denkraum.bauhaus

Die Frage nach einer zeitgemäßen Pädagogik für eine nachwachsende Generation und die verantwortlichen Positionen von Architekten, Künstlern, Gestaltern und Vermittlern in Bezug auf eine Erziehung zu Mündigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe stehen im Zentrum des disziplinübergreifenden Diskurses über die Aktualität der Utopien des Bauhauses.

In den 1920er Jahren wurden am Bauhaus Weimar und Dessau, in den 1930er Jahren am Black-Mountain-College in North Carolina, USA, und in den 1950er Jahren an der Hochschule für Gestaltung Ulm im Hinblick auf künstlerische Lehre Ziele formuliert, die nicht nur das Handwerk mit der Kunst, sondern auch soziale, kulturelle undpolitische Belange mit formalen Ansprachen einer visuellen Kultur zu vereinen suchten.

Ebenso wollte sich die Kunst mit den Wissenschaften vereinen, mit ihnen kooperieren und gesellschaftlich an Bedeutung gewinnen.

Das weltpolitische Geschehen provoziert Fragen an eine zeitgemäße ästhetische Bildung. Die zeitgenössische Kunst, Gestaltung und Architektur sind von diesen Prozessen unmittelbar betroffen, da sie Auswirkungen nicht nur auf Inhalte, Formen und Medien künstlerischer Arbeit haben, sondern auch neue Kontexte erschließen helfen und damit Chancen auf eine funktionale Einbindung bildender Kunst in gesellschaftlich relevante Fragestellungen eröffnen.

In einem ThinkTank, der im Januar 2018 statt fand, wurden sechs Themenschwerpunkte identifiziert, welche die Struktur des Symposiums bestimmen werden:

 Komplexität gestalten

 Moderne Haltungen

 Virtuelle Realitäten

 Öffentlichkeit und Gemeinschaft

 Material-Begegnung

 Räume und Resonanzen

Das Konzept zielt auf die Wahrnehmung der sozialen und gesellschaftlichen Bildungs-Verantwortung in einem zukunftsorientierten, interdisziplinären, diskursiven und experimentellen Rahmen. Neben der Identifikation von Desideraten mit hoher Aktualität steht die Vernetzung unterschiedlichster Disziplinen im Fokus.

Die übergeordnete Praxisorientierung schließt ein, dass nach konkreten Konsequenzen für Bildungsprozesse gesucht wird, die auf die Professionalisierung von Vermittlern, Gestaltern, Künstlern und Entwerfenden vor dem Hintergrund ökologischer, technologischer und gesellschaftlicher und medialer Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zielen.

Mit der breiten Themenaufstellung wird der Diskurs über die Fächergruppen hinaus bewusst gefördert, um einen disziplinübergreifenden Denkraum zu schaffen und die Potentiale des Austausches zwischen unterschiedlichen Denk-, Sprach- und Handlungskulturen erfahrbar werden zu lassen. Gearbeitet wird an historischen Orten des Bauhauses in Weimar sowie an aktuellen Bildungsorten der Bauhaus-Universität Weimar wie des Denkraumes Bauhaus.

Das 6. Internationale Symposium zur Architekturvermittlung „Denkraum.Bauhaus“ ist 2019 als gemeinsame Veranstaltung mit dem Bundeskongress der Kunstpädagogen konzipiert.