Thesisangebot WS 21/22

Urlaubswerft Saalburg

Foto: Thomas Müller

Themenangebot für die Thesisbearbeitung im WS21/22

in Kooperation mit der IBA Thüringen "Urlaubswerft Saalburg" Freiraumplanerisches-städtebauliches Entwicklungskonzept für touristische und naturnahe Nachnutzung eines ehem. Werftgeländes am Thüringer Meer in der Nähe von Saalburg mit architektonischem Vertiefungsbereich zu Ferienarchitekturen, touristischer Infrastruktur.

Tourismus ist nicht nur ein wichtiger Wirtschaftszweig in Thüringen, sondern auch eine Bau- und Gestaltungsaufgabe. Freundlich gesprochen sieht man hier in Thüringen "viel Potential", meint damit aber auch gleichzeitig, dass an vielen Orten keine zeitgemäßen Angebote existieren. Gerade im ländlichen Raum – oder besser: landschaftlichen Raum – bekommt der Tourismus eine strukturelle Bedeutung und kann einen entscheidenden Beitrag für die Stabilisierung von Regionen leisten und dem demografischen Wandel entgegen wirken.

Die Thüringer Landesregierung hat dies frühzeitig erkannt und hat u.a. mit der Entwicklung der Urlaubsregion "Thüringer Meer" dem bereits bekannten "Thüringer Wald" ein Komplementär hinzugefügt, dass entlang der Saalekaskade insbesondere das "Wasser" in den Mittelpunkt stellt. Eine interkommunale Arbeitsgruppe (KAG Thüringer Meer) bündelt seit Jahren die Aktivitäten und verfolgt das Ziel die vielschichtigen Projektansätze zu einem integrierten Ansatz zu bündeln. 

Unter dem Leitbegriff "StadtLand" nimmt die IBA Thüringen insbesondere die eher kleinen und ländlichen geprägten Räume in den Fokus und sieht in einem neuen regionalen und nachhaltigen Tourismus ein enormes Potential für die Regionalentwicklung, aber auch als Gestaltungsaufgabe. In Kooperation mit dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und der Stiftung Baukultur Thüringen lobte die IBA im März 2018 den Ideenwettbewerb "XS - Neue Ferienhäuser modellhaft bauen" aus, mit dem ganz bewusst ein Maßstab gewählt wurde, der den üblichen "Großprojekten" eine Alternative entgegen stellen sollte. Im Ergebnis entstand ein Katalog von neuen Ansätzen, die potentiellen Projektträgern zur Verfügung gestellt wurden (s. Stiftung Baukultur, Thüringen, Baukultur, Tourismus).

Aus diesem Verfahren ging u.a. das Projekt "Urlaubswerft", an der Bleilochtalsperre hervor. Hier bietet sich auf einem ehemaligen Werftgelände die Möglichkeit ein modellhaftes Beispiel für eine neue Art von Tourismus in Thüringen zu entwickeln. Zwischenzeitlich sind die Eigentumsfragen und bauleitplanerischen Prozesse so weit fortgeschritten, dass nun eine konkrete, entwerferische Auseinandersetzung der folgerichtige, nächste Schritt sind.

Die "Marina Saalburg" als Projektträgerin, zeigt dabei eine große Offenheit für neue Ansätze und sucht ein robustes Leitbild als Handlungsempfehlung für die Entwicklung in den nächsten Jahren. Grundsätzliche Nutzungsidee ist die Errichtung von Ferienhäusern in Kombination mit der dazugehörigen Infrastruktur (Gastronomie, Anlegestelle, Sanitär, Strassen, Wege, Parkplätze etc.) sowie die Einbindung des Werftgeländes, dass auch zukünftig für die gewerbliche Reparatur kleinerer Schiffe genutzt werden soll.

Innerhalb des ca. 5 ha großen Gesamtareals sind im Entwurf befindlichen Bebauungsplan. Hierfür drei Baufelder gewidmet. Das zentrale Baufeld "SO1" ist für die Ferienhäuser vorgesehen und schreibt eine offene Bauweise, eine maximale Höhe von 6,0 m und eine Grundflächenzahl von 0,2 vor. Dieses Hauptbaufeld umfasst ca. 13.500 m2. Bei einer GR von 0,2 sind demnach 2.700 m2 bebaubar. Überschlägig sind hier bei einer Bebauung mit XS FH (ca. 20 m2) 135 St. möglich, S FH (ca. 40 m2) 68 St.,  bei M FH (ca. 60 m2) ca. 45 St.

Ziel ist es eine neue Art von Ferienort und Urlaubsversprechen zu entwickeln, dass nicht die üblichen Hotelstandards bedient. Vielmehr geht es darum eine Art Siedlungsmodell zu entwickeln, dass die landschaftlichen Potentiale des Ortes entdeckt und die Gebäude und dazugehörige Infrastruktur in diese integriert. 

Der Entwurf kann ggf. Schnittstellen zu einer Summerschool 22 berücksichtigen und bewußt auf DIY Strategien etc. setzen.

Kooperation mit der IBA Thüringen, Ansprechpartner: Tobias Haag

IBA Thüringen,  Projekt Thüringer Meer