| Kommentar |
Durch die Methodik der Dekonstruktion - dem entwerferischen Herauslösen von Fragmenten eines profanen Bestandsgebäudes - entstehen halbfertige Torsi, die mit neuen Versatzstücken ergänzt und deren räumliche Konstitution dabei umformuliert wird. Unter Dekonstruktion verstehen wir keinen Akt von mutwilligem Vandalismus, sondern viel mehr eine produktive Art der Zerstörung. Dabei begreifen wir den profanen Bestandsbau als Collage von bereits realisierten Umbauten, als Palimpsest, das lediglich um eine weitere Schicht ergänzt wird. Wir reihen uns ein in den bereits laufenden Prozess und werden so zu Co-Autor*Innen eines transgenerationalen Gemeinschaftsprojekts. Das dilettantische „Murxen“ wird zur professionellen Methode des Umbaus erhoben. So schwingt auch ganz beiläufig der Titel des legendären Kultstücks von Christoph Marthaler mit, inszeniert im Bühnenraum von Anna Viebrock. Sie meinte einmal: „Ich finde, dem Verfall zuzusehen, ist wahnsinnig interessant.“ (*) |