GMU:Media Art Strategies/Leon-Etienne Kühr/Project

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[old project about telepresence]

Präsenz, Mensch, Prothese (Working Title)

Eine (geplante) Installation von Leon-Etienne Kühr und Clemens Hornemann



Kurzbeschreibung

Die Installation Präsenz, Mensch, Prothese befasst sich mit der Untrennbarkeit physischer und digitaler Präsenz in der heutigen Zeit. Ein mittig im Raum installiertes Smartphone misst die Signale und Wellen, die wir und unsere digitalen Geräte ausstrahlen.

In einem Becken, werden durch Interferenzmuster und Wellen die gemessenen Daten in schwarzer Farbe dargestellt und reagieren kurz und langfristig auf die Veränderungen im Raum — die Menschliche Präsenz als messbare Größe sichtbar gemacht.


Hintergrund

Über die Entität des Menschen:

Der Mensch ist, wenn es unter anderem nach dem französischen Philosophen Bernard Stiegler geht, ein blindes, unvollständiges - ein frühzeitig geborenes Wesen. In der griechischen Mythologie nach Platon dargestellt dadurch, dass Epimetheus bei der Erschaffung der Lebewesen, keine Gabe, keine Eigenschaften mehr für den Menschen übrig hatte. Erst durch den Diebstahl des Feuers und der Weisheit durch Prometheus, wird der Mensch zu einer Entität, einem sehenden Wesen.

»Um einer zu werden, musste er negieren, was er war, indem er seinem Körper eine Prothese hinzufügte.« — Roberto Calasso



Installation

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Eine 1 mal 1 Meter große Metallwanne steht in der Mitte des Raumes. Auf Augenhöhe, verbunden mit der Wanne, schwebt ein Smartphone. Die Wanne ist gefüllt mit schwarzer, etwas dickflüssiger Farbe. Im Ausgangszustand ist die Oberfläche der Farbe glatt und ruhig. Betreten Menschen den Raum reagiert die Installation.

Die Betrachter sind für das Smartphone der Installation durch alle möglichen Wellen wahrnehmbar: Licht/Schatten, Geräusche, Luftbewegung, Wärme. Auch ihre technischen Geräte - Smartphones senden ununterbrochen Signale wie Bluetooth, UMTS oder WLAN.

Alle diese Signale und Wellen werden durch die Sensoren des Smartphones der Installation gemessen, in einer eigens programmierten App erfasst, auf unterschiedliche Audiofrequenzen und Steuersignale gemappt und an einen Raspberry Pi weitergegeben. Von dort laufen die Audiosignale durch einen Verstärker und speisen 8 Subwoofer-Konstruktionen unter der Wanne. Die Steuersignale steuern 4 Turbinen in der Farbe.

Die auf die Installation eintreffenden Signale, sorgen für eine Reaktion in der Wanne. Die Subwoofer-Konstruktionen erzeugen über eine Membran Interferenzen und Wellenmuster, die Turbinen noch stärkere Wellen und Bewegungen. Bei wenig Besuchern und wenig Input-Signalen gibt es feine Reaktionen — Interferenzmuster durchlaufen das Becken. Bei vielen Leuten und vielen Signalen wie hoher Lautstärke oder Blitzlicht steigern sich die Reaktionen, die Turbinen drehen sich, bis zu dem Punkt, dass die Farbe aus ihrem Becken spritzt. Die Präsenz der Menschen hat sich im Raum manifestiert.

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Programmierung


Prototypen

Auf dem Weg zur fertigen Installation wurden mehrere unterschiedliche Prototypen und Studien zur Erzeugung von Wellen angefertigt und mit verschiedenen Materialien experimentiert.

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Unter anderem ein Prototyp mit einem Exciter (Körperschallwandler) an einer Holzplatte als schwimmende Interferenz-Insel.

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Beim aktuellsten Prototyp wird die Schallwellen-Übertragung mit Hilfe von Latex-Membranen realisiert, wie sie auch in der finalen Installation zur Anwendung kommen sollen.

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Einflüsse anderer KünstlerInnen

In der Vorbereitung haben wir uns mit zahlreichen KünstlerInnen des ausgehenden 20. sowie des angebrochenen 21. Jahrhunderts befasst. Zu allererst auf inhaltlicher Ebene mit den Fragen nach Präsenz und dem festhalten und übertragen solcher (eine erste Installations-Idee beschäftigte sich mit Telepräsenz, welche wir aus künstlerischen und skalierungs-Problemen verwarfen). Dabei spielten folgende Werke eine wichtige Rolle für uns:

  • David Bowen - tele-present water
  • Christoph Kilian - Tuchfühler / touching silk
  • Rafael Lozano-Hemmer - Remote Pulse
  • Daniel Rozen - Mirrors


Mit zunehmender konkretisierung unserer Ideen stellten wir Überlegungen über Materialitäten an und befassten uns mit kinetischer Kunst und ihren Anfängen wobei uns diese Werke beeinflussten:

  • Rebecca Horn - Körperphantasien
  • Robert Rauschenberg - Mud Muse
  • Jean Tinguely


Für die technische Umsetzung/Planung sowie Verortung in der Medienkunst waren schließlich folgende Werke wichtig für uns:

  • Carsten Nicolai - Wellenwanne, Chroma actor
  • Hannes Kalk: - .fluid
  • Christina Kubisch - Werke über Elektromagnetische Induktion
  • Ryoji Ikeda - Dataverse
  • Olafur Eliason - Notion Motion

Umsetzung

Aufgrund der Corona-Lage, hat es sich bis jetzt als schwierig erwiesen einen geeigneten Rahmen für die Präsentation unserer Installation zu finden, besonders da die Arbeit von der Interaktion mit den Betrachtern lebt. Unser Ziel ist es dennoch, bis zum Sommer einen geeigneten Ausstellungsort sowie Förderung/Zuschüsse zu finden, damit wir die Installation final umsetzen können.

Besonders beachten müssen wir bei der fertigen Installation/ dem Ausstellungsort, die vorhandene Lichtsituation, da Spiegelungen und Reflektionen einen Großen Einfluss darauf haben wie die Wellen in der Farbe wahrgenommen werden. Außerdem sollte der Boden möglichst weiß/mit weißem Papier bedeckt sein, um erstens, den Boden vor der Farbe zu beschützen und zweitens, die Farbe sich außerhalb des Beckens sichtbar manifestieren kann. Auch die Transportlogistik, Lieferzeiten sowie der benötigte Arbeitsaufwand von mindestens 2-3 Tagen zum Bau der Installation sollte bedacht werden.

Die Materialkosten haben wir in der folgenden Tabelle festgehalten:

Kostenaufstellung:Preiskalkulation