Bei der Herstellung keramischer Fliesen wird traditionell viel Energie benötigt und gleichzeitig viel CO2 ausgestoßen. Da zur Erhärtung keramischer Fliesen hohe Temperaturen von über 1000°C benötigt werden, betragen die Energiekosten etwa 25 bis 30 Prozent der gesamten Produktionskosten. Eine Möglichkeit, den Energiebedarf deutlich zu reduzieren, bietet die Geopolymertechnologie. Sogenannte Geopolymere, also Keramiken, die bereits bei Raumtemperatur erhärten, werden durch alkalische Aktivierung von reaktiven alumosilicatischen Rohstoffen, wie beispielsweise reaktivem Ton, hergestellt.

Im europäischen Kooperationsprojekt CORNET haben sich fünf Forschungseinrichtungen, darunter die Bauhaus-Universität Weimar, zusammengeschlossen, um mechanisch hochbeanspruchte, aber bei Raumtemperatur härtende Keramik auf Basis einer CO2-arm erzeugten Bindermatrix zu entwickeln. Dies soll durch den Einsatz von reaktiven Tonrohstoffen und der Ausnutzung der Geopolymertechnologie erreicht werden. Dabei sollen die Fliesen einschließlich Glasur im moderaten Temperaturbereich von 650 bis 750°C auf breiter Rohstoffbasis mit niedrigem CO2-Äquivalent hergestellt werden.

Im Rahmen des CORNET-Projektes arbeitet die Professur Bauchemie an der Fakultät Bauingenieurwesen der Bauhaus-Universität Weimar mit drei weiteren Universitäten und einer Forschungsgemeinschaft zusammen:

•    Forschungsgemeinschaft der Deutschen Keramischen Gesellschaft e.V. (FDKG)
•    RWTH Aachen, Institut für Gesteinshüttenkunde
•    Universität Jaume I, Institut für Technische Keramik, Castellón, Spanien
•    Anadolu Universität, Keramisches Forschungszentrum, Eskisehir, Türkei

Kontakt:
Professur Bauchemie                                
Prof. Dr. rer. nat. habil. Christian Kaps
Tel. +49(0)3643/58-4793                                 
christian.kaps[at]uni-weimar.de

Dipl.-Ing. Torsten Seiffarth   
torsten.seiffarth[at]uni-weimar.de

Dipl.-Ing. (FH) Marc Hohmann
marc.hohmann[at]uni-weimar.de

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