Drei Bauhausmuseen

Projekt

Prof. Dr. Max Welch Guerra, DI Caroline Kauert
Note - 8 LP/12 SWS

Planung und Politik in Berlin, Dessau und Weimar

Eine weitverbreitet Kritik an der Art und Weise, wie die Bundesrepublik das hundertjährige Jubiläum der Gründung des Bauhaus feiern wird, lautet, dieses Kapitel deutscher (Gestaltungs-)Geschichte würde heute musealisiert. Der erste Blick gibt dieser Kritik recht: alle drei historischen Standorte des Bauhaus der Zwischenkriegszeit schicken sich an, ihre bisherigen Ausstellungmöglichkeiten um ein neues Bauhaus-Museum zu erweitern, obwohl sie alle schon über eines verfügen.

Diesem Vorgang möchten wir mit den Mitteln der Planungsforschung auf den Grund gehen. Das Projekt untersucht die drei laufenden Vorhaben und schließt mit einer gutachterlichen fachpolitischen Stellungnahme. Es leistet damit einen Beitrag zur Erkundung des heutigen Standes der Planungs- und politischen Kultur der Bundesrepublik und erschließt insbesondere ein wichtiges Kapitel dessen, was heute schon unternommen wird, um das Jubiläum zu begehen.

Das Arbeitsprogramm ist ambitioniert. Wir werden klären, inwiefern

· mit den drei Museumsvorhaben eine fachpolitische Deutung des Bauhaus
  unternommen,

· ein Impuls für die Stadtentwicklung ernsthaft gesucht, sowie

· ein neues Stadtfestival im Sinne tourismusorientierter Standortkonkurrenz
  montiert

wird. Dies werden wir untersuchen, indem wir uns mit den Wettbewerbsvorgaben auseinandersetzen, die Standorte studieren und gegebenenfalls die städtebaulichen wie architektonischen Aussagen der prämierten Entwürfe analysieren. Aufmerksam werden wir die allgemeine wie die Fachdebatte dazu nachvollziehen. Zudem werden wir mit konflikttheoretischer Sensibilität rekonstruieren bzw. laufend beobachten, wie bei solchermaßen exponierten öffentlichen Vorhaben öffentliche Steuerung stattfindet und welches Gewicht andere Akteure erlangen.