Unter dem Thema „Wandel“ lud die Bauhaus-Universität Weimar am 2. November zum diesjährigen Wissenschaftstag in den Oberlichtsaal des Hauptgebäudes ein. In ihrer siebten Auflage bot die Veranstaltung mit facettenreichen Vorträgen und Ausstellungen einmal mehr Gelegenheit zum wissenschaftlichen und künstlerischen Austausch innerhalb der Universität und zum angeregten, fächerübergreifenden Gespräch unter den Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Studierenden der Hochschule.

 
 
 

Nach der Begrüßung durch die Prorektorin für Forschung und Kunst, Prof. Andrea Osburg und der Dezernentin für Forschung, Dr. Kristina Schönherr, führten Frau Dr. Rößler (Werkstoffe des Bauens) und Herr Dr. Schwinghammer (Geschichte und Theorie der Visuellen Kommunikation) durch einen vielfältigen Nachmittag.

So stellten Professorinnen und Professoren aus den vier Fakultäten in diesem Jahr ihre aktuelle Forschung in den Kontext des Themas „Wandel“. Den medientheoretischen Überlegungen zum institutionellen Wandel von Prof. Matthias Maier (Medienmanagement) folgten Ausführungen von Dr. Jochen Schwarz (Erdbebenzentrum) zur sich verändernden Gebäudeanalyse zur Schadensprognose im Fall von Naturkatastrophen. Deren besondere Bedeutung zeigt sich nicht zuletzt mit den dramatischen Ereignissen in jüngster Zeit in Italien. Juniorprofessorin Sigrun Langner (Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung) veranschaulichte den explorativen und projektiven Charakter von Karten, gefolgt von Prof. Michael Lüthys (Geschichte und Theorie der Kunst) Plädoyer für die produktive Verbindung von Bild- und Kunstwissenschaften und der gegenseitigen Befruchtung von künstlerischer Praxis und Kunsttheorie.

Bereichert wurden die hauseigenen Beiträge durch den Gastvortrag von Prof. HG Merz, Mitglied des Universitätsrates der Bauhaus-Universität Weimar. Mit einer Fülle von Bildern - Beispiele seiner Arbeit als Ausstellungsarchitekt - entführte er das Publikum in verschiedenste Museen, Kultur- und Gedenkstätten und reflektierte über das „Zweite Leben der Dinge“ und die Bedeutung von Ausstellungsarchitektur für die Dekontextualisierung und Rekontextualisierung von Dingen.

Für einen kurzweiligen und unterhaltsamen Perspektivwechsel sorgte wieder der wissenschaftliche und künstlerische Nachwuchs beim alljährlichen Nachwuchswettbewerb. Zehn Promovierende und Masterstudierende aus allen Fakultäten stellten auf Postern ihre Forschungsfragen vor, präsentierten sie im sogenannten „Elevator Pitch“ innerhalb von nur 90 Sekunden und stellten sich der Bewertung des Publikums sowie der interdisziplinären Jury (Dr. Luise Nerlich, Raimo Harder, Jens Hauspurg, Jun.-prof. Dr. Florian Echtler).

Dabei konnte Asha Nariyamut Murali, Masterstudentin im Bereich MediaArchitecture, besonders überzeugen. Die Jury verlieh ihr den Gesamtpreis »Wissenschaftskommunikation«, sie erhielt außerdem den Publikumspreis für ihren Elevator Pitch.

Einen Jurypreis für ihr Poster gewann Vanessa Ypes Serna, Masterstudentin Media Art and Design. Gleich zwei Promovierende aus dem Promotionsstudiengang Kunst und Design / Freie Kunst / Medienkunst konnten für ihre Leistungen geehrt werden. Sha Liu überzeugte die Jury mit ihrem       Elevator Pitch, Edith Kollath gewann das Publikum mit ihrem Poster für sich.

Die Poster des Nachwuchswettbewerbs werden ab 1. Dezember 2016 im Erdgeschoss des Hauptgebäudes nochmals zu sehen sein.

Bei allen wissenschaftlichen Beiträgen ist dieser Tag auch eine gute Gelegenheit, die Arbeitsergebnisse der Projekte zu zeigen, die in jüngerer Zeit durch den Kreativfonds der Universität gefördert wurden. In diesem Jahr waren es sechs Projekte aus den Bereichen Kunst, Gestaltung und Entwurf. Den Fonds gibt es bereits im neunten Jahr. Seither wurden 236 Kreativfonds-Projekte gefördert. Das Spektrum der geförderten Arbeiten reicht von Fotoarbeiten über Installationen und Videoarbeiten bis hin zu nutzbaren baulichen Objekten.

Nach der abschließenden Ehrung der Teilnehmenden und der Preisvergabe des Nachwuchswettbewerbs durch Prof. Emes, Prorektorin für Studium und Lehre, und den Schlussworten von Prof. Osburg endete der Wissenschaftstag 2016 mit der Einladung zum achten Wissenschaftstag am 22. November 2017.