| Beschreibung |
KI-generierte Bilder markieren einen radikalen Umbruch für visuelle Medien: Generative Bildsysteme verändern nicht nur die Bildproduktion, sondern auch die Verbreitung und den Konsum von Bildern. Sie gelten als neue Bildkategorie, die plattformgesteuert, zutiefst sozial und durch eine „Black-Box-Ästhetik” geprägt ist, bei der Geschwindigkeit und Quantität im Vordergrund stehen. In diesem Fachmodul setzen wir uns kritisch mit aktuellen Diskursen rund um bildgenerierende KI auseinander und gehen dabei zentralen Fragen nach. Welche Rolle spielt die Fotografie in dieser rasanten technologischen Entwicklung? Und wie verändern sich kulturelle Wahrnehmung sowie Bildproduktion unter algorithmischen Bedingungen? Interdisziplinarität | Generative Bildsysteme betreffen alle Fakultäten der Bauhaus-Universität Weimar. Die kritische Betrachtung dieser Systeme wird durch verschiedene Perspektiven und Anknüpfungspunkte bereichert. So wird generative KI in den verschiedenen Disziplinen entweder gestalterisch eingesetzt, technisch weiterentwickelt, hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Folgen analysiert oder als Experimentierfeld für neue Ausdrucksformen genutzt. Das Zusammentreffen dieser Perspektiven ermöglicht ein komplexeres Verständnis der Thematik. Das Modul berücksichtigt didaktisch unterschiedliche Vorkenntnisse und bildet mittels einführender Vorträge, gemeinsamer Textarbeit sowie Offenheit in Bezug auf Ausdrucksformen in den Prüfungsleistungen eine gemeinsame Grundlage. Lernziele & Kompetenzerwerb - Die Teilnehmenden kennen die grundlegenden technischen Prinzipien synthetischer Bilder (Taxonomiestufe 1: Erinnern).
- Die Teilnehmenden können Eigenschaften synthetischer Bilder erklären und einordnen (Taxonomiestufe 2: Verstehen).
- Die Teilnehmenden verorten synthetische Bilder angemessen in ihrer fachlichen Disziplin und setzen sie gezielt ein (Taxonomiestufe 3: Anwenden).
- Die Teilnehmenden analysieren die Wirkungsweisen synthetischer Bilder aus mehreren Perspektiven und Kontexten (Taxonomiestufe 4: Analysieren).
- Die Teilnehmenden beurteilen die Verwendung synthetischer Bilder in fremden Kontexten und vertreten eine begründete Position dazu (Taxonomiestufe 5: Beurteilen).
- Die Teilnehmenden konzipieren und realisieren eine eigenständige künstlerisch-forschende Arbeit mit generativer KI und reflektieren diese im Zusammenhang mit anderen Arbeiten (Taxonomiestufe 6: Erschaffen).
Didaktisches Konzept - Input-Vorträge: Vermittlung der grundlegenden technischen Prinzipien synthetischer Bilder sowie Einführung in zentrale Begriffe und künstlerische Praktiken.
- Diskussionsrunden: Gemeinsames Lesen und Diskutieren verschiedener Perspektiven und Kontexte zu synthetischen Bildern, unterstützt durch die Führung eines gemeinsamen Reading Journals.
- Praktische Übungen: Einführung in relevante Software, um Erfahrungen im Umgang mit bildgenerierenden Systemen zu sammeln.
- Projektarbeit: Entwicklung und Umsetzung einer eigenständigen, künstlerisch-forschenden Arbeit.
- Positionierung und Reflexion: Verfassen eines wissenschaftlichen oder projektdokumentarischen Textes zur Reflexion der eigenen Arbeit im thematischen Kontext.
- Peer-Review und Editing: Kritische Auseinandersetzung und Beurteilung der Arbeiten innerhalb der Gruppe sowie Entwicklung einer geeigneten Präsentationsform.
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| Voraussetzungen |
Vorausgesetzt wird vor allem die Lust am Experiment und die Neugier, KI-generierte Bilder als künstlerische Praxis zu entdecken und Theorie und Praxis als Einheit zu begreifen. Wir werden wissenschaftliche Texte in Deutsch und Englisch lesen, sie gemeinsam reflektieren und die Erkenntnisse in die eigenen künstlerischen Arbeiten überführen. Wichtig ist die Bereitschaft zum kollaborativen Arbeiten und ein offener, konstruktiver Austausch. Spezifische technische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Ein Zugang zu einem Open-Source-Bildgenerator wird bereitgestellt, wobei die Wahl der Werkzeuge und Bildsysteme völlig frei ist. |
| Leistungsnachweis |
Der Leistungsnachweis spiegelt die Verbindung von kritischer Reflexion und künstlerischem Experiment wider und setzt sich aus vier Bausteinen zusammen: Den Grundstein bildet das gemeinsame (1) Reading Journal, in das begleitend zur Lehrveranstaltung Gedanken, Skizzen und Kommentare zu den behandelten Texten eingetragen werden. Darauf aufbauend realisiert jede*r Teilnehmer*in ein (2) eigenständiges Projekt, dessen mediale Form völlig frei gewählt werden kann. Ergänzt wird diese Praxis durch eine (3) schriftliche Ausarbeitung: Bachelor-Studierende verfassen eine projektdokumentarische Reflexion (1–2 Seiten), Master-Studierende vertiefen ihre Fragestellung in einem wissenschaftlichen Essay (2–3 Seiten) im Kontext ihres eigenen Fachbereichs. Den gemeinsamen Abschluss bildet die (4) aktive Mitarbeit an unserer kollektiven Publikation. |
| Zielgruppe |
Die Veranstaltung wird als »Studentisches Bauhaus.Modul« durchgeführt und steht allen Bachelor- und Masterstudierenden sowie Promovierende der Fakultäten Architektur und Urbanistik, Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Kunst und Gestaltung sowie Medien offen. Bitte halten Sie vor der Anmeldung Rücksprache mit Ihrer Fachstudienberatung und klären Sie, ob diese Veranstaltung in ihrem Curriculum anerkannt werden kann. Bei Bedarf schließen Sie vor Veranstaltungsbeginn ein Learning Agreement (DE/EN) ab. |