Wintersemester 2015/16

Bachelor Vorlesung

Architektur- und Baugeschichte, Teil 1: Von den Anfängen bis zur Baukunst des Mittelalters

Thomas Cole, Architect’s Dream (1840)

Die Vorlesung bildet den ersten Teil eines zweisemestrigen Zyklus zur Geschichte der Architektur von den Anfängen bis zur Gegenwart. Die Vorlesung des Wintersemesters beginnt mit allgemeinen Überlegungen zum Sinn und zur Bedeutung der Architekturgeschichte für das Studium der Architektur, setzt dann chronologisch mit den Anfängen der Baukunst ein und bietet einen Überblick von der Antike bis ins Spätmittelalter. Ziel ist es, einen Kanon an Bauten zu vermitteln, die ArchitektInnen kennen müssen und zugleich einen Einblick in die wichtigsten geschichtlichen Entwicklungen von Konstruktion und formaler Gestaltung sowie der Baugattungen zu geben, aber auch mit den verschiedenen methodischen Ansätzen und Betrachtungsweisen der Architekturgeschichtsforschung und -historiographie bekannt zu machen.


Literatur:

Benevolo, Leonardo: Die Geschichte der Stadt, Frankfurt a.M. 1983.

dtv-Atlas zur Baukunst, 2. Bde., 12. Aufl., München 2002.

Koch, Wilfried: Baustilkunde. Das große Standardwerk zur europäischen Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart, 27. Aufl., München 2006.

Koepf, Hans / Binding, Günther: Bilderwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar, Stuttgart 2005.

Kostof, Spiro: Geschichte der Architektur, 3 Bde., Stuttgart 1992.

Pevsner, Nikolaus: Funktion und Form. Die Geschichte der Bauwerke des Westens, Hamburg 1998 (A History of Building Types, 1976).

Pevsner, Nikolaus / Fleming, John / Honour, Hugh: Lexikon der Weltarchitektur, 3. Aufl. Hamburg 1992 (2000 als CD-ROM).

Seidl, Ernst (Hg.): Lexikon der Bautypen. Funktionen und Formen der Architektur, Stuttgart 2006.

 

Zielgruppe: BA Architektur, BA Urbanistik

Lehrende: Prof. Dr. phil Hans-Rudolf Meier
Dr. phil. Eva von Engelberg-Dočkal | Dr.-Ing. Daniela Spiegel

Leistungsnachweis:
- Prüfung für BA Architektur: Architekturgeschichte I, Teile 1 und 2 Ende SS 2016
- Testat für BA Urbanistik

Leistungspunkte: 3 + 3 ECTS (für Teile 1 und 2)

Termin: Montags, 15:15 bis 16:45 Uhr

Bachelor Seminar

NEW ORDER. Die Großsiedlung im Film.

Begleitend zum Kernmodul „Was bleibt von Halle-Neustadt?“ zeigen wir insgesamt 7 Filme, die sich der Wahrnehmung und Inszenierung der Großsiedlung im Film widmen. In einer Mischung aus Dokumentar- und Spielfilmen aus BRD, DDR, USA, Großbritannien und Frankreich wollen wir uns mit Fragen nach der Imageproduktion und-verwertung durch das Medium beschäftigen. Seit dem Zweiten Weltkrieg entstand interessantes Filmmaterial, das uns facettenreiche Perspektiven auf die utopischen Siedlungsplanungen des 20. Jahrhunderts eröffnet. So werfen wir gleichermaßen einen Blick auf propagandistische Filmessays der 1950er wie auch auf Beiträge aus den 1960ern, in denen erste Kritik an der Großsiedlung und der modernen Stadtplanung im Allgemeinen geübt wird. Weiterhin beleuchten wir die Lebensrealitäten der Bewohner in Plattensiedlungen in den 1980ern bis hin zum ‚cinéma banlieu’ der 1990er. Auch die PlanerInnen selbst kommen zu Wort. Schließlich soll die Rolle der Großsiedlung zur filmischen Inszenierung von Dystopien hinterfragt werden.

Die Filmreihe ist Teil der Lehrveranstaltung „Was bleibt von Halle-Neustadt?.“ Sie steht allen Interessierten offen.

Für die Vergabe von 3 Leistungspunkten wird von den Teilnehmenden erwartet, einen thematisch relevanten Film im Rahmen eines Kurzreferates vorzustellen und zu diskutieren. 

 

Literatur:

Donald, James: Imagining the Modern City, Minneapolis: University of Minnesota Press,1999.

Krämer, Steffen: Terry  Gilliams  »Brazil« – Soziale Utopie  und  politische  Dystopie  in der Science-Fiction-Stadt, in: Schriftenreihe der Winckelmann Akademie für Kunstgeschichte München, Textbeitrag Nr. 16, Januar 2014.

Lamster, Mark (Hg.): Architecture and Film, New York: Princeton Architectural Press,2000.

Giesenfeld, Günter: Cinéma de Banlieu. In: Heimat. Suchbild und Suchbewegung. Hrsg. v. Fabienne Liptay, Susanne Marschall u. Andreas Solbach. Remscheid: Gardez! Vlg. 2005, S. 173-217.

Jencks, Charles: The Language of Post-Modern Architecture, New York 1977.

Barber, Stephen: Projected Cities, London 2002.

Eine ausführliche Bibliografie wird in der ersten Veranstaltung ausgegeben.

 

Bemerkung: Die Filmreihe ist Pflichtteil der Lehrveranstaltung „Was bleibt von Halle-Neustadt?“ mit insgesamt 12 ECTS. Sie steht darüber hinaus weiteren Interessierten offen (Abrechnung mit 3 ECTS), Einschreibung im Bison.

 

Zielgruppe: BA Architektur und Urbanistik, MA Architektur und Urbanistik; verpflichtend für Teilnehmer des Kernmoduls „Was bleibt von Halle-Neustadt?“

Betreuung: M.A. Simone Bogner | Dipl.-Ing. Kirsten Angermann

Leistungsnachweis: Kurzreferat

Leistungspunkte: 3 ECTS

max. Teilnehmerzahl: 40 Studierende

Termin: 14-tägig (ungerade Wochen), montags, 19:00 bis 22:00 Uhr, Kinosaal im Medienhaus Steubenstraße

Beginn: 2. November 2015, Kinosaal

 

 

 

Bachelor Entwurf

Was bleibt von Halle-Neustadt? Deutungskonflikte, Wertekonzepte, städtebauliche Denkmalpflege

Als vierte sozialistische Stadt wurde 1964 die sogenannte »Chemiearbeiterstadt Halle-West«, später »Halle-Neustadt«,  gegründet. Sie wuchs 25 Jahre lang auf eine Einwohnerzahl von über 90.000 an; seit 1990 hat sich diese Zahl halbiert. Nun feierte Halle-Neustadt im letzten Jahr das 50-jährige Bestehen. In der Diskussion um die Zukunftsfähigkeit der Stadt kam auch die Frage nach dem möglichen Denkmalwert dieser sozialistischen Planstadt (wieder) auf.

Als denkmalwert ist in Halle-Neustadt bisher nur eine Reihe von Werken der bildenden Kunst eingestuft. Den geschichtlichen, räumlichen, sozialen und künstlerischen Bedeutungsebenen von Gebäuden und Freiräumen  wie auch größeren räumlichen Zusammenhängen wird also im Sinne des Denkmalschutzes noch keine Rechnung getragen. Was genau an Halle-Neustadt erhaltenswert oder sogar denkmalfähig ist und ob ein öffentliches Interesse an der Erhaltung besteht, ist momentan ungewiss. Ebenso fraglich ist, wie und für welche Bereiche eine langfristige Erhaltung erreicht werden könnte.

Im Rahmen des Projekts soll die sozialgeschichtliche, städtebauliche und (bau)künstlerische Bedeutung Halle-Neustadts analysiert und gedeutet werden und bestehende Wertekonzepte für das – nicht nur städtebauliche – Erbe hinterfragt und weitergedacht werden. In diesem Zusammenhang sind nicht zuletzt auch geeignete Planungsinstrumente und Vermittlungsstrategien zu diskutieren. – In einem zweiten Teil des Projekts sind  Studien zur Stärkung und Etablierung der zuvor erkannten und beschriebenen Werte im Sinne der Zukunftsfähigkeit Halle-Neustadts gefragt; alternativ kann ein wissenschaftlich-analytisches Thema vertieft werden.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und dem Stadtplanungsamt Halle durchgeführt. Die Lehrveranstaltung „NEW ORDER“ ist Teil des Kernmoduls.

 

Literatur: Siehe Semesterapparat „Denkmal Halle-Neustadt“

 

Bemerkung: Die Bearbeitung erfolgt zu großen Teilen in Gruppen und ist mit einer Reihe von Vor-Ort-Terminen in Halle verbunden.
Eine Exkursion nach Halle findet statt am 22.10. ganztags sowie am 29.10. vormittags.

 

Zielgruppe: BA Urbanistik 3. Fachsemester; BA Architektur 5. Fachsemester

Betreuung:
Prof. Dr. phil Hans-Rudolf Meier | Dr. phil. Kerstin Vogel
Dr.-Ing. Mark Escherich | Dipl.-Ing. Kirsten Angermann

Voraussetzung: Urbanistik 2. Fachsemester, bzw. Architektur 4. Fachsemester

Leistungsnachweis: Textliche Beiträge und Referate während des Semesters sowie abschließende wissenschaftliche Arbeit bzw. konzeptionelle Studien / Entwurfsansätze.

Leistungspunkte: 12 ECTS

max. Teilnehmerzahl: 25 Studierende

Termin: Donnerstags

Beginn: 15. Oktober 2015, 9:15 Uhr (Raum wird bekanntgegeben)

Endpräsentation: 4. Februar 2016

Bachelor Thesis

» Im Saaletal – Revitalisierung von Bauten im Camburger Stadtkern

» Ersatzneubau am Alten Rathaus, Euerbach (Unterfranken)

» Das Neue trifft auf das Alte – Studien zu Planung und Umbau von DDR-Städten

Weitere Informationen zu den einzelnen Themen erhalten Sie bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Professur Denkmalpflege und Baugeschichte.


Interessenten an der Bearbeitung einer Bachelor Thesis reichen bitte folgende Unterlagen bis zum 21. September im Sekretariat ein (als Ausdruck, A4):

- ein kurzes Motivationsschreiben
- ein kurzes Portfolio bisheriger Arbeiten

Falls ein eigenes Thema bearbeitet werden soll, reichen Sie bitte zusätzlich ein kurzes Exposé ein.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Cornelia Unglaub.

Master Vorlesung

Denkmalpflege und Heritage Management

Die Vorlesung vermittelt eine architektenspezifische Einführung in die Aufgaben, Geschichte, Theorie und Methoden der Denkmalpflege. Ein Schwerpunkt bilden aktuelle Fragen, Debatten und Ansätze, wobei auch internationale Aspekte Beachtung finden. Diskutiert werden u.a. folgende Themen: Gegenstand, Aufgaben und Institutionen der Denkmalpflege; Denkmalpflege als Spezifikum der Moderne; Denkmalbegriffe; Denkmalwerte; der Architekt/die Architektin am Denkmal; denkmalpflegerische Praxis von der Befundanalyse und -dokumentation über Konservierung und Reparatur bis zu Umnutzung und Ergänzungsbauten; städtebauliche Denkmalpflege; inter- und transnationale sowie interkulturelle Aspekte der Denkmalpflege.

 

Literatur:

Leo Schmidt: Einführung in die Denkmalpflege, Darmstadt 2008 (auch englisch: Architectural Conservation. An Introduction, Berlin/Bonn 2008). 

Achim Hubel: Denkmalpflege. Geschichte, Themen, Aufgaben, Ditzingen (Reclam) 2006. 

Michael Petzet / Gerd Mader: Praktische Denkmalpflege, Stuttgart / Berlin / Köln 1993 (u. Neuaufl.).

 

Zielgruppe: MA Architektur 1. Fachsemester, MA Urbanistik 1. Fachsemester

Lehrende:
Prof. Dr. phil Hans-Rudolf Meier | Dr. phil. Kerstin Vogel
Dr. des. Torben Kiepke | Dr.-Ing. Mark Escherich

Leistungsnachweis: schriftliche Prüfung

Leistungspunkte: 3 ECTS

Termin: Dienstags, 15:15 bis 16:45 Uhr

Master Seminar

Master Projekt

Erholung ohne Ende – Denkmalpflegerischer Wert und stadträumliche Effekte des Massentourismus

Deutschland ist (auch) ein Tourismusland, als solches besonders beliebt bei seinen eigenen Einwohnern und seit eh und je liegen die beliebtesten Ziele an der See und in den Bergen. Tourismusgeschichtlich betrachtet reichen die Ursprünge bis ins 17. und 18. Jh. zurück, als die ersten Seebäder- und Kurorte für ein vorwiegend exklusives Publikum entstehen. Mit der Entprivilegisierung des Reisens nach dem Zweiten Weltkrieg öffneten sich die etablierten Tourismusorte dem Massentourismus. Vor allem in den 1960er und 1970er Jahren entstanden diesseits wie jenseits der innerdeutschen Grenze große Komplexe, die den städtebaulichen und architektonischen Maßstab der kleinstädtischen Erholungsorte nachhaltig veränderten und bis heute nachhaltig prägen: – mancherorts überformt durch Um- und Weiterbau für durch zeitgemäße touristische Angebote, anderenorts lediglich noch als Überbleibsel aus einer längst verklungenen Zeit des Booms.

Ziel des interdisziplinären Studienprojekts der Professuren Denkmalpflege & Baugeschichte sowie Stadtplanung ist die Erforschung von Wechselwirkungen zwischen Tourismus und Stadtentwicklung. Ausgehend von der (städte-)bauhistorischen Analyse der Orte gilt es zu eruieren, welche planerischen und denkmalpflegerischen Strategien genutzt werden, um  touristischen „Wildwuchs“ in städtebaulich-architektonischer Hinsicht zu vermeiden und die Attraktivität der Orte zu erhöhen. Untersucht wird dies am Beispiel von Tourismusorten aus Ost- und Westdeutschland, sowohl solche, deren Anziehungskraft als traditionsreiches See- oder Kurbad ungebrochen anhält, als auch solche, die in der Blütephase des Massentourismus in den 1960er und 1970er Jahren gegründet wurden und heute unter rückläufigen Besucherzahlen leiden.

 

Zielgruppe: MA Urbanistik 1. Fachsemester

Betreuung:
Dr. Daniela Spiegel (Professur Denkmalpflege und Baugeschichte)
Prof. Dr. Barbara Schönig (Professur Stadtplanung)    

Leistungsnachweis: textlich-zeichnerisch (Posterpräsentation, Dokumentation, Pläne)

Leistungspunkte: 12 ECTS

max. Teilnehmerzahl: 25 Studierende

Beginn: 20. Oktober 2015

Endpräsentation: 9. Februar 2016

Master Thesis

» Revitalisierung des Mainzer Hofes, Treffurt 

» Nach dem Brand der Viehauktionshalle – Konzepte für ein historisch vielschichtiges Areal in Weimar

» Das Neue trifft auf das Alte – Studien zu Planung und Umbau von DDR-Städten

» Sanieren mit System

» Denkmalpflegerische Zielstellung für einen verschwundenen Garten

Weitere Informationen zu den einzelnen Themen erhalten Sie bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Professur Denkmalpflege und Baugeschichte.


Interessenten an der Bearbeitung einer Master Thesis reichen bitte folgende Unterlagen bis zum 21. September im Sekretariat ein (als Ausdruck, A4):

- ein kurzes Motivationsschreiben
- ein kurzes Portfolio bisheriger Arbeiten

Falls ein eigenes Thema bearbeitet werden soll, reichen Sie bitte zusätzlich ein kurzes Exposé ein.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Cornelia Unglaub.

Bachelor Thesis / Master Thesis

Interessenten an der Bearbeitung einer Bachelor oder Master Thesis reichen bitte folgende Unterlagen bis zum 21. September im Sekretariat ein (als Ausdruck, A4):

- ein kurzes Motivationsschreiben
- ein kurzes Portfolio bisheriger Arbeiten

Falls ein eigenes Thema bearbeitet werden soll, reichen Sie bitte zusätzlich ein kurzes Exposé ein.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Cornelia Unglaub.