Im Entwurfs- und Bauprozess entsteht Wissen durch Handeln, Beobachten, Erproben und kontinuierliche Reflexion - auch wenn nur implizit wahrgenommen. Das Seminar Reflection-in-Action nimmt dieses Ineinandergreifen und den offenen Erkenntnisprozess exemplarisch am Versuchsgut Dornburg in den Blick. Mithilfe zeichnerischer, diagrammatischer und experimenteller Dokumentations- und Darstellungsmethoden wird erforscht, inwiefern materialspezifisches Konstruieren, kollaborative Zusammenarbeit und situatives Entscheiden vor Ort zu resilienten Umbaustrategien beitragen können. Wie reagiert eine Gruppe aus Entwerfenden und Bauenden auf Bestand, Materialrestriktionen und konkrete Nutzer*innen? Wie verlaufen iterative Anpassungen, kollektive Entscheidungsprozesse und der Umgang mit Unsicherheiten unter realen Bedingungen? Welche spezifischen architektonischen Ausdrucksformen und Qualitäten entstehen daraus? Und inwiefern lassen sich diese Erfahrungen über den konkreten Kontext hinaus übertragen – etwa im Hinblick auf Impulse für klimagerechtes und inklusives Lehren und Bauen? Das Seminar dient einerseits der Auswertung der prototypischen Interventionen im Kuhstall, andererseits der Untersuchung des Potenzials solcher Real-Labor-Formate für Umbaukultur, kollaborative Raumproduktion und eine gegenwartsbezogene Architekturlehre. |