PM_Greiz: Urban by Landscape

Projektmodul | 4. Fs. B.Sc. Architektur, Urbanistik| Prof. Dr. Sigrun Langner,  Dipl.-Ing. Hinnerk Utermann, M.Eng. Pia Müller, M.Sc. (ir.) Arch. Jonas Langbein, Jonas Musil (e-Tutor)| 12 ECTS | 8 SWS

Thema:

Wie viele Industriestädte des Vogtlandes (und anderer Regionen) stand und steht die ehemalige Residenzstadt Greiz vor den Herausforderungen einer tiefgehenden Strukturtransformation:
Während der Industrialisierung erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dieser manifestierte sich stadtstrukturell-räumlich in der gründerzeitlichen Neustadt oder in der Vielzahl von Textilfabriken, vor allem entlang des Aubachtals.Nach der Wende erfuhr die Stadt eine starke wirtschaftliche und demografische Abwanderung. Greiz wurde zu einer der am radikalsten schrumpfenden Städte in Thüringen. Das vormals dichte, städtische Gebiet im Aubachtal wurde nach der Schließung derletzten Textilfabrik 1997 durch Abriss ausgedünnt und ist heute geprägt von undefinierten Leerstellen. Die Mehrzahl der noch verbliebenen Bauten steht als industriekulturelles Erbe unter Denkmalschutz. Sie sind jedoch räumlich isoliert und aus ihren strukturellen Zusammenhängen gerissen und werfen vielmals Fragen einer funktionierenden Nachnutzung auf. Bauliche Nachnutzungen derBrachen durch beispielsweise Supermärkte folgen wiederum völlig anderen Entwicklungslogiken und schreiben die Fragmentierungdes Gebietes weiter fort. Es entsteht ein heterogenes und fragmentiertes Stadtgebiet ohne erkennbaren städtebaulichen oder landschaftsstrukturellen Zusammenhang. Die Nähe zum Stadtkern ruft Fragen der Vernetzung, Funktionalität und Bedeutung des Gebietes in Bezug zur Alt- und Neustadt und den angrenzenden Nachbarschaften auf, so dass sich die Fragen über die weitere Entwicklung des Gebiets nur in Bezug auf die ganze Stadt stellen lassen.


Der Semesterentwurf des 4. Kernmoduls thematisiert die zunehmende Fragmentierung des Aubachtals und möchte mit Ihnen mögliche Antworten auf die Frage entwickeln, wie die bestehenden baukulturellen, städtebaulichen und landschaftlichen Elemente alsAnsatzpunkt und Ressource für die zukünftige Entwicklung des Aubachtals produktiv gemacht werden können und welche Bedeutung dabei das Aubachtal innerhalb nachhaltiger Zukunftsbilder der Stadt Greiz einnehmen könnte. Ausgehend von einer eingehenden Untersuchung der städtebaulichen, landschaftlichen und baukulturellen Strukturen und Zeitschichten entwickeln Sie einen stätebaulich-landschaftsplanerischen Entwurf für das Aubachtal in Greiz, welcher in eine größere gesamtstädtische Perspektive eingebunden sein soll. Diese Szenarien könnten die (Re-)Aktivierung und (Re-)Programmierungdurch neue bauliche Setzungen und Qualifizierung bestehender Freiräume als Impuls für ein nachhaltiges Wachstum behandeln. Aber auch von einer landschaftlichen Perspektive ausgehend eine neue Lesart auf die fragmentierten Räume und deren Re-Konfiguration unter radikalen Schrumpfungsbedingungen entwickeln.


Die Entwürfe werden in gemischten Gruppen (B.Sc. Architektur und B.Sc. Urbanistik) bearbeitet und in wöchentlichen Konsultationen besprochen.

Zeit: dienstags

Ort: Moodle

Beginn: 06.04.2021