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Drückmal
Erzgebirgische Holzspielzeug-Variante
des Goethe-Schiller-Denkmals in Weimar

Idee: Petra Pölking
Entwicklung: Christoph Weimann

Produktion: Hess Holzspielzeug, Olbernhau / Erzgebirge

Vertrieb: www.salveshop.com

Produktfotografie: Ingo Mische




Weimar ­ die Stadt, in der Goethe und Schiller lebten.

Kommt man hierher, wird man unweigerlich Zeuge einer langen und anhaltenden Verbeugung vor den beiden Größen dieser Stadt. Anstatt nun ständig den Bückling zu machen, kann man selbst ­ Drückmal sei Dank ­ auch einmal eine Verbeugung einheimsen:
Das Repertoire reicht von einem leichten Kopfnicken über eine kleine Verbeugung bis hin zur formvollendeten Rumpfbeuge.

Ist das noch nicht genug, so können sich die beiden zu Faxen jeglicher Art hinreißen lassen:
Ganz nach Laune und Geschick des jeweiligen Benutzers, greift Goethe Schiller schon mal unter den Rock.


Petra Pölking

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Lokaler Massentourismus und Souvenirs

Mit der Entwicklung des Tourismus hat auch das Souvenir eine immer größere Bedeutung für die lokale Wirtschaft der besuchten Orte und Regionen erhalten. Untersuchungen haben ergeben, daß ca. 5 Prozent des gesamten Urlaubsbudgets für Souvenirs ausgegeben werden. Das sind im Durchschnitt zwischen 40,­ und 60,­ DM pro Besucher.

Für die Touristen war es schon immer wichtig, von ihren Reisen etwas mit nach Hause zu nehmen. Dabei besteht etwa zu gleichen Teilen das Interesse an eigenen Erinnerungsstücken, mit denen man sich an seinen Aufenthalt in der Fremde oder ein bestimmtes Ereignis erinnern will (frz.: "se souvenir") und an Mitbringseln für Verwandte und Bekannte, solche Souvenir-Präsente sollen auch die Daheimgebliebenen etwas an der Reise und dem dort Erlebten und Gesehenen teilhaben lassen.

Von daher standen schon immer lokal typische Souvenirs weit oben in der Gunst der Reisenden. Doch mit der zunehmenden Zahl von Touristen wird es immer schwieriger, originelle und neue Ideen für Souvenirs zu finden, die das vom einzelnen Besucher gewünschte Einmalige und Individuelle mit einem in größerer Zahl gefertigten Produkt für die Masse der Touristen zu verbinden. Schnell werden solche Souvenirs selbst zu Massenartikeln.

Dem Souvenir "Drückmal" gelingt es auf den ersten Blick, mehrere der Wünsche der Touristen an ein Souvenir zu verbinden. Es ist ein Produkt, das durch die in der Region typische Handwerkskunst gefertigt wurde und es erinnert an berühmte Personen (durch den Namenszug Schiller und Goethe). Ferner ist es klein und leicht und daher einfach im Reisegepäck zu transportieren. Auch realisiert das "Drückmal" eine originelle Idee, indem es durch den Drückmechanismus die beiden klassischen Dichter zu einem eleganten Bückling veranlaßt.

Doch ist damit letztlich nicht des Guten zu viel in einem einzigen Werk versucht worden? Zudem fragt der Souvenir- und Marketingexperte: Wen soll das "Drückmal" ansprechen ­ ist es zielgruppengerecht? Hier sind gewisse Zweifel gegeben:

Für ein Kinderspielzeug ist es zu wenig kindgerecht, für den "Spieltrieb" der Erwachsenen nicht anspruchsvoll genug, als Kunstgegenstand kann es mit den sonstigen künstlerisch anspruchsvollen Holzschnitzereien aus dem Erzgebirge nur begrenzt konkurrieren, und Goethe und Schiller "erkennt" man bestenfalls an den ­ sehr kleinen ­ Namenszügen auf dem Schild. Es bleibt der "Drückmal-Effekt", doch auch der ist sehr schnell vorbei: Nach ein- oder zwei gelungenen steifen Verbeugungen der Dichter werden die Holzpuppen wieder zurück in das Regal der Massen-Souvenirs gestellt. Trotzdem: Wir verbeugen uns vor der originellen Souveniridee und wünschen einen "massenhaften" Verkauf!


Walter Freyer

Souvenir-Forscher und Professor am Lehrstuhl für Tourismuswirtschaft,
Technische Universität Dresden