Review zur summaery2014: Trotz Wind und Wetter lief es rund

(Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Henry Sobinski)

Vier Tage lang öffnete die Bauhaus-Universität Weimar ihre Tore und lud am Ende des Studienjahres zur summaery2014, der Jahresschau ein. Sehen und erleben konnten die Besucherinnen und Besucher mehr als 180 studentische Projekte und Veranstaltungen an 55 Orten auf dem Campus, in der Stadt und dem Landkreis Weimar.

Circle of Life - das Leitthema der summaery2014 entstand in einem Projekt der Professoren Jörn Hintzer und Jakob Hüfner (Experimentelle Television) an der Fakultät Medien. Es lud ein, Kreisläufe in sozialen, natürlichen und globalen Kontexten neu zu betrachten. Zusammen mit zwölf Studierenden der Medienkunst/Mediengestaltung setzen die Professoren ihre Ideen dazu bei der grafischen Gestaltung der Jahresschau sowie auf einem geführten Rundgang über den Campus um. Ortsfremde wurden nicht nur mithilfe der »Leitlinien« durch die Ausstellungen geführt auch die neue summaery-App half dabei, nichts zu versäumen. Ebenfalls zum Gestaltungskonzept gehörte die lebendige Website, die dem natürlichen Kreislauf von Wetter und Natur ausgesetzt wurde.

Das Eröffnungsfest: unterwegs mit Rektor, Dekanen und Medienkarre

(Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Thomas Müller)
(Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Thomas Müller)

Passend zum Motto sollte die feierlichen Eröffnung am Donnerstagnachmittag zu verschiedenen Orte führen. Doch das Wetter hatte andere Pläne und so zogen Rektor, Dekane und Gäste mit musikalischer Begleitung durch das Duo Djanovis vorerst in das Foyer des Hauptgebäudes um. Erst Prof. Andreas Ziemann, Dekan der federführenden Fakultät Medien, wagte mit der Medienkarre wieder den Schritt nach Draußen und eröffnete die summaery2014 vor etwa 400 Gästen und Akteuren am neu gebauten Platz vor der bauhausFACTORY.

Im Anschluss nutzen viele der Gäste die Zeit bis zum Beginn der abendlichen Party für eine Tour durch die Ausstellungen oder feierten mit bei einer der zahlreichen Projekteröffnungen. Abends kamen sie dann wieder auf dem Platz vor dem Hauptgebäude zusammen. Auch wenn die angekündigte Band Noe wetterbedingt nicht spielen konnte, heizten Cartesian vs. DJ Pryme und Photon – Laser die Stimmung an. Das Highlight des Abends war für viele allerdings La Estrella, die Pyro-Show von zündkollektiv. Rund 500 einzelne pyrotechnische Lichter rotierten in einer fünf Meter breiten Sternform und erleuchteten fünf Minuten lang Hauptgebäude und Festplatz.

Kanalrattenshooter, Sommernachtstape und OpenLab Night – Die summaery an den vier Fakultäten

(Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Candy Welz)
(Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Candy Welz)
(Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Thomas Müller)
(Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Thomas Müller)
(Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Henry Sobinski)
(Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Thomas Müller)
(Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Thomas Müller)
(Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Thomas Müller)

Mit über 60 Projekten präsentierte sich die Fakultät Architektur und Urbanistik traditionell im Hauptgebäude und auf den umliegenden Flächen – bis hin zu einem Außenstandort im Bahnhof Apolda. Dem Wetter trotzen musste besonders »OpenSource: Cardboard«, ein experimenteller Baukörper aus Wellpappe. In interaktiven Pavillons konnten Besucher selbst Energie erzeugen und Energieströme beobachten. Für Spiel und Spaß in jeder Altersgruppe sorgten die von Studierenden entwickelten Bauhaus-Spiele, die live und vor Ort durch die Besucherinnen und Besucher getestet wurden. Gastbesuche von zwei Partneruniversitäten machten in diesem Jahr ein besonders internationales Flair aus: zum einen von der Tongji-Universität Shanghai, die gemeinsam mit dem Institut für Europäische Urbanistik das zehnjährige Jubiläum im Studiengang Advanced Urbanism feierte. Zum anderen vom Ethiopian Institute of Architecture, Building Construction and City Development (EiABC), das Partner im DAAD-Programm »Welcome to Africa« ist.

Unter dem Motto »60 Jahre B!« feierte die Fakultät Bauingenieurwesen zur diesjährigen summaery in einem großen Fest ihren 60. Geburtstag zusammen mit Studierenden, Lehrenden und Alumni. In geführten Touren erkundeten Gäste die Labore der Fakultät und fanden so heraus, wozu man eigentlich ein Rasterelektronenmikroskop benötigt und was in einem Technikum für Ressourcenwirtschaft passiert. Aber auch auf eigene Faust war viel zu entdecken: im gesamten Gebäude der Marienstraße 13 präsentierten sich unterschiedliche Projekte der Fakultät. Beispielsweise der »Kanalrattenshooter« -  ein zur Wissensvermittlung entwickeltes Computerspiel oder die Ausstellung »Immobilienmärkte im Wandel«, die sich mit Themen wie der Mietpreisbremse oder Zukunftskonzepten im Sektor Immobilienwirtschaft auseinandersetzte.
Das kulturelle Rahmenprogramm zum 60. Jubiläum war ähnlich spannend und unterhaltsam: Neben dem Theaterstück »Die Leiden des jungen Ingenieurs« (Theater mit der Fachschaft) und einem Drum Circle Workshop war die Band der Lehrenden der (musikalische) Höhepunkt am Freitagabend. Im Sinne des Jubiläumsmottos möchte sich die Fakultät Bauingenieurwesen bei allen Unterstützern herzlich »B danken«.

Die Fakultät Gestaltung präsentierte sich mit diversen Ausstellungen und Performances auf dem Campus. So zog es zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die Erfurter Straße 39. In der ehemaligen Feuerwache zeigte der Studiengang Freie Kunst die Ausstellung »KRIEG UND FRIEDEN«. Die Arbeiten setzten sich mit erschütternden Schicksalen, Gewalt sowie menschlichen Abgründen auseinander. Für etwas leichtere Kost und ein bis auf den letzten Sitz- und Treppenplatz ausgefülltes Audimax sorgte das »Sommernachtstape«. Es findet traditionell am summaery-Freitag statt und zeigt bei Knabbereien und Getränken in einem großen Public Viewing die besten filmischen Arbeiten der Fakultät Gestaltung.

Das Spektrum der Fakultät Medien erkundeten Interessierte auf technischem, wissenschaftlichem und künstlerischem Wege. Bei der OpenLab Night der Medieninformatik wurden die jüngsten Zukunftstechnologien in den Laboren der Bauhausstraße 11 ausgestellt. Dem Regen zum Trotz entspannten die Gäste bei Livemusik und Bratwürsten vom Grill im Innenhof. Die Gründerwerkstatt neudeli und Studierende der Medienwissenschaft hatten die besondere Chance, in den Räumen der Bauhaus.Factory auszustellen. MakerMovement, ein 3D-Drucker und filmwissenschaftliche Essay-Filme lockten in das neue Gebäude der STIFT. Zugang zu einem alten Gebäude gewährten die Studierenden der Medienkunst/Mediengestaltung. In den Räumen der ehemaligen Landesbank in der Steubenstraße zeigten sie ihre Fotografieausstellung »Einwanderungsland Deutschland«, in der verschiedenste Kulturen in Deutschland fotografisch begleitet wurden.

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