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Hautnah und meilenweit

Ein Putsch in Brasilien, ein politisches Erdbeben in der Wiener Hofburg. Für uns sind diese Ereignisse nur in Schlagzeilen ersichtlich und dadurch weit entfernt. Wie sich allerdings Menschen in Brasilien und Österreich in den letzten Monaten gefühlt haben, das ist oft unbekannt. Deswegen haben wir nachgefragt, wie man in Wien und Brasilia die Schlagzeilen miterlebt hat.

Österreich – Der Hofburg-Krimi

Gerade einmal 31.026 Stimmen haben über die politische Repräsentation Österreichs entschieden. Dabei hätten die beiden Kandidaten am Schluss nicht unterschiedlicher sein können. Auf der einen Seite der Grüne Alexander van der Bellen, auf der anderen Norbert Hofer, Spitzenkandidat der rechtspopulistischen FPÖ. Schon seit längerem wird in Österreich von einem „politischen Erdbeben“ gesprochen, denn die Flüchtlingskrise hat die Bevölkerung Österreichs tief gespalten. Bei der Wahl am vergangenen Sonntag herrschte nach Auszählung der Wahlstimmen eine Patt-Situation. Beide Kandidaten lagen gleichauf. Erst am Montag-Nachmittag konnte der neue österreichische Bundespräsident nach Auszählung der Briefwähler mit einer knappen Mehrheit von 50,35% bekanntgegeben werden. Am 8. Juli wird es dann einen grünen Bundespräsidenten geben.

Wie angespannt die Situation besonders in den letzten Monaten in der österreichischen Hauptstadt war, hat uns Sabrina Blagojevic erzählt.

Brasilien – Zwischen „Tschau querida“ und „Colpe“

Das einstige BRICS-Vorzeigeland Brasilien befindet sich in einer tiefen Vertrauenskrise. Grund dafür ist der riesige Korruptionsskandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras. Die Verflechtung zwischen Staat und dem Staatsunternehmen hat in den letzten Monaten in Brasilien zu massiven Protesten geführt. Unter Verdacht stehen viele Abgeordnete, aber auch Oppositionelle, die Medien und die Justiz haben ihre Machtposition in den letzten Monaten missbräuchlich ausgenutzt. Im Auge des Sturms stand die Präsidenten Dilma Rouseff, die nun ihres Amtes enthoben wurde. Laut Rouseff haben die Anschuldigungen gegen sie einem Putsch geglichen. Der neue Präsident Michel Temer verspricht nun besonders viele Reformen und eine Sanierung des Staatshaushaltes, der unter der Ölkrise mit enormen Verlusten zu kämpfen hat.

Wie hoffnungsvoll man in Brasilien noch in die Zukunft blickt, haben wir den ehemaligen Bauhaus-Studenten Filipe Mendonca gefragt.


  • Moderation: Corinna Thamm
  • Redaktion: Johanna Siegemund
  • Vielen Dank an: Sabrina Blagojevic (Wien) und Filipe Mendonca (Brasilia)