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Das SeaM präsentiert: Das Midterm Concert Summer 2020

Bedingt durch Corona entfiel in diesem Mai unser geplantes Midterm-Concert mit aktuellen Werken der Teilnehmer*innen des Projektmoduls Klangwerkstatt am Studio für elektroakustische Musik in Weimar. Am SeaM arbeiten sowohl Studierende der Bauhaus-Universität als auch Studierende der Hochschule für Musik „Franz Liszt“. Hier sind nun die Werke zu hören, die für das damalige Konzert angesetzt wurden.

Üblicherweise werden diese Stücke auf einem Lautsprecherorchester interpretiert, also nicht über eine Stereoquelle wahrgenommen. Viele der am SeaM produzierten Werke sind für ein Surround-Setup oder einen an eine Halbkugel erinnernden Dom konzipiert. Für diese Sendung wurden die Stücke daher auf eine Stereoversion herunter gemischt oder als binaurale Simulation exportiert.

 Die in der Klangwerkstatt entstehenden Arbeiten im Bereich Komposition und Installation folgen einer mittlerweile langen Tradition und basieren auf der Idee eines anderen musikalischen Hörens.

Jedes klangliche Ereignis kann als Musik verstanden werden. Klassische Parameter wie Melodie, Rhythmus und Harmonie, die 99% der musikalischen Sprache bilden, spielen in der elektroakustischen Musik bewusst nahezu keine Rolle, um die Konzentration auf die Wahrnehmung von Raum, Bewegung und Klangfarbe zu schärfen. Nach einer Reihe von fixed-media-Werken übertragen wir zudem einen Mitschnitt des Konzertes des „Digital Bauhaus Orchestra“ vom 5. Februar dieses Jahres. Jedes Mitglied spielt ein eigenes, digital oder physisch manipulierte, experimentelle Instrument. Die Kompositionen stammen von den Mitgliedern selbst und besitzen häufig einen starken performativen Aspekt.

PROGRAMM: 

Andreas Kühn-Juhani: „Entry in a diary“ • 2020, stereo, 6’23“          

This composition is just like an entry in a diary, but with the sounds I found along the way during travels in Germany and Austria. It was inspired by Murray Schafers book „100 Excercises in Listening and Soundmaking“.

 

Felix Geith: „L’éveil“ • 2020, stereo, 4’33“

„L’éveil“ is about bringing lifeless, dry and unpleasant sounds and noises back to life, to give them motions and space. Like an anthill waking up and going back to sleep.

Deniz Ekin Polat: „Dagon“ • 2020, stereo, 5’31“

This piece was named after a story written by H.P Lovecraft, which is a story about a

man who got lost in the open sea and lost his mind after experiencing a traumatizing event.

  

Leon Goltermann: „Orbit Elliptisch“ • 2020, stereo, 8’14“

Verlassene Metallgebilde und Schrott in Ruinen wurden percussiv bearbeitet, die Aufnahmen auseinandergenommen und zu einem neuen Klanggebilde zusammengesetzt.

Danae Le Guennic: „Plume“ • 2019, binaural/stereo, 32’42“

Plume (or Feather in English) is a french radioplay adapted from a partly autobiographic text from Alistair Houdayer, a transgender and autistic comedian and writer. Its listeners are invited into the initiatory journey of an autist discovering himself as a bird, dealing with subjects such as body disfunctions, depression, alcoholism and self acceptance.

 

Yigit Tasdemir: „Surrounded by strings“ • 2020, stereo, 6’25“

„Surrounded by Strings“ ist eine Elektroakustische Komposition welche aus Klängen besteht die mit einer Elektrischen Gitarre erzeugt wurden.

 

Radu Paul Simon Reinhardt: „Klanglandschaft Worpswede“ • 2020, stereo, 6’38“

Klanglandschaft Worpswede ist eine Soundscape-Komposition. Alle Aufnahmen sind am frühen Morgen in der kalten Herbstlandschaft in Worpswede entstanden. Das Schilf raschelt, Gänse ziehen vorbei, die Aufmerksamkeit des Hörers versinkt im Wind, Tönen ferner Zivilisation und schwebt durch die Landschaft.

 

Jacob Hartung: „Metamorphosis“ • 2020, stereo, 6’18“

Das Stück „Metamorphosis“ ist eine Elektroakustische Komposition aus Klängen, die ausschließlich mit einer Steeldrum erzeugt wurden. Es soll die Entwicklung des Verhältnisses zweier zentraler Klangelemente im Verhältnis zur Zeitspanne verdeutlichen.

 

Jascha Hagen und Almut Kühne: „In a maze“ • 2020, 8ch, 7’51“

Die Komposition “In A Maze” wurde hauptsächlich aus Aufnahmen erzeugt, welche aus dem großen Wasserspeicher in Berlin stammen. Almut Kühne improvisierte Gesang und Laute in dem konzentrisch angeordneten Raum, welche von Jascha Hagen aufgenommen und anschließend in einer akusmatischen Komposition zu einer klanglichen Reise in diesen, an ein Labyrinth erinnernden Ort ausgestaltet wurden.

 

Digital Bauhaus Orchestra

Mitschnitt des Konzertes am 5.2.2020 im Werkstattstudio des SeaM Weimar