Wintersemester 2021/22

Bewerbung

Bewerbungen für Thesisarbeiten oder freie Projekte bitte bis zum 15.09.2021 per E-Mail als pdf an Cornelia Unglaub, cornelia.unglaub[at]uni-weimar.de (Sekretariat) senden.

Hierfür bitte Lebenslauf, Kurzportfolio (max. 3 Projekte) und ein kurzes Motivationsschreiben einreichen, für eigene wissenschaftliche Themen ein kurzes Exposé. Eigene Themenvorschläge sind wie immer möglich, doch sollten diese vor dem oben genannten Termin mit Mitarbeitenden des Lehrstuhls abgestimmt werden. 

Die Vergabe der Thesisplätze erfolgt in diesem Semester zum Teil durch die Professuren, zum Teil zentral. Die Auswahl durch die Professur erfolgt zum 22.9.2021, danach werden Restplätze über das Vergabetool der Fakultät vergeben.

Die Thesis-Einführung findet am 7.10.2021 um 10:30 Uhr im Raum 102 in der Belvederer Allee 1a (linker Kubus) statt. Der Bearbeitungszeitraum beginnt in Kalenderwoche 41.

Bachelor Vorlesung

Thomas Cole, Architect’s Dream (1840)

Die Vorlesung bildet den ersten Teil eines zweisemestrigen Zyklus zur Geschichte der Architektur von den Anfängen bis zur Gegenwart. Die Vorlesung des Wintersemesters beginnt mit allgemeinen Überlegungen zum Sinn und zur Bedeutung der Architekturgeschichte für das Studium der Architektur, setzt dann chronologisch mit den Anfängen der Baukunst ein und bietet einen Überblick von der Antike bis ins Spätmittelalter. Ziel ist es, einen Kanon an Bauten zu vermitteln, die Architekt*innen kennen müssen und zugleich einen Einblick in die wichtigsten geschichtlichen Entwicklungen von Konstruktion und formaler Gestaltung sowie der Baugattungen zu geben, aber auch mit den verschiedenen methodischen Ansätzen und Betrachtungsweisen der Architekturgeschichtsforschung und -historiographie bekannt zu machen.

Zielgruppe: B.Sc. Architektur 1. FS, B.Sc. Urbanistik

Lehrende: Prof. Dr. phil. habil. Hans-Rudolf Meier, Dipl.-Ing. Kirsten Angermann

Leistungsnachweis
Prüfung für B. Sc. Architektur: Architekturgeschichte Teile I und II Ende SoSe 2022. Testat für B. Sc. Urbanistik für Teil 1 und/oder Teil 2.

Leistungspunkte: 3 + 3 ECTS (für Teile I und II)

Termin: Die erste Vorlesung findet am 25.10.2021 um 13:30 Uhr in Präsenz im Audimax statt.

Bemerkung:  Um Diskussionen und Fragen zu ermöglichen, findet ungefähr jede dritte Vorlesung in Präsenz statt, die übrigen werden als Video auf Moodle hochgeladen.

Moodle-Einschreibeschlüssel: AB202122

 

Literatur:

Benevolo, Leonardo: Die Geschichte der Stadt, Frankfurt a.M. 1983.

dtv-Atlas zur Baukunst, 2. Bde., 12. Aufl., München 2002.

Koch, Wilfried: Baustilkunde. Das große Standardwerk zur europäischen Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart, 27. Aufl., München 2006.

Koepf, Hans / Binding, Günther: Bilderwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar, Stuttgart 2005.

Kostof, Spiro: Geschichte der Architektur, 3 Bde., Stuttgart 1992.

Pevsner, Nikolaus: Funktion und Form. Die Geschichte der Bauwerke des Westens, Hamburg 1998 (A History of Building Types, 1976).

Pevsner, Nikolaus / Fleming, John / Honour, Hugh: Lexikon der Weltarchitektur, 3. Aufl. Hamburg 1992 (2000 als CD-ROM).

Seidl, Ernst (Hg.): Lexikon der Bautypen. Funktionen und Formen der Architektur, Stuttgart 2006.

Bachelor Projekt

Beetroot87 / Burak Kücük (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:NahF61_Abf%C3%B6rderbr%C3%BCcke,_Besucherbergwerk_am_Bergheider_See.jpg), "NahF61 Abförderbrücke, Besucherbergwerk am Bergheider See", https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

 Im Zusammenhang mit der im März 2022 vom IfEU organisierten Winterschule der deutschen Stadtplanungsstudiengänge, die dem Thema „Die identitätsstiftende Region –Möglichkeiten und Grenzen regionaler Identitätsbildung“ gewidmet ist beschäftigen wir uns auch im Urbanist*innenprojekt mit räumlichen Identitätskonstruktionen im regionalen Maßstab. Unser Ansatz ist das Konzept der (historischen) Kulturlandschaft, verstanden als im geschichtlichen Wandel anthropogen veränderte Landschaft. In den Fokus nehmen wir dabei in unterschiedlicher Weise industriell geprägte Kulturlandschaften, beschreiben deren Prägungen und untersuchen, wie diese in der Region wahrgenommen und nach Außen dargestellt werden, d.h. welche Prägungen für das Selbstbild und die Außensicht dominant sind. Daran knüpft die Frage, welche Elemente der vormaligen industriellen Nutzung erhalten wurden oder auch zukünftig erhaltenswert sind, um diese Zeitschicht nachvollziehbar zu belassen.

Industriell geprägte Kulturlandschaften sind in Mitteldeutschland etwa Tagebaufolgelandschaften (z.B. im Leipziger Südraum o. in der Lausitz), die Uranabbau-Folgelandschaft der Wismut, die „Weißen Berge“ des Kali-Abbaus an der Werra (und ggf. andere Deponie-Landschaften), Steinbrüche (bspw. des Schieferabbaus im Thüringer Wald), die„Chemie-Landschaft“ um Bitterfeld, die durch die Textilindustrie geprägten Landschaften von Gera übers Vogtland bis ins Erzgebirge. Zumindest mitdiskutiert werden auch Energielandschaften und von der industriellen Landwirtschaft oder der Tourismusindustrie geprägte Landschaften.

Methodisch wird es darum gehen, solche industriell geprägten Kulturlandschaften zu erfassen, ihre prägenden Siedlungen, Bauten und Infrastrukturen zu beschreiben und Prozesse der Transformation und den Umgang mit diesem zuweilen als „unbequem“ empfundenen Erbe zu untersuchen.

Zielgruppe: B.Sc. Urbanistik 3. FS

Lehrende: Prof. Dr. phil. habil. Hans-Rudolf Meier, Dipl.-Ing. Kirsten Angermann, M.Sc. Christine Dörner

Leistungsnachweis: Referate, textliche und zeichnerische Ausarbeitung von Analysen
und Konzepten, Erarbeitung einer Projektbroschüre.

Leistungspunkte: 12 ECTS

Termin: Donnerstags Projekttag, Beginn am 14.10.2021.

Bemerkung: Das Projekt startet in Präsenz.

Moodle-Einschreibeschlüssel: IL202122

Bachelor & Master Seminar

Kiosk in der Carl-August-Allee in Weimar, Ulrich Junk/Matthias Abendroth, 1988.

„Less is a bore“, „Form follows fiasco“, „Anything goes“ – die internationale Postmoderne hat viele Postulate hervorgebracht, die in Opposition zur Moderne traten und sich in global rezipierten Gebäuden manifestierten – Robert Venturis Haus für seine Mutter in 

Philadelphia, Charles Moores Piazza d’Italia in New Orleans oder James Stirlings No. 1 Poultry in London. Neben solchen Schlüsselwerken der Postmoderne hat sich die Strömung jedoch auch bis in Kleinstädte und Alltagsarchitekturen hinein verbreitet und steht heute, rund 30 bis 40 Jahre nach ihrer Entstehung, oftmals zur Disposition. 

In Einklang mit der momentan zu beobachtenden Wiederentdeckung und wissenschaftlichen Aufarbeitung der Architektur der Postmoderne und ihrer  denkmalpflegerischen Bewertung – so stehen etwa die Staatsgalerie in Stuttgart (James Stirling, Michael Wilford & Associates, 1979–84), einige Bauten der Internationalen Bauausstellung von 1987 in Berlin oder auch das Haas-Haus in Wien (Hans Hollein, 1985–90) bereits unter Denkmalschutz – , widmet sich das Seminar ausgewählten Bauten der späten 1970er bis 1990er Jahre in Thüringen. 

Vor dem Hintergrund der internationalen Postmoderne in der Architektur sollen diese Gebäude bauhistorisch untersucht und beschrieben und schließlich auf mögliche Denkmalwerte hin untersucht werden. 

Interessant sind an diesem zu untersuchenden Gebäudekorpus mehrere Aspekte: zum einen stehen in Thüringen in diesem Zeitraum sowohl Gebäude im Fokus, die zu Zeiten der DDR entworfen wurden als auch Gebäude, die nach der Wiedervereinigung entstanden. Zum anderen sind die Gebäude überwiegend in einem mittel- und kleinstädtischen bis ländlichen Kontext abseits der großen Metropolen entstanden. So stehen Gebäude wie das Schillermuseum in Weimar (1988), die Bundesbankfiliale in Erfurt (1998) im Fokus einer solchen Betrachtung, aber auch die vielen Wohnbauten in Großtafelbauweise, die in 1980er Jahren in den Altstadtkernen vieler Städte entstanden.

  • Wie kann man die internationalen Theorien und Beschreibungen der postmodernen Architektur mit der Architekturlandschaft Thüringens dieser Zeit in Zusammenhang setzen? 
  • Ist das Baugeschehen der 1970er und 1990er Jahre in Thüringen überhaupt anknüpfungsfähig für den Terminus „Postmoderne“?
  • Wie bewertet man weniger repräsentative Bauaufgaben wie Wohn- und Industriebauten?
  • Welche dieser Gebäude sollten unter Denkmalschutz gestellt werden?

In einem kurzen ersten Abschnitt des Seminars sollen anhand der Lektüre einschlägiger Texte zur Postmoderne und der Vorstellung einschlägiger Gebäudebeispiele die Merkmale postmoderner Architektur herausgearbeitet werden. Im zweiten Teil steht die individuelle Recherche zu den Objekten in Thüringen, deren Beschreibung und Bewertung im Vordergrund. 

Das Seminar wird in Kooperation mit dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie durchgeführt und vom dortigen Mitarbeiter Dr. Clemens Peterseim mitbetreut. 

Es ist geplant, die Ergebnisse auf Postern darzustellen, die während der an der Bauhaus-Universität Weimar durchgeführten Tagung „Denkmal Postmoderne“ im März 2022 ausgestellt werden (www.uni-weimar.de/denkmal-postmoderne).

Zielgruppe: B.Sc. Architektur u. B.Sc. Urbanistik je ab 5. FS, M.Sc. Architektur, M.Sc. Urbanistik

Lehrende: Prof. Dr. phil. habil. Hans-Rudolf Meier, Dipl.-Ing. Kirsten Angermann, Dr. Clemens Peterseim

Leistungsnachweis: Regelmäßige Teilnahme am Seminar, mündliche Leistung, schriftliche Ausarbeitung und Postergestaltung jeweils nach Absprache.

Leistungspunkte: 3 ECTS

Termin: Beginn 13.10.2021 9:15 - 12:30 Uhr.

Bemerkung: Die Vorlesung startet in Präsenz. Geplant ist, die Ergebnisse auf Postern darzustellen und während der Tagung „Denkmal Postmoderne“ im März 2022 auszustellen.

Moodle-Einschreibung: erfolgt mittels Bestätigung der Einschreibung durch Trainer.

Master Vorlesung

Die Vorlesung vermittelt eine architektenspezifische Einführung in die Aufgaben, Geschichte, Theorie und Methoden der Denkmalpflege. Ein Schwerpunkt bilden aktuelle Fragen, Debatten und Ansätze, wobei auch internationale Aspekte Beachtung finden. Diskutiert werden u.a. folgende Themen: Gegenstand, Aufgaben und Institutionen der Denkmalpflege; Denkmalpflege als Spezifikum der Moderne; Denkmalbegriffe; Denkmalwerte; die Architekt*innen am Denkmal; denkmalpflegerische Praxis von der Befundanalyse und -dokumentation über Konservierung und Reparatur bis zu Umnutzung und Ergänzungsbauten; städtebauliche Denkmalpflege; inter- und transnationale sowie interkulturelle Aspekte der Denkmalpflege.

Zielgruppe: M.Sc. Architektur 1. FS, M.Sc. Urbanistik 1. FS

Lehrende: Prof. Dr. phil. habil. Hans-Rudolf Meier, Dipl.-Ing. Kirsten Angermann, M.Sc. Christine Dörner

Leistungsnachweis: schriftliche Prüfung

Leistungspunkte: 3 ECTS

Termin: Dienstags, 17.00 Uhr - 18.30 Uhr. Die erste Vorlesung findet am 12.10.2021 in Präsenz im Audimax statt.

Bemerkung: Um Diskussionen und Fragen zu ermöglichen, findet ungefähr jede dritte Vorlesung in Präsenz statt, die übrigen werden als Video auf Moodle hochgeladen.

Moodle-Einschreibeschlüssel: DH202122

 

Literatur:

Leo Schmidt: Einführung in die Denkmalpflege, Darmstadt 2008 (auch englisch: Architectural Conservation. An Introduction, Berlin/Bonn 2008). 

Achim Hubel: Denkmalpflege. Geschichte, Themen, Aufgaben, Ditzingen (Reclam) 2006. 

Michael Petzet / Gerd Mader: Praktische Denkmalpflege, Stuttgart / Berlin / Köln 1993 (u. Neuaufl.). 

Master Seminar

Ringvorlesung Graduiertenkolleg "Identität und Erbe"

© Identität und Erbe, www.identitaet-und-erbe.org

Das DFG-Graduiertenkolleg »Identität und Erbe« ist eine gemeinsame Einrichtung der Technischen Universität Berlin und der Bauhaus-Universität Weimar und nahm am 1. Oktober 2016 seine Arbeit auf. Es setzt sich aus 12 Doktorand/innen und zusätzlich bis zu 6 durch Dritte geförderten assoziierten Kollegiat/innen zusammen.

Das Kolleg leitet zur kritischen Erforschung von Identitäts- und Erbe-Konstruktionen an, die auf Bauwerken, historischen Orten und anderen, hauptsächlich dinglichen, kulturellen Überlieferungen gründen und hat zum Ziel, ein Modell für eine interdisziplinäre kritische Kulturerbe-Forschung und eine Kulturerbe-Theorie zu entwickeln, die den Ansatz einer partizipatorischen und demokratischen Erbe-Interpretation mit der Feinbeobachtung und Deutung der materiellen Beschaffenheit der Gegenstände verbindet.

Interessierte Studierende im Masterstudiengang Architektur und Urbanistik haben die Möglichkeit, an der zugehörigen Ringvorlesung teilzunehmen. Mit dem Verfassen eines Essays – dessen Thema in Absprache mit den betreuenden Dozenten festgelegt wird – erfolgt ein Leistungsnachweis, um den Besuch der Veranstaltungen als Seminar anrechnen zu lassen.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Website des Graduiertenkollegs

Zielgruppe: MA Architektur und Urbanistik

Verantwortlich: Prof. Dr. phil Hans-Rudolf Meier

Leistungspunkte: 3 ECTS

Leistungsnachweis: Note: Essay, Testat: kurzer Vortrag

Datum Gast Thema Ort Uhrzeit
26.10.21 Ingrid Scheurmann
(Dortund)
Kontinuität oder Change-Management?
Denkmalpflege in Zeiten des Klimawandels
Weimar,
Marienstraße,
Hörsaal A
18:30
02.11.21 Heike Becker (Kapstadt) Falling Monuments, Rising Memories: The
politics and aesthetics of postcolonial
memory cultures and urbanscape in southern
Berlin,
Hauptgebäude
H111
18:30
10.11.21Diebedo Francis Kéré (Berlin)Vortrag im Rahmen der Bauhaus-Gastprofessur 2021Weimar,
Audimax
18:00
16.11.21 Götz Aly (Berlin) Geschichtsverrückt. Die Deutschen – ein Volk
ohne Mitte
Berlin,
Hauptgebäude
H111
01.12.21 Marco A. M. Gabriel
(Edinburg)
Transnational achitectural identities: The role
of fachwerk in the valorization of the German
Brazilian cultures in the Itajai Valley, Brazil,
from the 1970s onwards.
Dessau,
Hochschule
Anhalt, Campus,
Gebäude 08,
Audimax, Raum
18:00
07.12.21 Johan Lagae (Gent) “Sorry Congo !?” On the positionality of
architectural history in dealing with Congo’s
colonial past.
Weimar,
Marienstraße,
Hörsaal A
18:30
14.12.21 Alfred Hagemann
(Berlin)
Neubau mit Geschichte.
Zum Umgang mit der Geschichte des Ortes
am Humboldt Forum.
Berlin,
Hauptgebäude
H111
18:30
11.01.21 Alexandra Staub
(Pennsylvania)
Whose Architecture? Whose Identity? Examining Ethics and Stakeholder Theory as a Framework for Architectural ProductionDigital 18:30
18.01.22 Niloufar Tajeri
(Braunschweig)
Wessen Erbe, wessen Identität, wessen
Architektur? Oder die notwendige
Verkomplizierung von Geschichte, Kultur und
Form
Erfurt
Schlüterstraße 1,
Fachhochschule
Erfurt, Aula
18:30
25.01.22 Stephanie Herold
(Berlin)
Was bleibt vom Kommen? Beheimatung und
Transformation
Berlin,
Hauptgebäude
H111
18:30
01.02.22 Zvi Efrat (Tel Aviv) Entanglement of Colonial, Decolonizing and Postcolonial Constructs in 1960’s –70’s Israeli Architecture Weimar,
Marienstraße,
Hörsaal A
18:30
08.02.22 Rasmus Greiner
(Bremen)
Cinematic Histospheres. Filmische
Erlebnisräume in der audiovisuellen
Erinnerungskultur
Berlin,
Hauptgebäude
H111
18:30
15.02.22 Felix Ackermann
(Warschau)
Vom NKVD zu Netflix.
Denkmalschutzdebatten um das Lukiškės
Gefängnis in der litauischen Hauptstadt Wilna
Weimar,
Marienstraße,
Hörsaal A
18:30

Winterschule

© TU Berlin, Fachgebiet Städtebau & Siedlungswesen, www.isr.tu-berlin.de/menue/forschung/fachlicher_nachwuchs_entwirft_zukunft

Unter dem Thema "Die identitätsstiftende Region" beschäftigen sich im Wintersemester 2021/22 auf Einladung der Bauhaus-Universität Weimar und im Rahmen des von der Nationalen Stadtentwicklungspolitik geförderten Projekts "Fachlicher Nachwuchs entwirft Zukunft" zahlreiche deutsche Hochschulen mit Fragen lokaler Identitäten.

Die von den Professuren Denkmalpflege & Baugeschichte und Raumplanung & Raumforschung organisierte Winterschule wendet sich an Studierende und Lehrende der beteiligten Projekte und lädt diese ein, intensiv und hochschulübergreifend das gemeinsame Thema und seine verschiedenen Dimensionen zu diskutieren und zu bearbeiten. Dabei werden baulich-räumlich Gegebenheiten, aber auch das jeweilige Narrativ und die Modi kultureller Aneignung in den Blick genommen. Es wird untersucht wie diese in die Konzeptionen für die räumliche Entwicklung eingehen können.

Die Winterschule umfasst eine einwöchige wissenschaftliche Veranstaltung, die vom 7. bis 11. März 2022 in Weimar stattfinden wird. Bewerben können sich Studierende der beteiligten Seminare und Planungsprojekte (in Weimar Planungsprojekte: "Industrielandschaften" und "Thüringen, das grüne Herz Deutschlands"), die großes Interesse an Fragen räumlicher Identitätsbildung haben und sich hochschulübergreifend mit Planungsthemen der Zukunft auseinanderzusetzen möchten.

Thesis-Themen Bachelor

Ackerbürgerscheunen

Z thomas (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Coudraystraße_1_3_5_Weimar_2020-06-05_1.jpg), „Coudraystraße 1 3 5 Weimar 2020-06-05 1“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode

Ackerbürgerscheunen Weimar – Denkmalsanierung und Umnutzung durch die Bauhaus-Universität

Die ab 1800 südlich der Schwanseestraße errichteten Ackerbürgerscheunen dienten ursprünglich als mutmaßlich landwirtschaftliche Lagerflächen außerhalb der damaligen Stadt Weimar. Bis 1841 entstanden so entlang der heutigen Coudraystraße in insgesamt drei Reihen 56 Einzelscheunen, die sich jeweils in Gruppen von drei bis sechs Gebäuden aneinanderreihten, sowie fünf weitere Scheunen in der Schwanseestraße. Im Zuge der Ausdehnung der Kernstadt und eingeleitet durch den Bau der Handelskammer 1913 veränderte sich das Gesicht der Coudraystraße in den kommenden Jahren sukzessive, ab den 1950er Jahren auch durch die anstelle früherer Ackerbürgerscheunen errichteten Gebäude für die Bauhaus-Universität (Finger-Institut, Verwaltungsgebäude Coudraystr. 7, etc.). Mit den großmaßstäblichen Gebäuden der „Materialforschungs- und Prüfanstalt“ (MFPA) sowie des „Centrums für Intelligentes Bauen“ (CIB.Weimar) dehnte sich der Campus der Bauingenieure in den 2000er Jahren noch weiter nach Süden aus, sodass die drei aneinandergereihten Ackerbürgerscheunen am südlichen Ende bzw. Auftakt der Coudraystraße (Nr. 1,3 und 5) heute das einzig erhaltene Zeugnis der ursprünglichen Nutzung und städtebaulichen Situation darstellen.

Bereits seit längerem gibt es Gespräche zwischen der Stadt Weimar, die aktuell noch Eigentümerin der denkmalgeschützten Gebäude ist, und der Bauhaus-Universität, die weitere Flächen benötigt, über eine mögliche Übernahme der seit längerem leerstehenden Gebäude. Die Bauhaus-Universität prüft aktuell eine mögliche Nutzung der Scheunen als Seminar- oder Laborgebäude, konkret sollen hier sowohl ein größerer repräsentativer Mehrfunktionsraum für Lehre, Begegnung und Präsentationen sowie Klimakammer und Akustiklabor des Lehrstuhls für Bauphysik ihren Platz finden (im WiSe wird parallel an der Bauphysik-Professur ein Seminar zum klimaneutralen Campus angeboten, welches sich auch mit Standort beschäftigen wird).

Bei einer Tiefe von ca. 11,5 m und einer zusammengefassten Länge von ca. 39,5 m sowie den ca. 45° geneigten Satteldächern auf einem jeweils ca. 4 m hohen Natursteinsockel stellen sich die Gebäude mit Ausnahme der großen Toröffnungen zur Coudraystraße gemäß ihrer ursprünglichen Lagerfunktion relativ geschlossen dar. Die denkmalgerechte und möglichst substanzschonende Einfügung und Belichtung der neuen Nutzungen erfordert entsprechend einen sensiblen gestalterischen aber auch kreativen Umgang mit der Substanz.

Zielgruppe: Bachelor

Aufgabe:
Bauhistorische Analyse der Ackerbürgerscheunen und denkmalpflegerische Bewertung des Bestandes. Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes sowie eines Raumprogramms für die Gebäude auf Basis der Nutzungsvorstellungen der Bauhaus-Universität, denkmalgerechter Entwurf.

Ansprechpersone für weiterführende Informationen und Fragen zum Thema: Christine Dörner, christine.doerner[at]uni-weimar.de

max. 3 Bearbeiter*innen

 

 

Baden-Baden

Baden-Baden, Blick zum Schloss mit Treppenaufstieg zwischen Friedrichsbad (li.) und Kirche der Jesuitenschule (re.). Der Aufzug müsste bis zur Balustrade in der Bildmitte führen.

Ein Aufzug ins Welterbe. 
Barrierefreie Erschließung des Markplatzes von Baden-Baden

Die Stadt Baden-Baden verdankt ihren Namen, ihre Bekanntheit und ihren Reichtum der seit römischer Zeit genutzten Thermalquelle. Seit neustem gehört sie damit zum UNESCO-Weltkulturerbe Great Spas of Europe. Die Hanglage der Stadt begünstigte einerseits den Bau von Villen mit hervorragender Aussicht, macht aber andererseits im historischen Stadtzentrum den Zugang zum Marktplatz, zu Stiftskirche und Rathaus beschwerlich. Insbesondere der Marktplatz gilt als un- bzw. untergenutzter Stadtraum, dessen Erreichbarkeit eingeschränkt und für gehbehinderte Menschen nur überaus schwierig zu bewältigen ist.

Die Stadt prüft daher, ob eine Aufzugsanlage errichtet werden könnte, wobei dabei nur zwei Stellen beidseits des historischen Friedrichbads in Frage kommen. Zu prüfen ist, welche Aufzugsart an diesem Ort möglich wäre (Fahrstuhl oder Schrägaufzug) und wie das oder die dafür zu errichten Architekturen zu gestalten wären. Man befindet sich im rundum denkmalgeschützten Bereich mit architektonisch prägnanten Nachbarbauten und im Kernbereich der Welterbezone. Ein Aufzug an dieser Stelle wäre eine sowohl technisch wie auch gestalterisch architektonisch herausfordernde Aufgabe. Die Stadtverwaltung Baden-Baden (Baubürgermeister und Stadtplanungsamt) sind daher sehr an der Prüfung einer solchen Aufzugsoption interessiert; sie haben die Aufgabenstellung angeregt und jegliche Unterstützung zugesichert.

Zielgruppe: Bachelor

Ansprechperson für weiterführende Informationen und Fragen zum Thema: Hans-Rudolf Meier, hans-rudolf.meier[at]uni-weimar.de

max. 2 Bearbeiter*innen

 

 

Studio Eiermann

©IBA Thüringen

Ein Ausstellungskonzept für den Eiermannbau Apolda

Der lange leerstehende sog. Eiermannbau in Apolda wird im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Thüringen als Open Factory entwickelt. Bis Mitte der 1990er Jahre wurden hier Feuerlöschgeräte produziert, rund 700 Mitarbeiter:innen gehörten damals zum VEB Feuerlöschgerätewerk Apolda. In Zukunft soll es ein Ort für nachhaltige Produktion, regionale Wertschöpfung und dazugehörenden Kultur-, Bildungs- und Vermittlungsangeboten sein. Die architektonische Qualität des Eiermannbaus und seine architekturgeschichtliche Bedeutung spielen dabei eine besondere Rolle.

Das Ende der 1930er Jahre von Egon Eiermann für die Total KG erweiterte und umgebaute Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, blickt auf eine lange und bewegte Bau- und Nutzungsgeschichte. So war u. a. auch die Landschaftsarchitektin Herta Hammerbacher im Zuge von Eiermanns Eingriff beteiligt. Davor, wie danach erlebte der Standort wichtige Entwicklungsschritte, architektonisch, nutzungsbezogen oder auch als zivilgesellschaftliches Engagement zur Rettung des Bauensembles. Zur Entwicklung der Zukunft als Open Factory gehört das Wissen und Verständnis für diese Vergangenheit. Dafür soll in den ehemaligen Umkleiden im 3. Obergeschoss das ›Studio Eiermann‹ realisiert werden. Als zukünftige Veranstaltungsfläche sind die ehemaligen Umkleiden besonders geeignet, um eine Ausstellung für Nutzer:- wie Besucher:innen der Open Factory aufzunehmen. Daneben ist der Bereich ein wichtiges Zeugnis seiner Entstehungsepoche sowohl im architektonischen Stil und in der Qualität als auch als Ausdruck eines sozialen, industriellen Bauens.

Gegenstand der hier ausgeschriebenen Thesis ist die inhaltliche Konzeption dieser Dauerausstellung zur Bau- und Nutzungsgeschichte des Standortes im ›Studio Eiermann‹. Das wissenschaftliche Erarbeiten der Ausstellungsaussagen, ein Kategorisieren und Priorisieren der Themen und wesentlichen Werte sind Schwerpunkt der Bearbeitung. Neben der Einordnung des Gebäudes als Zeugnis der Industriemoderne sollten u.a. eine Einordnung der hier tätigen Architekt:innen sowie die Nutzungsgeschichte als Ausstellungsaussagen geprüft werden. Auch die Reflektion der Entwicklungen seit 1994, dem Ende der industriellen Nutzung am Standort, ist von Bedeutung.

Die Professur Denkmalpflege und Baugeschichte führte bereits 2008 ein Seminar und 2009 mit dem Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz und dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege einen studentischen Workshop zum Gebäude durch. Die Ergebnisse des Seminars, die aus dem Workshop entstandene Publikation sowie eine umfangreiche Literaturliste, erste Zeitzeug:inneninterviews, Unterlagen des Stadt- und Kreisarchives sowie des Werkarchivs von Egon Eiermann im Südwestdeutsches Archiv für Architektur und Ingenieurbau (saai) stehen als Ausgangsmaterial zur Verfügung. Da insbesondere die DDR-Zeitschicht noch nicht näher erforscht und dokumentiert ist, plant die IBA Thüringen darüber hinaus im Herbst 2021 einen Aufruf für Privatfotos aus der Nutzungszeit als Feuerlöschgerätewerk und zur Recherche weiterer Zeitzeug:innen, die ggf. Eingang in die Ausstellung finden könnten.

Die Thesis findet in Kooperation mit der IBA Thüringen statt. Die Thesisergebnisse sind Grundlage der Ausstellungsgestaltung, die bereits parallel zur Thesisbearbeitung entstehen soll. Die Ausstellung soll bis zum Frühsommer 2022 in den ehemaligen Umkleiden des Eiermannbaus realisiert werden. Im Anschluss an die offizielle Thesisbearbeitungszeit gibt es daher von Seiten der IBA das Angebot, dass der/die Thesisbearbeiter:innen ihr Konzept als Werkstudent:innen gemeinsam mit den IBA-Szenograf:innen ausarbeiten und finalisieren könnten. Die feierliche Eröffnung der Ausstellung findet im Juni 2022 als Tag der offenen Tür zum Abschluss der Ausbauarbeiten im Gesamtgebäude Eiermannbau statt.

Zielgruppe: Bachelor

2 Bearbeiter*innen, gerne als 2er-Team (auch Einzelbewerbungen sind möglich) und bestenfalls mit Interesse und Kapazität für eine anschließende Ausarbeitung der Thesisergebnisse im Rahmen eines ca. 2-monatigen Werkstudent:innenvertrags bei der IBA Thüringen (nach individueller Absprache)

Ansprechpersonen für weiterführende Informationen und Fragen zum Thema: Kirsten Angermann, kirsten.angermann[at]uni-weimar.de und Christine Dörner, christine.doerner[at]uni-weimar.de

Thesis-Themen Master

Gebäude am Rothschild Boulevard in Tel Aviv. Quelle: David Shankbone, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3418131

Aufstockung von Bauten in der „Weißen Stadt“ von Tel Aviv

Die als Weltkulturerbestätte anerkannte „Weiße Stadt“ – oder auch „White City“ – in Tel Aviv-Jaffa umfasst die weltweit größte Ansammlung von Bauten des Internationalen Stils. Entstanden vorrangig in den 1930er Jahren und entworfen von überwiegend aus Europa emigrierten Architekt*innen, zeigt sich hier ein einzigartiges Ensemble moderner Bauten, die im Grundsatz die Ideen des Neuen Bauens aufnahmen und für die neuen, vor allem die anderen klimatischen Bedingungen im damaligen Mandatsgebiet Palästina adaptierten.

Heute sind viele dieser Gebäude in Privatbesitz und dringend sanierungsbedürftig. Aufstockungen sind an der Tagesordnung, da sie nicht nur dem steigenden Wohnungsdruck entgegenkommen, sondern auch, weil sie den Eigentümern zur Refinanzierung der hohen Sanierungskosten dienen.

Die Aufgabe für die Masterthesis basiert auf dem für das Wintersemester 2021/22 vom White City Center in Kooperation mit der Stadt Tel Aviv und dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat ausgelobten Wettbewerb „Layer 2.0. Extension on a modernist Building in Tel Aviv-Jaffa“, in dessen Rahmen eine zweieinhalbgeschossige Aufstockung auf einem von fünf denkmalgeschützten Gebäuden im Bereich der „Weißen Stadt“ geplant werden soll.

Die Aufgabenstellung der Professur Denkmalpflege und Baugeschichte nimmt die Wettbewerbsauslobung zum Anlass, die Praxis der Aufstockung von Denkmalen im Allgemeinen und jene von Bauten der „Weißen Stadt“ in Tel Aviv im Besonderen zu analysieren und unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten kritisch zu reflektieren. Dieser analytische Teil ist daher Bestandteil der Masterthesis, bevor sich ein zweiter Teil mit der Entwurfsaufgabe aus dem Wettbewerb beschäftigt.

Eine Teilnahme am Wettbewerb ist nicht obligatorisch für die Bearbeitung der Masterthesis, wird jedoch empfohlen, da über die Wettbewerbsanmeldung auch der Zugang zu einem Rahmenprogramm seitens des White City Centers besteht. Die Anmeldegebühr von 50 € pro Student*in übernimmt die Professur.

Zielgruppe: Master

Ansprechperson für weiterführende Informationen und Fragen zum Thema: Kirsten Angermann, kirsten.angermann[at]uni-weimar.de 

max. 4 Bearbeiter*innen