Referenzprojekte

Die Anwendung der in den Einzelprojekten erarbeiteten Methoden an konkreten Bauwerken in Form von Referenzprojekten hat sich in Phase I des GRK als sinnvoll erwiesen. Die verschiedenen auf der Ebene von Partialmodellen und deren Kopplungen angesiedelten Forschungsfelder konnten so erfolgreich zusammengeführt und ihre Relevanz auch für Bewertungsstrategien der Prognosequalität an Gesamtsystemen aufgezeigt werden. Darüber hinaus konnte die spezielle Struktur eines Graduiertenkollegs durch Kooperation der Kollegiaten hier voll zur Entfaltung kommen.

Das bewährte Konzept soll daher in Phase II weitergeführt und die Aufnahme der experimentellen Komponente auch in den Referenzprojekten konsequent umgesetzt werden. Dazu wurden hinsichtlich der Relevanz physikalischer Phänomene und der Bewertungsprobleme der Einzelprojekte drei Objekttypen ausgewählt. An diesen soll im Laufe der Bearbeitung ein breites Spektrum von Analysemodellen angewendet und im Zuge der Bearbeitung der voran beschriebenen Forschungsfelder bewertet werden. Die Qualität des Gesamtmodells soll nun auch unter Einbeziehung von experimentellen
Ergebnissen bewertet werden, wobei Methoden der modellbasiert optimierten Versuchsplanung entwickelt und angewendet werden sollen. So werden auf der Basis von Kurzzeitversuchen und vor allem eines Langzeit-Monitorings statistische Daten an realen Systemen gewonnen, die sowohl für die einzelnen Forschungsfelder und einzelne Partialmodelle als auch für die Referenzprojekte von Bedeutung sind.

Die Messungen des Langzeit-Monitorings sollen parallel und über eine Dauer von ca. zwei Jahren durchgeführt werden, um auch klimatische Bedingungen ausreichend berücksichtigen zu können. Die Tragwerkstypen und ausgewählten Referenzobjekte werden im Folgenden dargestellt. Einige
der Referenzobjekte entstehen zurzeit im Zuge der DB-Neubaustrecke Erfurt-Halle/Leipzig, wodurch sich die einmalige Möglichkeit ergibt, die Bauwerke vor und nach Inbetriebnahme zu analysieren und die Kopplung der Partialmodelle in Abhängigkeit sich verändernder Einwirkungen zu betrachten.