digital:gender - de:mapping affect. Eine spekulative Kartographie, Leipzig: Spector Books, 312-330.

Ganslmeier, Jakob/ Zibelnik, Ana (2025), If a Flower bloomed in a Dark Room, Would you trust it? Repeat after me/ Bereitschaft, Leipzig: Spector Books.

Haraway, Donna (1988), Situated Knowledges. The Science Question in Feminism and the Privilege of Partial Perspective, Feminist Studies, 14/3, 575-599.

Haraway, Donna (2006), A Cyborg Manifesto. Science, Technology, and Socialist-Feminism in the Late Twentieth Century, in: Stryker, Susan/ Whittle, Stephen (Hg.), The Transgender Studies Reader, New York: Routledge. 

Hausmann, Robert (2021), The Future is Present. Spekulative Explorationen im Noch-Nicht, merz: medien + erziehung, 65, 109-122. 

Hausmann, Robert (2022), What if und What will … be like? Spekulative Taktiken der Zukunftsexploration in einer postdigitalen Gegenwart, MedienPädagogik 18 (Jahrbuch Medienpädagogik), 41-64.

Klein, Kristin (2019), Ästhetische Dimensionen digital vernetzter Kunst. Forschungsperspektiven im Anschluss an den Begriff der Postdigitalität, Kulturelle Bildung Online: https://www.kubi-online.de/artikel/aesthetische-dimensionen-digital-vernetzter-kunstforschungsperspektiven-anschluss-den-0(letzter Zugriff am 03.02.2026).

Lünenborg, Margreth/Maier, Tanja/Suna, Laura/Töpper, Claudia (Hg.) (2021), Affektive Medienpraktiken. Emotionen, Körper, Zugehörigkeiten im Reality TV, Wiesbaden: Springer Verlag.

Manne, Kate (2017), Down Girl. The Logic of Misogyny, Oxford: Oxford University Press.

Maset, Pierangelo (1995), Ästhetische Bildung der Differenz: Kunst und Pädagogik im technischen Zeitalter, Stuttgart: Radius-Verlag. 

Nagle, Angela (2017), KILL ALL NORMIES. Online Culture Wars from 4Chan and Tumblr to Trump and the Alt-Right, Alresford: Zero Books. 

Paul, Barbare/ Seier, Andrea (Hg.) (2024), Betroffenheit. Praktiken der (Selbst-)Politisierung in Kunst und audiovisueller Kultur, Berlin: Neofelis. 

Peters, Kathrin/ Seier, Andrea (2016), Gender & Medien. Einleitung, in: Peters, Kathrin/ Seier, Andrea (Hg.), Gender & Medien Reader, Berlin: Diaphanes, 9-20.

Rousseau, Gregoire/ Sternfeld, Nora (2021), Educating the Commons and Commoning Education: Thinking Radical Education with Radical Technology, in: Tavin, Kevin/ Kolb, Gila/ Tervo, Juuso (Hg.), Post-Digital, Post-Internet Art and Education. The Future is All-Over, Cham: Springer, 117-130.

Schmidt, Helena/ Lingg, Sophie (2020), Coming back from Ibiza. Der Instagram-Account Ibiza Austrian Memes als Case-Study für intersektionalen Meme-Aktivismus und Vermittlung, Art Education Research, 10/18, 1-16.

Schütze, Konstanze (2019), Bildlichkeit nach dem Internet – Kunstvermittlung am Bild als Gegenwartsbewältigung, in: Klein, Kristin/ Noll, Willy (Hg.), Postdigital Landscapes. Kunst und Medienbildung in der digital vernetzten Welt, Köln: ZKMB, 125-133. 

Seier, Andrea (2007), Remediatisierung. Die performative Konstitution von Gender und Medien, München: LIT Verlag.

Stiglegger, Marcus (2013), Körper/ Panzer. Faschistische Männerkörper in der populären Kultur, Zeitschrift für Kunst- und Kulturwissenschaften, 41/1, 5-24.

Strick, Simon (2021), Rechte Gefühle. Affekte und Strategien des digitalen Faschismus, Bielefeld: transcript Verlag.

Bemerkung

Die Lehrveranstaltung wird als »Studentisches Bauhaus.Modul« durchgeführt von Bastian Schwerer (stud. SE KG) und Maja Hiller (stud. Ba M). Das Mentoring übernimmt Jun.-Prof. Dr. Jasmin Degeling (M).

Voraussetzungen

Wir bitten um die Zusendung eines kurzen Motivationsschreibens (nicht mehr als 150 Wörter) als Teilnahmevoraussetzung an der Lehrveranstaltung (möglicherweise auch mit einer kurzen Skizzierung der vorhandenen Vorerfahrungen im theoretischen, wie anwendungsorientierten Feld des Seminars, falls vorhanden). Bitte senden Sie dieses via E-Mail an maja.johanna.hiller@uni-weimar.de SOWIE an bastian.schwerer@uni-weimar.de bis zum 12. April 2026.

Interesse am und Bereitschaft zum Arbeiten mit Theorie-Lektüren verschiedenster Disziplinen (Gender-Studies, Kritische Männlichkeitsforschung, Gender-Media-Studies, Postdigitale Kunst/Pädagogik, Politische-Bildungstheorie, etc.) wird erwartet. 

Vorerfahrungen in der Produktion netz-basierter oder (medien)-künstlerischer/gestalterischer Artefakte werden nicht vorausgesetzt, jedoch ist ein Interesse am Gestalten explorativer Netzpraktiken von Vorteil.

Leistungsnachweis

Die Prüfungsleistung für alle Teilnehmenden umfasst die Erstellung eines eigenen Medienartefakts. Dieses kann hier eine Reihe transmedialer Netzpraktiken umfassen, wie z.B.: Erstellung eines Social Media Accounts, Blogbeitrags, Livestreams, Installationsarbeit… Dabei können die zuvor kennengelernten Praktiken und deren medial-ästhetischen Funktionsweisen angewendet werden. Bereits vorhandene Vorkenntnisse der Mediengestaltung aus der eigenen künstlerischen und/oder Alltagspraktik können ebenfalls Einfluss finden.

Bachelorstudierende sind dazu aufgefordert, ihre eigenen Arbeitsprozesse zu dokumentieren, in den neu erlernten theoretischen Rahmen durch ein Essay-Format einzuordnen und kritisch zu reflektieren.

Masterstudierende sollen im Anschluss an die praktische Arbeit stärker noch eine forschungsbezogene These formulieren und reflektieren und diese in den eigenen künstlerischen Prozess/ die eigene Forschungspositionen einordnen.

Zielgruppe

Die Veranstaltung wird als »Studentisches Bauhaus.Modul« durchgeführt und steht allen Bachelor- und Masterstudierenden der Fakultäten Architektur und Urbanistik, Kunst und Gestaltung sowie Medien offen. Bitte halten Sie vor der Anmeldung Rücksprache mit Ihrer Fachstudienberatung und klären Sie, ob diese Veranstaltung in ihrem Curriculum anerkannt werden kann. Bei Bedarf schließen Sie vor Veranstaltungsbeginn ein Learning Agreement (DE/EN) ab.


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Die Veranstaltung wurde 1 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026 gefunden:

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