Wissenschaft verständlich vermitteln - Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten an der Bauhaus-Universität Weimar gab der Wissenschaftstag

Am Mittwoch, den 21. November 2012, hatten sich circa 100 Lehrende, Studierende und Gäste in den Oberlichtsaal des Hauptgebäudes der Bauhaus-Universität Weimar begeben, um den anschaulichen Darstellungen der Kolleginnen und Kollegen ihrer aktuellen Forschungsarbeiten zu lauschen. In einer offenen Atmosphäre konnte gehorcht, diskutiert und gestaunt werden.

Prof Dr. Carsten Ruhl stellte unter dem Titel »Baugedanken und Gedankengebäude« das im Februar 2012 neugegründete Bauhaus-Institut vor. Das Wortspiel zwischen Architektur und Philosophie spiegelt die kritische Auseinandersetzung von Theorie und Praxis wider. Das Bauhaus-Institut ist nicht nur ein forschendes Institut für Architektur und Denkmalpflege, sondern bietet auch Raum für verschiedene Tagungen, Ausstellungen, Forschergruppen und Habilitationen.

(© Bauhaus-Universität Weimar, Fotograf: Johannes C. Elze)
 

Einen unterhaltsamen Vortrag hielt Prof. Dr. Christiane Voss, in welchem sie das »Denken des Affekts« darstellte und medienwissenschaftliche mit philosophischen Fragestellungen verknüpfte. Sie erklärte, wie Affekte unser Raum- und Zeitgefühl steuern und wie unsere Wahrnehmungen von Medien beeinflusst werden.

Für den leider verhinderten Prof. Axel Kufus sprang spontan der als »Urgestein der deutschen Kulturlandschaft« angekündigte Prof. Dr. Christoph Stölzl ein, Präsident der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. In einem lockeren Vortrag über das Gesamtkunstwerk Weimar sorgte er für Lacher und Schmunzeln im Publikum. »In Weimar zu sein, ist gut sein«, denkt er, weil es zu mehr aktivem Handeln als in Großstädten auffordere.

Den Abschluss der Vortragsreihe bildete Prof. Dr. Timon Rabczuk, der eine Softwareplattform für die Entwicklung neuer Materialien im Computer vorstellte. Er spezialisierte sich auf Carbon basierte Nanopartikel, die beispielsweise Anwendung in der Luft- und Raumfahrtstechnik als Ersatz für Metall finden.

Neben den Vorträgen bildete der Nachwuchswettbewerb mit Elevator Pitch einen Höhepunkt der Veranstaltung. Zehn Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler gestalteten künstlerisch Poster zu ihrer wissenschaftlichen Forschungsfrage. In jeweils 90 Sekunden präsentierten sie ihre Ergebnisse. Eine vierköpfige unbestechliche Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern aus den vier Fakultäten der Universität, kürte die Sieger. Anke Steinborn erhielt den ersten Platz für ihr Forschungsprojekt »Krise und Wandel des ‚American Way of Life‘ als Motiv des Paradigmenwechsels in der Sprachlichkeit des Films«. Jurymitglied Prof. Dr. Anke Trommershausen der Fakultät Medien begründete den Sieg damit, dass die Präsentation bildlich und textlich ausgewogen gewesen sei und somit die Idee am besten transportiert werden konnte. Platz zwei und drei gingen an spannende Projekte, die sich mit Plattenbauten als Denkmäler und der Beziehung zwischen Inhalt und Nutzer bei Mobilgeräten beschäftigen.

Als würdigen Abschluss verliehen Rektor Prof. Dr.-Ing. Karl Beucke und Dr. Sven Günther, Geschäftsführer der der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT), den STIFT-Preis 2012. Die hervorragenden anwendungsorientierten Promotions- und Abschlussarbeiten von einem Promovenden und zwei Absolventen der Bauhaus-Universität Weimar konnten in diesem Rahmen ausgezeichnet werden. Er betrachtet die Ehrungen als Ansporn für jene, die ähnliche Pläne haben.

Prof. Dr.-Ing. Beucke sagte abschließend, dass er auf die Entwicklung des Wissenschaftstages sehr stolz sei. Es habe sich innerhalb der vergangenen drei Jahre zu einem sehr adäquaten Format entwickelt.
In seinen Schlußworten würdigte er besonders die positive Drittmittelentwicklung, vor allem im Bereich der DFG mit aktuell 36 laufenden Forschungsprojekten. Es gäbe viele Kooperationen, auf die man sich freuen kann. Somit werden sicher auch im kommenden Jahr viele Projekte fernab von Fächergrenzen beim Wissenschaftstag begeistern können.

Die Posterpreisträger im Überblick:

Anke Steinborn (Medienkultur, Promotion)
Krise und Wandel des »American Way of Live« als Motiv des Paradigmenwechsels in der Sprachlichkeit des Films

Kirsten Angermann (Architektur, Master)
Denkmalpflege und Baugeschichte - Am I a monument?

Joatan Preis Dutra (Medien, Promotion)
Interface Design / Usability Research Group
»Cultural Heritage on Mobile Devices: an analysis about the collaborative relations and dynamics between the content promoters and users«

Mittwoch, 21. November 2012 ab 14 Uhr im Oberlichtsaal

Wissenschaft leicht und unterhaltsam präsentieren -  ist das möglich? Die verständliche und anschauliche Darstellung der aktuellen Forschungsprojekte oder Vorhaben von Professorinnen und Professoren unserer Universität und eines Gatsreferenten steht im Mittelpunkt des Nachmittags.

Forschungskolloquium
Spannend und allgemein verständlich werden im Forschungskolloquium aktuelle Forschungs- und Kunstprojekte der Bauhaus-Universität präsentiert.

Wir bedauern mitteilen zu müssen, dass Professor Axel Kufus seinen Vortrag zum Wissenschaftstag am Mittwoch, dem 21. November aus persönlichen Gründen kurzfristig absagen musste.
Der Vortrag wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Wir sind bereits im Gespräch wegen eines Ersatztermins.

Wir freuen uns sehr, dass Herr Prof. Dr. Christoph Stölzl, Präsident der Hochschule für Musik Franz Liszt, Weimar kurzfristig als Gastreferent gewonnen werden konnte. Er wird zum Thema »Der Hang zum Gesamtkunstwerk – Weimar als Chance und Herausforderung für Wissenschaften und Künste« sprechen.

Nachwuchswettbewerb 2012
Posterausstellung | Elevator Pitch

Einen Einblick in die Arbeit des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses gibt die Ausstellung zum Poster Wettbewerb.
Kurz und mitreißend – in je 90 Sekunden präsentiert der wissenschaftliche Nachwuchs seine Poster. Die besten Vorstellungen erhalten Preise.

Die STIFT-Preis Verleihung
Die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) verleiht jährlich den »STIFT-Preis für hervorragende anwendungsorientierte Promotions- und Abschlussarbeiten an Thüringer Hochschulen«.
Damit verfolgt die STIFT das Ziel, Studierende und Wissenschaftler aus den natur- und ingenieur-wissenschaftlichen Bereichen für eine Anwendungsorientierung der inhaltlichen Ausrichtung ihrer Arbeiten sowie deren Verbindung zu den Thüringer Technologiepotenzialen zu sensibilisieren.