Im Folgenden finden Sie die durch Herrn Vizepräsidenten Huber verlesene Würdigung der Jury zum Konzept der Bauhaus-Universität Weimar.

In einer spannenden Diskussionrunde im Finale konnte das Team der Bauhaus-Universität Weimar die Jury überzeugen.
Der Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, Dr. Arend Oetker (l.), würdigte in seiner Rede zahlreiche Aspekte der Internationalisierung an der Bauhaus-Universität Weimar. (Quelle: Peter Himsel/Stifterverband/DAAD)

Mit dem Preis für „Die internationale Hochschule 2011“ wird ausgezeichnet:

Mit der Bauhaus-Universität Weimar wird, wie zuvor skizziert, eine kleine Universität mit großer Tradition und künstlerischem Profil ausgezeichnet, die ausgesprochen international ausgerichtet ist:  60% der deutschen Studierenden gehen ins Ausland; 15% der Studierenden und 9% der Lehrenden stammen aus dem Ausland.

Entsprechend nachhaltig sind internationale Aspekte in der Lehre verankert. 40% der Lehrveranstaltungen finden in einer anderen Sprache als dem Deutschen statt, 50% sind international. Internationalität prägt jedoch die curricularen Inhalte und Strukturen aller Studiengänge. Wechselseitiges Lernen deutscher und internationaler Hochschulangehöriger ist eine Selbstverständlichkeit, die durch das „Weimarer Modell“ des Projektstudiums auf vielfältige Weise an der Hochschule ermutigt wird. Besonders beeindruckt zeigten sich die Jurymitglieder von dem Einfallsreichtum und der Freude, mit denen die Hochschulangehörigen neue Formate einsetzen und interkulturelle Kommunikation erproben. Eine besondere Stärke liegt hier, neben den künstlerischen Ausdrucksformen, in dem fortgeschrittenen Einsatz neuer Medien.

Aus der Bewerbung wird deutlich, dass die Hochschule Internationalisierung nicht als Selbstzweck, sondern als strategisch begründetes und gelebtes Qualitätsmerkmal und tagtägliche Bereicherung für die Hochschule als Ganze lebt. Ein aufeinander abgestimmtes und ausgereiftes Set von strategischen Papieren belegt eindrucksvoll, wie die Internationalisierungsziele in Praxis umgesetzt werden. Das Gesamtkonzept der Hochschule wird in einem breiten Diskussionsprozess in den Fakultäten aufgegriffen und an deren jeweilige Bedingungen angepasst. Auf wie vielen Schultern das Weimarer Konzept ruht, zeigt sich exemplarisch auch in den mehr als 70 Personen, die an der Erstellung der Bewerbung beteiligt waren. Die zahlreichen Praxisbeispiele und O-Töne von Hochschulvertretern aller Bereiche machen die Vision, von der die Hochschule getragen wird, plastisch und geradezu spürbar.

Die Jury ist daher überzeugt, dass der Weg der Bauhaus-Universität für viele deutsche Hochschulen beispielhaft ist. Der internationale Campus wird hier überzeugend als einer gelebt, der alle Hochschulangehörigen in einen gemeinsamen Entwicklungsprozess einbindet und herausfordert, ihre spezifischen Kenntnisse und Erfahrungen in den Diskurs einzubringen.