»Epiphaneia«

Studentinnen und Studenten der Bauhaus-Universität Weimar arbeiteten unter Hochdruck an der Realisierung einer temporären Architektur für Robert Wilsons Neuinszenierung der »Via Crucis«. Im Rahmen des Kunstfests vom 1. bis 8. September 2012 beherbegte der Pavillon »Epiphaneia« die Ausstellung junger Bauhaus-Medienkünstlerinnen und -künstler sowie internationaler Künstlerinnen und Künstler.

Einen umfassenden Überblick über die Entwicklung des Pavillons »Epiphania« von der Idee bis zur Premiere bietet die Projektdokumentation:

»Epiphaneia« - Projektdokumentation

01. September - 08. September 2012: Premiere und Sonderaufführungen

Am 01.09.2012 war es endlich so weit. Zum ersten Mal heulten die Sirenen im Ausstellungspavillon »Epiphaneia« vor der Viehauktionshalle auf. Es war das Zeichen für die zahlreichen Premierengäste, den erhaben strahlenden Pavillon zu betreten.

Unter ohrenbetäubendem Lärm verfremdet aufschreiender Gitarren und Sirenen bewegten sich die Besucherinnen und Besucher ca. 20 Minuten lang durch die Ausstellung installativer Arbeiten - Kontrastprogramm zum Inneren der Viehauktionshalle.

Durch einen schmalen, dunklen Gang wurden die Besucherinnen und Besucher in die Halle geleitet und von diffusem Licht und abgedämmter Stille empfangen. Von dort an begleiteten sie Wilsons Licht- und Klanginstallation und Interpretation von Franz Listzs »Via Crucis«. 

Aufgrund des hohen Andrangs auf die Veranstaltung bot das Kunstfest mehrere Sonderaufführungen an. Alle Beteiligten blicken auf eine gelungene Kooperation zurück.

Die Besucherinnen und Besucher konnten eine Vielzahl installativer Arbeiten bewundern. (Foto © Matthias Eckert)
Nike Wagner, Ulrich Hauschild und Robert Wilson entspannt nach der Premiere. (Foto © Matthias Eckert)
Das Innere der Viehauktionshalle wurde zu einer Kathedrale des Lichts. (Foto © Thomas Müller)
Lichtumflutete Besucherinnen und Besucher einer Sonderaufführung. (Foto © Thomas Müller)

31. August: Generalprobe

Einen Tag vor der Premiere fanden sich alle Beteiligten zur Generalprobe zusammen. Zunächst durften die Anwesenden noch einmal mit anpacken und den Boden des Pavillons mit zerknüllten Zeitungen übersähen. Dann war es Zeit für den Regisseur: Robert Wilson, für sein akribisches Arbeiten bekannt, ging mit den Künstlerinnen und Künstlern jeden Aspekt ihrer Kunstwerke und Performances durch. Die Winkel der Handstellungen wurden um wenige Grad nachkorrigiert und die Funktionalität der interaktiven Kunstwerke minutiös getestet. Nichts wurde dem Zufall überlassen, da morgen während der Premiere alles perfekt laufen muss.

Die Zeitungen werden einzeln zerknüllt und auf den Boden geworfen...
... bis der gesamte Innenraum des Pavillons bedeckt ist.
Robert Wilson gibt die Blickrichtung vor.
Die Devise: Haltung ist alles.
Durch ein Loch in der Wand können die Besucher mit der iPhone-Stimme Siri einen Dialog führen.
Kleidung scheint vom Körper gelöst durch den Raum zu fliegen.
Viele der Künstlerinnen und Künstler performen selbst in der Ausstellung: Hyun Ju Song und ihre Installation »The moment at which we are lost for words«
An dieser Stelle werden sich die Zuschauer zur Licht- und Klanginstallation niederlassen. Alle Fotos: © Bauhaus-Universität Weimar, Fotograf: Candy Welz

29. August: Robert Wilson begutachtet die entstehende Ausstellung

An diesem Mittwochabend wurde es rund um die Viehauktionshalle noch einmal spannend. Robert Wilson traf ein, um den Ausstellungspavillon und die bisherige vorbereitende Arbeit der ausstellenden Künstlerinnen und Künstler zu begutachten. Aus den vorhergehenden Workshops sind die Ausstellenden mit der Arbeitsweise Wilsons vertraut. Im Zweifelsfall bedeutet dies: umdenken und noch einmal intensiv Hand anlegen. Im Großen und Ganzen ging es heute Abend jedoch eher um den letzten Feinschliff.  

Georg Pelzers Installation »Bald« wächst weiter.
Stephen Nolan im Gespräch vor seinem »Blue Angel«.
Robert Wilson testet die Technik von Jörg Brinkmanns Installation »SIRI EX MACHINA«...
...und legt selbst noch einmal Hand an. Alle Fotos © Bauhaus-Universität Weimar, Fotograf: Candy Welz

28. August: Die Aufbauarbeiten der Kunstinstallationen haben begonnen

Endspurt im Ausstellungspavillon »Epiphaneia«: Mit leichtem Verzug haben die Künstlerinnen und Künstler mit dem Aufbau ihrer Installationen begonnen. Nach gut drei Semestern Arbeit und intensiven Workshops mit Robert Wilson geht die Ausstellung zur »Via Crucis« nun in die konkrete Realisierungsphase.

Tischler und viele weitere helfende Hände unterstützen die Künstlerinnen und Künstler bei der Errichtung ihrer aufwändigen Ausstellungsstücke. Die architektonischen Arbeiten am Pavillon sind so gut wie abgeschlossen und die Kunstwerke werden an ihren Standorten platziert. Mit Spannung wird Robert Wilsons Einschätzung der Lage erwartet.

Hyun Ju Song und Georg Pelzer arbeiten an Pelzers Installation »Bald«.
Ein Helfer verbaut die einzelnen Elemente einer Installation.
Am Pavillon werden langsam aber sicher die letzten Handgriffe getan...
...während in der Viehauktionshalle erste Lichtproben stattfinden. Alle Fotos © Bauhaus-Universität Weimar, Fotograf: Candy Welz

23. August: Die Dachkonstruktion schreitet voran

Die Pressekonferenz des Kunstfests fand heute unter freiem Himmel im noch dachlosen Pavillon statt. Nach dieser kurzen Unterbrechung begann das Projektteam, die Dachplane aufzuziehen. Auf dem Weg zur Eröffnung am 1. September nähert man sich in wichtigen Schritten der Vollendung des temporären Baus. Nächste Station: Boden legen.

Pressekonferenz unter strahlender Sonne: Friedemann Malsch, Stefan Wolf, Nike Wagner, Matthias Middelkamp, Ulrich Hauschild (v.l.)
Nach der Konferenz zieht das Epiphaneia-Team die Dachplane auf...
...bis der Pavillon überdacht ist und die Europaletten zum Bodenbau eingeräumt werden können.
Teile des Teams und Helfer. Alle Fotos © Projektteam EPIPHANEIA

22. August: Beginn der Dachkonstruktion

Heute begann die Montage des Daches. Dazu wurde auf jedem der obersten Tanks eine Palette befestigt, an welche die Querbalken angeschraubt werden konnten. Für das Anheben dieser langen Streben musste ein Gabelstapler bemüht werden.

Die Einzelteile der Balken müssen zusammengesetzt...
... und mit dem Gabelstapler nach oben gehievt werden.
Auf diese Weise entsteht das Skelett des Pavillondachs. Alle Fotos: © Projektteam EPIPHANEIA
 

20. August: Aufbau der obersten Tankreihe

Um die Kanister problemlos auf die richtige Höhe zu bringen, wurden sie heute morgen mit zahlreichen Helfern direkt vom LKW in die dritte Reihe gestapelt. Anschließend wurden bis zum Abend alle Tanks fest mit Gurten verschnürt, um einen stabilen Verbund herzustellen.

Für morgen ist die Installation der Beleuchtung in den oberen Tanks geplant, außerdem wird die Wandkonstruktion für die Montage des Daches vorbereitet.

Hinter den ersten beiden Reihen versteckt sich der LKW mit der dritten Ebene Tanks.
Zahlreiche zusätzliche Hände helfen bei der Befestigung...
... bis schließlich am Nachmittag die Wände fertig konstruiert sind...
... und das Team frohlockt. Alle Fotos © Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Architektur

18./19. August: Konstruktion der zweiten Reihe

Auch am Wochenende wird gearbeitet: Nachdem am Freitag die untere Reihe der Tanks mit Wasser befüllt wurde, konnte am Samstag die zweite Ebene befestigt werden.
Am Sonntag schließlich wurden in den Kanistern Glühbirnen installiert, welche den Pavillon in der Nacht hell aufleuchten lassen.

Der Grundriss des Pavillons am Tag...
... und während des Lichttests bei Nacht. © Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Medien

17. August: Befüllung der Wassertanks

Wasser Marsch!
Um die Konstruktion des Pavillons zu stabilisieren wurde die unterste Reihe der Kanister zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Die Weimarer Feuerwehr stellte für diese Aktion zwei tatkräftige Männer sowie einen Einsatzwagen zur Verfügung. Neben den Wassermengen wurde jedem Kanister auch eine spezielle Lauge hinzugegeben, die das Wasser in der Augusthitze möglichst frisch halten soll. In der leeren Hälfte der Kanister wird später die Beleuchtung installiert.

Während die letzten Kanister noch ausgerichtet werden...
... kommt bereits der Einsatzwagen angerollt.

Dokumentation des Projektaufbaus

Theorie und Praxis: Der Entwurf »Epiphaneia« von Carina Dudda und Michael Protschky wurde zusammen mit Katja Weise, Julian Gerstner und Andrea Heidecke ausgearbeitet. Dieses Foto zeigt das Team während der Konstruktion, die von den Studierenden fast im Alleingang getätigt wird. © Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Architektur

Vom 1. bis 8. September 2012 wird die »Via Crucis« in der Viehauktionshalle Weimar aufgeführt, eine Licht- und Klanginstallation des Regisseurs und Künstlers Robert Wilson. Die mit Spannung erwartete Inszenierung begleitet eine Kunstausstellung, die Robert Wilson im Laufe der vergangenen drei Semester innerhalb eines studentischen Projekts begleitet und kuratiert hat. Den Rahmen für die Ausstellung bildet der eigens errichtete Pavillon »Epiphaneia«, erdacht und realisiert von Bauhaus-Studierenden. 

Von der ersten Idee ist es ein langer Weg bis zur fertigen Konstruktion. Um den anstrengenden Prozess zu dokumentieren und einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen, wird der Aufbau während den letzten zwei Wochen vor der Premiere an dieser Stelle begleitet und die wichtigsten Momente eingefangen.
Eine weitere Dokumentation bietet das »Epiphaneia«-Team selbst auf seinem Blog: EPIPHANEIA

Das Projekt-Team

Gruppenfoto der an »Epiphaneia« beteiligten Studierenden. © Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Architektur

An dem Teilprojekt sind folgende Professuren der Bauhaus-Universität Weimar beteiligt:

Fakultät Architektur:
Professur Bauformenlehre, Prof. Bernd Rudolf
Professur Tragwerkslehre, Prof. Jürgen Ruth
Professur Informatik in der Architektur, Vertr.-Prof. Reinhard König

Fakultät Medien:
Professur Medien-Ereignisse, Prof. Wolfgang Kissel

Beteiligte Studierende:
Carina Dudda, Michael Protschky, Julian Gerstner, Andrea Heidecke, Katja Weise, Zhang Yicun, Teng Gao, Oscar Patarroyo

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