Südgiebel des Van-de-Velde-Gebäudes
Südgiebel des Van-de-Velde-Gebäudes

Noch vor wenigen Jahren konnte man nur schwer auf den ersten Blick die ursprüngliche Qualität des Van-de-Velde-Gebäudes erkennen. Aufgrund von Umnutzungen war das Van-de-Velde-Gebäude zahlreichen Umbauten und Raumteilungen unterzogen worden. Aber auch Umwandlungen von Fenstern und Türen musste der Winkelbau, 1905 - 1906 von Henry van de Velde erbaut, verändert.

Trotz der Baumaßnahmen an Fassade und Grundriss war die ursprüngliche Struktur und Substanz des Gebäudes kaum verfremdet worden. Die Reparatur des Van-de-Velde-Gebäudes war daher Grundsatz der denkmalpflegerischen Maßnahmen während der Sanierungsarbeiten. Zu den wichtigsten baulichen Veränderungen zählen:

  • Wiederherstellung der Grundrisse und Raumvolumina durch Entfernen später eingebauter Wände und Zwischendecken einschließlich der Wiederbringung der ursprünglichen Türsituationen
  • Wiedergewinnung der ursprünglichen Raumkubatur im Atelier van de Veldes im Südflügel
  • Nachbau der zerstörten bauzeitlichen Fenster in der Südfassade des Ostflügels (Werkstattflügel)
  • Wiederherstellung der bauzeitlichen Belichtungssituation an der Nordseite des Ostflügels einschließlich der Wiedergewinnung der ursprünglichen Fenstersituation.
  • Sorgfältige Beachtung der restauratorischen Befunde des Äußeren und Inneren (Putz, Farbe, Fenster, Türen, Treppen, Terrazzo, etc.)

Neben der Reparatur und dem Rückbau des Gebäudes berücksichtigten die Architekturbüros auch die bautechnische Herrichtung sowie die Neuordnung des Gebäudes als Atelier- und Unterrichtsräume der Fakultät Gestaltung. Zusätzliche Schwerpunkte waren:

  • Sicherung der Gründung durch Injektion mit Mikrobohrpfählen
  • Behindertengerechte, barrierefreie Erschließung aller Räumlichkeiten ohne Treppenlifte
  • Einbau eines Aufzugs
  • Öffnung des verbauten westlichen Ausgangs, damit Wiedergewinnung der ursprünglichen Lichtführung im Eingangsbereich
  • Einpassung eines neuen funktionalen Raumprogramms im Bildhauerflügel: Flächengewinn durch Einstellung offener Galerien, Verzicht auf bisherigen Dachausbau, Erschließung von außen und innen
  • Neuverteilung und -organisation der sanitären Anlagen
  • Sanierung Hausschwamm und Fachwerk
  • Optimierung des Energiekonzepts